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	<title>Iver Petersen</title>
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	<description>Mitglied der FDP Weimar</description>
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	<title>Iver Petersen</title>
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		<title>Es kann nur einen geben</title>
		<link>https://iverpetersen.de/2023/02/26/es-kann-nur-einen-geben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Feb 2023 22:53:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[Kann es nur einen geben? Oder besser „Sollte es nur einen geben?“ Mit dieser Feststellung/Frage soll im Folgenden über den 1. Jahrestag des Einmarsches Russlands in die Ukraine sinniert werden. Er liegt mittlerweile schon 2 Tage zurück. Doch ist es fast ebenso interessant, über das Ereignis selbst wie auch die Reaktionen anlässlich des Jahrestags [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start" style="max-width:1144px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-1"><div>
<h2><span style="font-size: 16px;">Kann es nur einen geben?</span></h2>
<p>Oder besser „Sollte es nur einen geben?“</p>
</div>
<div>Mit dieser Feststellung/Frage soll im Folgenden über den 1. Jahrestag des Einmarsches Russlands in die Ukraine sinniert werden. Er liegt mittlerweile schon 2 Tage zurück. Doch ist es fast ebenso interessant, über das Ereignis selbst wie auch die Reaktionen anlässlich des Jahrestags zu berichten. Es wurde an hiesiger Stelle bereits im Vorfeld des Einmarsches vor gut einem Jahr dazu &#8222;gepostet&#8220;. Diese Beiträge sind unten nochmals aufgeführt, falls sie jemand nachlesen möchte.</div>
<div>Es ergeben sich, der Jahreszeit geschuldet, gewisse Parallelen in der Betrachtung der äußeren Umständen dieses Jahrhundert-Ereignisses. Wie vor einem Jahr fand im Vorfeld des Einmarsches und dessen Jahrestags die Münchner Sicherheitskonferenz statt. Russland hatte die Einladung zur <a href="https://securityconference.org/msc-2022/">MSC 2022</a> nicht angenommen, in diesem Jahr wurde es gar nicht erst eingeladen. Und auch die <a href="https://www.fdp-we.de/2022/02/16/war-sonst-noch-was/">Berlinale 2022</a> fand im unmittelbaren Vorfeld des Einmarsches und in 2023 findet sie während des Jahrestags statt. Dort wird der Ukrainekrieg natürlich ebenfalls intensiv diskutiert und kineastisch verarbeitet.</div>
<div>Der Krieg hat vermutlich mit dazu beitragen, dass die deutsche Neuverfilmung des Anti-Kriegs-Romans „Im Westen nichts Neues“ des deutschen Autors <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Maria_Remarque">Erich Maria Remarque</a> (eigentlich: Erich Paul Remark, 1898-1970) kürzlich bei den Auszeichnungen der <a href="https://www.bafta.org/film/awards/2023-nominations-winners">BAFTA</a> (= British Academy of Film and Television) groß abgesahnt hatte und nun realistische Chancen hat, den OSCAR für den besten Film in Hollywood zu gewinnen.</div>
<div>Man könnte insofern konstatieren: Deutschland hat schon durch den Krieg gewonnen, was auch durch die Zahl von Millionen Zuwanderer/Flüchtlinge aus Ukraine, Weißrussland und Russlands zum Ausdruck kommt. So schlecht kann es offenbar um den internationalen Ruf von Deutschland in der Welt nicht bestellt sein, wenn so viele Menschen hierher kommen möchten.</div>
<div>Neben MSC und Berlinale findet in diesem Jahr aber auch ein weiteres weltumspannendes Ereignis wieder statt. Gemeint ist der Karneval, der nach den Corona-Jahren wieder ohne Einschränkungen zelebriert werden konnte. Dabei kam die Einstellung der Jecken bei der Gestaltung ihrer Themenwagen klar zum Ausdruck. In einem sah man <a href="https://www.n-tv.de/ticker/Karneval-in-Duesseldorf-Putin-badet-in-Blut-article23930347.html">Wladimir Putin in einer Badewanne voll Blut</a> sitzen. Doch zum Karneval später mehr.</div>
<div>Insgesamt hat der Jahrestag des Krieges viele internationale und nationale Aktivitäten hervorgerufen. Ein paar seien kurz genannt:</div>
<ol>
<li>Das <a href="https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/juergen-habermas-ukraine-sz-verhandlungen-e159105/?reduced=true">Plädoyer für Verhandlungen</a> von 14.02.2023 des Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas (Jg. 1929). Er ist quasi einer der letzten lebenden Vertreter der (ersten) Generation der sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Schule">Frankfurter Schule</a>.</li>
<li>Der überraschende Besuch des <a href="https://www.tagesschau.de/kommentar/usa-ukraine-biden-kiew-101.html">US-Präsidenten Joe Biden in Kiew</a> am 20.02.2023</li>
<li>Die Rede von <a href="https://www.fdp-we.de/2023/02/21/zur-schiefen-lage-der-nation/">Wladimir Putin zur Lage der Nation</a> am 21.02.2023</li>
<li>Die <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/un-vollversammlung-141-fuer-frieden-101.html">Abstimmung in der UN am 24.02.2023</a>, die mit deutlicher Mehrheit einen Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine forderte</li>
<li>Der <a href="https://www.merkur.de/politik/moskau-ukraine-krieg-news-aktuell-waffenstillstand-chinas-12-punkte-plan-xi-putin-kreml-92106692.html">12-Punkte-Plan der Volksrepublik China</a> vom 24.02.2023</li>
<li>Die <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/asien/scholz-modi-109.html">Reise von Olaf Scholz</a> (Jg. 1958) am 25.02.2023 nach Indien zu Gesprächen mit dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi (Jg. 1950), um diesen von seiner neutralen Position gegenüber Russland abzubringen und die (wirtschaftliche) Zusammenarbeit beider Länder zu stärken.</li>
<li>die <a href="https://www.tagesschau.de/inland/wagenknecht-friedensdemo-querfront-101.html">Friedensinitiative von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer</a> und die von ihnen initiierte Demonstration in Berlin am 25.02.2023</li>
</ol>
<div>Es sollen nur einzelne Erläuterungen gegeben werden.</div>
<div>ad 1.) Die Frankfurter Schule basiert auf dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_f%C3%BCr_Sozialforschung">Institut für Sozialforschung</a>, das quasi vor einhundert Jahren in Thüringen zu Pfingsten 1923 im Rahmen einer „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marxistische_Arbeitswoche">Marxistischen Arbeitswoche</a>“ aus der Taufe gehoben wurde. Dieser Hintergrund mag vielleicht nicht unrelevant sein. Einem Plädoyer für Verhandlungen, wie von Habermas gefordert, kann man eigentlich kaum widersprechen. Die Frage ist natürlich, ob es irgendwelche Vorbedingungen dafür geben sollte oder muss.</div>
<div>ad 2.) Joe Biden hat mit seinem Besuch in Kiew und danach in Polen sowie seinem Treffen mit den Staatsführern der östlichen NATO-Mitglieder ein sehr deutliches Zeichen gesetzt. Es sollte Wladimir Putin unmissverständlich klar machen, dass die USA als Weltmacht Nr. 1 uneingeschränkt diesen Staaten im Falle einer Konfrontation beistehen wird.</div>
<div>ad 3.) Die Rede von Wladimir Putin war dagegen eher ein ermüdendes Geschwafel ohne Überzeugungskraft. Man bekam zumindest nicht den Eindruck, dass ein von Putin geführtes Russland eine positive Vision für sein Land und seine Nachbarstaaten aufweist. Darüber wurde bereits berichtet, siehe Blog „<a href="https://www.fdp-we.de/2023/02/21/zur-schiefen-lage-der-nation/">Zur (schiefen) Lage der Nation</a>“</div>
<div>ad 4.) Die Abstimmung in den Vereinten Nationen war ein starkes Signal zugunsten der Ukraine. Erneut hat die deutliche Mehrheit der Länder dieser Erde sich klar auf die Seite dieses Landes und damit gegen Russland gestellt. Die meisten Länder erkennen, was der Krieg war und ist: Ein illegitimerer Eingriff in die Souveränität eines Landes, die nicht zu dulden ist und rückgängig gemacht werden muss.</div>
<div>ad 5.) Die Tatsache, dass das China gewillt ist, sich bei der Lösung des Konfliktes zu engagieren, ist prinzipiell zu begrüßen. Die 12 Punkte lauten stichwortartig:</div>
<div>i. Respekt für die Souveränität aller Länder</div>
<div>ii. Aufgeben der Mentalität des Kalten Krieges</div>
<div>iii. Einstellung der Feindseligkeiten</div>
<div>iv. Friedensgespräche fortführen</div>
<div>v. Lösung der humanitären Krise</div>
<div>vi. Schutz von Zivilisten und Kriegsgefangenen</div>
<div>vii. Nuklear-Reaktoren sicher halten</div>
<div>viii. Strategische Risiken verringern</div>
<div>ix. Erleichterung von Getreideexporten</div>
<div>x. Ende von unilateralen Sanktionen</div>
<div>xi. Industrie und Lieferketten stabil halten</div>
<div>xii. Nachkriegs-Rekonstruktion fördern<b><br />
</b></div>
<div>Punkt i (Respekt der Souveränität) ist sicher etwas, womit die Ukraine und alle anderen Ländern (bis auf Russland) gut leben können. Ob diese Souveränität jedoch bedeutet, dass sich Russland wieder aus den Gebieten der Ukraine zurückzieht, d.h. den Status wieder herstellt, bevor die Souveränität der Ukraine verletzt wurde, d.h. vor der Annexion der Krim im Jahr 2014, wird nicht ausgeführt.</div>
<div>Und bereits in Punkt ii. (Aufgabe der Mentalität des Kalten Krieges) wird die Sache schon ideologisch und damit fragwürdig. Auch ist zu bemerken, dass sich Russland nicht als Vermittler positioniert hat. Doch eine solche Bereitschaft wäre zweifellos hilfreich und notwendig, um einer solchen Friedensinitiative zum Erfolg zu verhelfen.</div>
<div>ad 6.) Die Reise von Olaf Scholz kann man als einen abgestimmten Einsatz innerhalb des westlichen Nationen zur Lösung der Ukraine-Krise verstehen. Diese haben es bisher geschafft, die anderen Länder größtenteils auf ihre Seite zu ziehen. Das kommt in dem Ergebnis der UN-Resolution in dieser Woche zum Ausdruck, bei der 141 von 193 Ländern sich eindeutig für einen Rückzug Russlands aus dem Gebiet der Ukraine ausgesprochen hat.</div>
<div>Lediglich 7 Länder stimmten dagegen, neben Russland waren dies Belarus, Nordkorea, Eritrea, Mali, Nicaragua. und Syrien. Insgesamt 35 Länder haben sich enthalten, von denen Russland und Indien zweifelsfrei die beiden größten und wichtigsten sind. (Bzgl. des genauen Abstimmungsergebnisses siehe Bild zu diesem Blog. Weitere Länder mit Enthaltung waren z.B. Pakistan, Iran, Vietnam und Südafrika).</div>
<div>ad 7.) Ebenfalls bemerkenswert ist die Initiative der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht und der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer. Sie hatten es immerhin geschafft, für ihr Manifest (für ein Ende von Waffenlieferungen und der Aufnahme von Friedensverhandlungen) 625.000 Online-Unterschriften zu generieren und <a href="https://www.morgenpost.de/berlin/article237745733/demo-berlin-heute-wagenknecht-schwarzer-ukraine.html">ca. 13.000 Menschen</a> am Samstag vor das Brandenburger Tor zu locken. (Die Organisation der Demo sprachen von 50.000 Teilnehmern.)</div>
<div>Wagenknecht hatte sich bereits am <a href="https://www.deutschlandfunk.de/debatte-um-lieferung-deutscher-kampfpanzerinterview-sahra-wagenknecht-die-linke-dlf-16ad4586-100.html">24.01.2023 im Deutschlandfunk</a> kurz vor der Ankündigung der Lieferung von deutschen Leopard 2-Panzern an die Ukraine durch Olaf Scholz gegen diese Lieferungen ausgesprochen und (zu Recht) prophezeit, dass eine solche Zusage nur die Forderung nach Kampfflugzeugen und weiteren Waffen nach sich ziehen würde.</div>
<div>Nun, am gestrigen Samstag sind wohl auch einige Kriegsgegner aus dem rechten Lager mit marschiert. Unter anderem deshalb hatte sich die Linken-Vorsitzende Janine Wissler gegen eine Teilnahme an der Demonstration ausgesprochen. Wagenknecht versteht es immer wieder, sich gekonnt in Szene zu setzen. Aktuell schwingt sie sich geradezu zu einer „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_d%E2%80%99Arc">Jeanne d‘Arc</a>“ der Friedens-Bewegung auf. Dagegen kommt Wissler als Parteichefin der Linken eher schlecht von der Parade, sie vermag nicht einmal die Rolle einer „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mutter_Courage_und_ihre_Kinder">Mutter Courage</a>“ angemessen einzunehmen. Bei der Dauerfehde der beiden ist man geneigt zu unken „Es kann nur eine geben.“</div>
<div></div>
<div>Der Forderung nach Frieden kann man eigentlich kaum widersprechen. Er trifft bei vielen Menschen auf Zustimmung, wie etwa an der <a href="https://www.rs-pestalozzi-weimar.de/">Staatlichen Regelschule Johann-Heinrich Pestalozzi</a> in der Weimarer Gutenbergstraße zu sehen (siehe Bild). Und natürlich sollte dies das übergeordnete Ziel aller diplomatischer Bemühungen sein. Doch stellt sich die Frage, ob und wenn ja welche weiteren Ziele man legitimer Weise zugleich fordern muss und sollte.</div>
<div>Ein Ende der Kampfhandlungen und ein Stopp der Waffenlieferungen sind Ziele, die von vielen Menschen geteilt werden, egal ob sie dem rechten, linken oder liberalem Spektrum der Parteien angehören. Ja, auch innerhalb des hiesigen Kreisverbands gibt es diesbezüglich durchaus kontroverse Ansichten.</div>
<div>Dem Autor dieses Blogs erscheint es insofern wichtig, zunächst die Fakten darzulegen. Und ein Faktum ist das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Russischer_%C3%9Cberfall_auf_die_Ukraine_2022#:~:text=Im%20Februar%20und%20M%C3%A4rz%202022,Regierung%2C%20wurde%20Ende%20M%C3%A4rz%20aufgegeben.">Ziel Russland durch den Einmarsch, die ukrainische Regierung zu beseitigen,</a> womöglich auch die Tötung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolodymyr_Selenskyj">Wolodymyr Selenskyj</a> (Jg. 1978), dem Präsidenten der Ukraine, in Kauf zu nehmen. Dies war und ist eine offen ausgesprochene Intention der russischen Politik unter Wladimir Putin. Er ist von diesem Ziel bisher auch nicht abgerückt. Nur hat er dieses Kriegsziel bisher nicht erreicht, ebenso wie manch andere. Er scheint vielmehr zunehmend isoliert und ständig bestrebt, sich vor etwaigen Angriffen auf sein eigenes Leben in Acht zu nehmen.</div>
<div>Der Deutschlandfunk widmete sich in der letzten Woche umfassend dem Jahrestag der russischen Invasion und führte unter anderem ein <a href="https://www.deutschlandfunk.de/zeitzeugen-im-gespraech-die-historikerin-und-germanistin-irina-scherbakowa-dlf-da4192ab-100.html">Zeitzeugen-Gespräch</a> mit der russischen Germanistin, Kulturwissenschaftlerin und Mitbegründerin der Menschenrechts-Organisation <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Memorial_(Menschenrechtsorganisation)">Memorial</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irina_Scherbakowa">Irina Scherbakova</a> (Jg.1949).</div>
<div>Memorial setzt sich für eine Aufarbeitung der Verbrechen des Kommunismus und Stalinismus in Russland ein, der Organisation wurde dafür im Jahr 2022 der Friedensnobelpreis zuerkannt, doch wurde dessen Arbeit in Russland von dem Machthaber weitgehend unterbunden. Frau Scherbakova mutmaßte in diesem Interview, dass in Russland durchaus unvorhergesehene Dinge passieren könnten. Sie vertrat entschieden die Meinung, dass Russland sich erst Wladimir Putins entledigen müsse, um sich wieder positiv entwickeln zu können.</div>
<div></div>
<div>Das Erreichen eines dauerhaften Friedens mit Russland unter Wladimir Putin erscheint aktuell sehr schwierig bis unmöglich zu sein. Dieser Mann hat schon so manche Verbrechen zu verantworten. So kann man die <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-syrien-wen-russlands-bomben-in-syrien-treffen-1.3297423">Bombardierung Aleppos</a> durch die russische Luftwaffe als „Putins <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_auf_Guernica">Guernica</a>“ brandmarken. Ähnlich wie die Deutsche Luftwaffe im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) ihre Kampfkraft und Taktik für den später folgenden zweiten Weltkrieg erprobte, so testete die russische Luftwaffe ihre Taktik der gezielten Zerstörung von Objekten der Infrastruktur wie etwa von Krankenhäusern und Kraftwerken bereits 2016 im syrischen Aleppo.</div>
<div>Man sollte diese Verbrechen an der Zivilbevölkerung klar benennen. Einfach nur ein Ende des Krieges und einen Waffenstillstand zu fordern, reicht aus hiesiger Sicht nicht aus. Russland muss vielmehr (einseitig) unverzüglich mit seinen Kampfhandlungen aufhören und sich vollständig aus dem Gebiet der Ukraine zurückziehen.</div>
<div></div>
<div>Ja, zwar wäre es schön, wenn die Waffen schweigen würden. Doch reicht die alleinige Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand aus hiesiger Sicht nicht aus. Denn sie würde einen Zustand zementieren, der sich gegen den Erhalt der Souveränität der Staaten richtet und gegen die UN Resolution, die am letzten Freitag, dem Jahrestags des Einmarsches mit großer Mehrheit verabschiedet worden ist.</div>
<div>Es bedarf vielmehr eines „Dreiklangs“ zur Beendigung des Krieges und der Erreichung eines dauerhaften Friedens:</div>
<ol>
<li>Vollständiger und zeitlich unbeschränkter Waffenstillstand</li>
<li>Gleichzeitig Rückzug der russischen und ukrainischen Truppen aus den umkämpften Gebieten.</li>
<li>Entsendung von UN-Truppen zur Kontrolle und Aufrechterhaltung des Truppenrückzugs und des Friedens sowie die (temporäre) Einsetzung einer unabhängigen, mit internationalen Experten besetzten Übergangsregierung, die nach einer Friedenszeit eine unabhängige Wahl innerhalb der umkämpften Gebiete entsprechend dem Selbstbestimmungsrecht der Völker organisiert.</li>
</ol>
<div>Vor einer solchen Wahl sollten allen deportierten Einwohner der Gebiete die Möglichkeit eingeräumt werden, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Auch erscheint es sinnvoll, eine solche Wahl nicht sofort, sondern erst nach einer festzulegenden Übergangszeit abzuhalten, um es den Menschen zu ermöglichen, sich wieder einander anzunähern und einen friedlichen Umgang miteinander zu praktizieren.</div>
<div>Als Übergangsregierung könnte man beispielsweise ein 7-köpfiges Kommissariat einrichten, in dem jeweils eine Vertreterin/ein Vertreter der folgenden Regionen/Nationen zugegen ist:</div>
<ul>
<li>Ukraine</li>
<li>Russland</li>
<li>USA</li>
<li>EU</li>
<li>Volksrepublik China</li>
<li>Indien</li>
<li>des „globalen“ Südens</li>
</ul>
<div>All diese Länder/Nationen sind durch Wirtschaftsbeziehungen oder Nahrungslieferungen mit der Ukraine und/oder Russland verbunden. Ggf. sollte man den Kreis der Kommissariats noch durch weitere (Nachbar-) Länder wie etwa Polen, das Baltikum oder die Türkei erweitern. So hatte sich beispielsweise die Türkei bereits positiv eingebracht in die Verhandlungen um den Export von ukrainischem Getreide.</div>
<div>Den Vertretern des Kommissariats könnte man durch die „Verteilungshoheit“ über Hilfsmitteln für den notwendigen Wiederaufbau des Landes mit einer gewissen (wirtschaftlichen) Machtposition ausstatten. Ggf. könnte man den jeweiligen Ländern auch lediglich das Nominierungsrecht zur Benennung einzelner Vertreter aus ihren jeweiligen Ländern zubilligen, die dann von der Bevölkerung der umkämpften Gebieten selbst (in einem 2-3-Jahresturnus) zu wählen wären. Die Konzeption einer Friedensinitiative für die Ukraine bedarf in jedem Fall einer intelligenten und effizienten Einbindung aller Parteien, die direkt und indirekt an dem Krieg beteiligt sind. Und das sind mittlerweile eine ganze Reihe.</div>
<div></div>
<div>Das Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde übrigens vor gut gut 100 Jahren im Jahr 1920 erfolgreich praktiziert bei der <a href="https://www.ndr.de/geschichte/100_jahre_deutsch_daenische_grenze/1920-Deutsch-daenische-Grenze-wird-neu-gezogen,schleswigfrage102.html">Festlegung der deutsch-dänischen Grenze 1920</a> nach dem 1. Weltkrieg. Zwar kam es dann gleichwohl zum 2. Weltkrieg. Doch hatte die 1920 festgelegte Grenze auch nach dem 2. Weltkrieg Bestand und die deutsch-dänische Grenzregion gilt mittlerweile als Vorbild für das friedfertige Zusammenleben benachbarter Nationen. Die friedfertige Koexistenz von Russen und Ukrainer ist leider durch den von Wladimir Putin entfachten Krieg zerstört worden. Doch man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie sich eines Tages wieder einstellen wird.</div>
<div></div>
<div>Am Ende soll noch kurz die Frage am Anfang des Blogs beantwortet werden.  Sie war natürlich rhetorisch gemeint. Nein, es sollte natürlich mehr als nur &#8222;den Einen&#8220; geben. Körperliche Unversehrtheit, Pluralität, und gegenseitiger Respekt sind Wesensmerkmale von Rechtsstaaten und zivilisierter Gesellschaften. Sie sollten insofern auch für die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine wie auch zwischen Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj gelten. Doch wenn diese Werte verletzt werden, wenn es quasi (den) Einen gibt, der diese nicht respektiert, sollte man sich gegen ihn erheben, wie es bereits <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89tienne_de_La_Bo%C3%A9tie">Etienne de la Boétie</a> (1530-1563) in seinem berühmten Diskurs über die freiwillige Knechtschaft bzw. den &#8222;gegen den Einen (Tyrannen)&#8220; (&#8222;Le Contr&#8217;un&#8220;) formuliert hat.</div>
<div></div>
<div>PS: Die Anregung zu dem Titel dieses Blog kam dem Autor übrigens durch die Bütten-Rede des FDP-Landesvorsitzenden Thomas Kemmerich beim <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/sued-thueringen/suhl/politischer-aschermittwoch-146.html">politischen Aschermittwoch in Suhl</a>. Er beendete seinen Beitrag mit der Bemerkung, dass es ihm unverständlich sei, wieso es beim Biathlon einen Zweitplatzierten gebe, denn der hätte doch schließlich ein Gewehr dabei. Wer sich die gesamte Rede von dem Thüringischen FDP-Vorsitzenden ansehen und anhören möchte, sei auf <a href="https://vimeo.com/801552583">diesen Link</a> verwiesen.</div>
<div></div>
<div>Frühere Blogs zu dem Thema:</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/02/04/herren-der-ringe/">Herren der Ringe</a> vom 04.02.2022</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/02/12/olympische-medaillen-und-olympischer-frieden/">Olympische Medaillen und Olympischer Friede</a> vom 14.02.2023</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/02/16/war-sonst-noch-was/">War sonst noch was?</a> vom 16.02.2022</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/02/24/es-ist-krieg/">Es ist Krieg</a> vom 24.02.2022</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/02/27/ueber-wladimir-und-wolodymyr/">Über Wladimir und Wolodymyr</a> vom 27.03.2023</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/03/08/genie-in-the-bottle/">Genie in the bottle</a> vom 06.03.2023</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/04/01/mahnmal-des-krieges/">Mahnmal des Krieges</a> vom 01.04.2022</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/04/15/osterruhe/">Osterruhe</a> vom 15.04.2022</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/05/18/as-time-passes-by-in-ukraine/">Time passes by in Ukraine</a> vom 18.05.2022</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/12/31/union-oder-reich/">Union oder Reich?</a> vom 31.12.2022</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2023/01/18/sind-wir-im-krieg/">Sind wir im Krieg?</a> vom 18.01.2023</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2023/01/20/sie-kamen-sie-sahen/">Sie kamen, Sie sahen</a> vom 20.01.2023</div>
<div>&#8211; <a href="https://www.iverpetersen.de/2023/02/21/zur-schiefen-lage-der-nation/">Zur (schiefen) Lage der Nation</a> vom 21.02.2023</div>
<div></div>
<div>Bildquellen:</div>
<div>&#8211; Volodymyr Zelenskyy, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Volodymyr_Zelensky_Official_portrait.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a></div>
<div>&#8211; Sahra Wagenknecht, Urheber: Raimund Spekking, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maischberger_-_2023-02-08-6660.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a></div>
<div>&#8211; Janine Wissler, Urheber/Publisher: Martin Kraft, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MK61753_Janine_Wissler_(Hessischer_Landtag_2019).jpg">Links und Lizenz siehe hier</a></div>
<div>&#8211; Abstimmungsergebnis der UN-Resolution, siehe <a href="https://twitter.com/ZelenskyyUa/status/1628864041773944834/photo/1">dieser Link</a></div>
<div>&#8211; Bild Guernica in der baskischen Stadt Gernika, Urheber: Papamanila, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mural_del_Gernika.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a></div>
<div>&#8211; Russische Briefmarke des Jahres 1981 zu Ehren von Pablo Picasso und der Skizzierung seiner Friedenstaube für den Weltfriedenskongress 1949 in Paris, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1981_picasso_nonumber_pogasheno_ng.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.</div>
<div>&#8211; Thomas Kemmerich als Karnevalist in Suhl am 21.02.2023, siehe <a href="https://vimeo.com/801552583">dieser Link</a></div>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Jahresauftakt mit und im Weimarer Land</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Feb 2023 14:12:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[FDP Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[FDP Weimar]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Weimar]]></category>
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					<description><![CDATA[In Kooperation mit der Kreisverband Weimarer Land fand am 08. Februar diesen Jahres im Gewehrsaal des Schlosses Ettersburg die Jahres-Auftaktveranstaltung der FDP Kreisverbände Weimar und Weimarer Land statt. Der FDP-Landesvorsitzende Thomas Kemmerich ließ sich entschuldigen, er musste wegen einer anderen wichtigen Veranstaltung seine Teilnahme kurzfristig absagen. Doch das tat der Stimmung und den offenen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start" style="max-width:1144px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-2"><p>In Kooperation mit der <a href="https://www.fdp-weimarer-land.de/">Kreisverband Weimarer Land</a> fand am 08. Februar diesen Jahres im Gewehrsaal des Schlosses Ettersburg die Jahres-Auftaktveranstaltung der FDP Kreisverbände Weimar und Weimarer Land statt. Der FDP-Landesvorsitzende Thomas Kemmerich ließ sich entschuldigen, er musste wegen einer anderen wichtigen Veranstaltung seine Teilnahme kurzfristig absagen. Doch das tat der Stimmung und den offenen und anregenden Gesprächen keinen Abbruch.</p>
<p>Der Kreisvorsitzende des Weimarer Landes, Otto Ritzel, eröffnete mit einer guten, abgeklärten und ausgewogenen Rede die Veranstaltung (<a href="https://www.fdp-weimarer-land.de/news/10103-jahresauftakttreffen_der_fdp.html">Bild siehe hier</a>). Man könnte sie auch als &#8222;wohl temperiert&#8220; bezeichnen, war sie doch nicht nur dem Anlass, sondern auch dem schönen barockem Ort angemessen, an dem sonst <a href="http://www.der-lyrische-salon.de/">lyrische Gesangsaufführungen</a> stattfinden. Man merkte seiner Begrüßung an, dass er über eine gewisse Erfahrung in der Ausübung seiner politischen Ämter als langjähriger Kreisverbandsvorsitzender (seit Januar 2005) und langjähriges Mitglied des Stadtrates von Apolda besitzt.</p>
<p>Er blickte in seiner Rede voraus und stimmte alle Anwesenden ein in die bevorstehenden Aufgaben, speziell die Wahlkämpfe in diesem und vor allem dem darauffolgendem Jahr, in dem die Thüringerinnen und Thüringer drei Mal ihre Stimme abgeben dürfe. Denn es stehen in 2024 sowohl die Kommunalwahlen, die Europawahl und schließlich die Landtagswahl an. In Bezug auf den KV Weimarer Land selbst findet im Mai diesen Jahres die Kreismitglieder-Versammlung statt, auf dem der Vorstand neu gewählt werden wird.</p>
<p>Die gerade frisch gewählte Weimarer Kreisverbandsvorsitzende, <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/08/22/kv-vorsitz/">Angelika Hampicke</a>, nahm seinen Ball angemessen auf, begrüßte ebenfalls alle Anwesenden, es waren ca. 40 Personen gekommen, und skizzierte, welche Schwerpunkte sie zu setzen gedenkt. Diese liegen vorrangig in der Vorbereitung der Kommunalwahlen und der Etablierung einer guten und harmonischen Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des Weimarer Kreisverbands. Die gemeinsame Jahresauftakt-Veranstaltung mit dem Kreisverband Weimarer Land ist insofern durchaus  programmatisch zu verstehen. Es ist geplant, weitere gemeinsame Treffen abzuhalten und die politische Arbeit abzustimmen.</p>
<p>Neben älteren Mitgliedern waren auch einige Neue mit dabei wie auch Personen, die an einer Mitgliedschaft in der FDP interessiert sind. Gut vertreten waren auch die Mitglieder der Jungen Liberalen, so gab der JuLi-Vorsitzende Thüringens, <a href="https://julis-thueringen.de/person/christopher-hubrich/">Christopher Hubrich</a>, mit seiner Präsenz der Veranstaltung seine Ehre. Das angenehme Ambiente des Gewehrsaales, die Bereitstellung von Getränken und einer &#8222;Brotzeit&#8220;  beförderten die guten und interessanten Gespräche zwischen den Anwesenden.</p>
<p>Der Gewehrsaal des Schlosses ist im Sommer bei Veranstaltungen auch von der Parkseite zugänglich, an dem Abend des 08.02. erfolgte der Zugang über denn Innenhof und dem Eingang zum Hotel im Schloss. Der Weg hinauf in den Saal führte entlang an Gemälden und Bildern, die einen politischen Hintergrund aufwiesen. So gab es Bilder aus der Wilhelminischen Zeit mit dem glücklosen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)">Kaiser Wilhelm II.</a> (1859-1941).  Und auch andere Politikgrößen dieser Zeit waren auf den Bildern zu erkennen (siehe exemplarisches Bild zu diesem Blog). Insgesamt war es eine vollauf gelungene Veranstaltung.</p>
<p>In der Vorstandssitzung des Kreisverbands Weimar am 16. Februar wurde bereits das erste Neumitglied in den Kreisverband aufgenommen. Diese Sitzungen finden in der Regel monatlich im Weimarer Kirms-Krackow-Haus statt. Sie sind offen für alle Mitglieder wie auch Personen, die sich für eine Mitgliedschaft im Kreisverband interessieren. Wer daran teilnehmen möchte, kann dies per email (info@fdp-we.de) bekunden und bekommt dann eine Einladung.</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Zur (schiefen) Lage der Nation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Feb 2023 19:08:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[redete heute, am 21.02.2023 der russische Präsident Wladimir Putin vor Abgeordneten der Duma, Ministern und weiteren Würdenträgern. Es war insofern eine Rede vor einer eindrucksvollen Kulisse und von eindrucksvoller Länge (ca. 105 Minuten), die in einer umgerüsteten Einkaufs-Gallerie in Fußnähe zum Kreml stattfand. Dank des öffentlich-rechtlichen Senders Phönix konnte man in Deutschland und vermutlich [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-3 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start" style="max-width:1144px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-3"><p>redete heute, am 21.02.2023 der russische Präsident Wladimir Putin vor Abgeordneten der Duma, Ministern und weiteren Würdenträgern.</p>
<p>Es war insofern eine Rede vor einer eindrucksvollen Kulisse und von eindrucksvoller Länge (ca. 105 Minuten), die in einer umgerüsteten Einkaufs-Gallerie in Fußnähe zum Kreml stattfand. Dank des öffentlich-rechtlichen Senders Phönix konnte man in Deutschland und vermutlich auf der ganzen Welt dieses Ereignis live verfolgen. Die Rede wurde simultan auf deutsch übersetzt. Wer sie sich in voller Länge anhören und ansehen möchte, kann das über <a href="https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-vor-ort/rede-putin-zur-lage-der-nation/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvMzA3MjMzOA">diesen Link</a> tun.</p>
<p>Nun, es war zu Beginn eine Art &#8222;Lamento russo&#8220; à la Waldimir Putin, in dem er sich über die westlichen Nationen, speziell die USA, deren neo-imperalistischer Politik, beklagte und dann diesen zusammen mit den &#8222;Faschisten und Nazis&#8220; in der Ukraine als die Schuldigen der Konfrontation geiselte. Russland sei gezwungen gewesen auf diese Politik, die auf eine Zerstörung des Heimatlandes abziele, mit einer &#8222;militärischen Spezialoperation&#8220; Einhalt zu reagieren.</p>
<p>Danach pries er die Widerstandskraft Russlands, das nicht durch die Sanktionen in die Knie gezwungen, sondern im Gegenteil dadurch stärker und widerstandsfähiger geworden sei, während die westlichen Nationen sich selbst Schaden zugefügt hätten. In dem Kontext bedankte er sich bei den vielen Russinnen und Russen, die die Belastungen des Krieges mutig ertragen würden und sich nicht bezwingen ließen. Zuvor fiel auch das Wort &#8222;Soldaten&#8220; und &#8222;Kanonenfutter&#8220;, ohne natürlich die Zahlen der Toten auf russischer und ukrainischer Seite zu benennen, die bereits sterben mussten. Er sagte nur, dass &#8222;Russland noch nie in einem Krieg unterlegen gewesen sei&#8220;. Damit wollte er offenbar auf die glorreichen (und verlustreichen) Kriege Russlands im Ersten und vor allem den Zweiten Weltkrieg anspielen, und womöglich auch den Sieg, den (das zaristische) Russland Napoleon und seiner Armee Anfang des 19. Jahrhunderts zugefügt hatte.</p>
<p>Keinen Bezug nahm er zu einem anderen historischen Ereignis, der Publikation des Kommunistischen Manifests von Karl Marx (&#8222;Proletarier aller Länder vereinigt Euch!&#8220;) heute vor genau 175 Jahren. Doch tat das der Deutschlandfunk in einem &#8222;historischen Kalenderblatt&#8220;. Wer sich dafür interessiert, findet den Beitrag unter<a href="https://www.deutschlandfunk.de/21-02-1848-das-kommunistische-manifest-erscheint-dlf-66beee39-100.html"> diesem Link</a>. Stattdessen pries Wladimir Putin das russische Unternehmertum, das von der russischen Regierung weiter mit Unterstützungsprogrammen gestützt und gefördert würde. Auch den verwundeten Soldatinnen und Soldaten versprach er Unterstützung.</p>
<p>Es war aus hiesiger Sicht eine recht langatmige, um nicht zu sagen langweilige Rede, die nach Aussage der Kommentatoren in weiten Abschnitten ähnlichen Reden zur Lage der Nation früherer Jahre glich. So manche Aussagen waren offensichtlich falsch, neben der Schuld an dem Ukraine-Krieg etwa die Angaben zur Inflationsrate in Russland (4-5% nach Aussage von Putin), sie liegt in Wirklichkeit jedoch viel höher (bei ca. 10-12%). Gleichwohl beendete der Kremlchef seine Rede mit dem Satz &#8222;Die Wahrheit ist auf unserer Seite&#8220;. Danach erklang die (schöne) russische Nationalhymne.</p>
<p>Man muss insofern konstatieren, dass so manches an dieser Rede &#8222;schief&#8220; war, was sinnbildlich durch den Sitz des Schlips von Waldimir Putin zum Ausdruck kam. Und auch so mancher Zuhörer im Saal schien nicht immer der Rede mit voller Aufmerksamkeit zu folgen, elektrisiert war zumindest keiner, auch wenn sich das Publikum bei Putins Hinweis auf die Zugehörigkeit der besetzten Gebiete im Donbass und der Krim zu Russland von ihren Sitzen erhob. So drohte der russische Außenminister Sergej Lawrow kurz einzunicken, einmal kratze er sich nachdenklich an der Stirn, und auch so manch anderer im Saal konnte sich ein Gähnen nicht verkneifen oder wandte seinen Blick von dem Redner ab, wie man an den Bildern zu diesem Blog ersehen kann.</p>
<p>Wladimir Putin hat offenbar eine sehr eigene Interpretation des Begriffs &#8222;Wahrheit&#8220;. Eher muss man bei ihm wohl einen gewissen Realitätsverlust konstatieren. Man kann nur hoffen, dass es dem russischen Volk gelingt, aus der Sackgasse herauszukommen, in die sie Wladimir Putin gesteuert hat.</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Des Rätsels Lösung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2023 22:59:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[In dem Blog vom 14.01.2023 ("Adel verpflichtet", siehe dieser Link) wurde darüber gerätselt, weshalb das Glücksburger Schloss halbmast beflaggt war und um welche Flagge es sich eigentlich handelte, die über dem Schloss gehisst war. Nun, die Antwort lautet: Konstantin II. von Griechenland (1940-2023) ist am 10.01.2023 in Athen gestorben. Seinen Angehörigen, speziell seiner Frau [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-4 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start" style="max-width:1144px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-3 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-4"><p>In dem Blog vom 14.01.2023 (&#8222;Adel verpflichtet&#8220;, <a href="https://www.iverpetersen.de/2023/01/14/adel-verpflichtet/">siehe dieser Link</a>) wurde darüber gerätselt, weshalb das Glücksburger Schloss halbmast beflaggt war und um welche Flagge es sich eigentlich handelte, die über dem Schloss gehisst war. Nun, die Antwort lautet:</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_II._(Griechenland)">Konstantin II. von Griechenland</a> (1940-2023) ist am 10.01.2023 in Athen gestorben.</p>
<p>Seinen Angehörigen, speziell seiner Frau <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anne-Marie_von_D%C3%A4nemark">Anne Marie von Dänemark</a> (Jg. 1946), der ehemaligen Königin von Griechenland, und ihren Kindern sei an dieser Stelle ein herzliches Beileid ausgesprochen. Der Archivar des Glücksburger Schlosses, Claudius Loose, hatte den Autor dankenswerterweise darüber informiert. Bei genauerer Kenntnis der Familienverhältnisse hätte dieser eigentlich selbst darauf kommen können, hatten die Medien einschließlich des <a href="https://www.mdr.de/brisant/koenigshaeuser/koenig-griechenland-gestorben-100.html">MDR bereits am 11.01.2023</a> über dieses Ereignis berichtet.</p>
<p>Doch mag dies die Tatsache illustrieren, wie schnell die Zeit und die Geschichte voranschreiten und wie gut (oder eben schlecht) sich die Menschen (unterschiedlicher Generationen) so mancher interessanten historischen Tatsachen bewusst sind.</p>
<p>Konstantin II. führt uns hinein in die Geschichte Griechenlands, dem Land, das die meisten Deutschen heutzutage (politisch) eher mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Staatsschuldenkrise">Griechischen Staatsschulden-Krise</a> verbinden, die im Jahr 2010 begann und 2013 ihren Höhepunkte erlebte. Die meisten werden sich auch gut an die daraus resultierenden Euro-Krise erinnern sowie den damaligen europäischen Notenbank-Chef <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Draghi">Mario Draghi</a> (Jg. 1947) und seinen legendären Ausspruch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Whatever_it_takes">Whatever it takes</a>. Mit diesem Ausspruch und den gleichzeitig durchgeführten massiven Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank EZB schaffte er es, den Euro zu stabilisieren und die Krise (auch mit Hilfe von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble) zu bewältigen.</p>
<p>Und natürlich kennen in Deutschland mittlerweile alle die Alternative für Deutschland (AfD), die im Jahre der griechischen Krise 2013 gegründet wurde und die sich mittlerweile zu einer veritablen politischen Kraft in (Ost-) Deutschland entwickelt hat. (An den damaligen (Mit-) Gründer der AfD, den Hamburger <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Lucke">Prof. Bernd Lucke</a> (Jg. 1962), werden sich schon weniger Menschen erinnern.)</p>
<p>Doch wer kennt noch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_II._(Griechenland)">Konstantin II.</a>, der immerhin vom 6. März 1964 bis zur Abschaffung der Monarchie am 1. Juni 1973 der letzte amtierende griechische König war?</p>
<p>Nun, das sind wohl primär die älteren Zeitgenossen, die das alles persönlich miterlebt haben und wie Konstantin langsam wegsterben, ein paar Geschichtsinteressierte und vermutlich die Personen (vor allem Frauen), die gerne Zeitschriften wie die Bunte, Gala, Frau im Spiegel oder andere &#8222;Klatschblätter&#8220; lesen, in denen regelmäßig über die europäischen Adelshäuser berichtet wird. Doch sollen hier kein &#8222;Klatsch&#8220; verbreitet, sondern ein paar historische Fakten dargelegt werden.</p>
<p>Konstantin war der Ur-Ur-Enkel des bereits gewürdigten Christian IX. von Dänemark aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, der mit seiner Frau Louise von Hessen quasi das dänische, norwegische und griechische Königshaus begründete (siehe Blog <a href="https://www.iverpetersen.de/2023/01/14/adel-verpflichtet/">Adel verpflichtet</a>). Auch Konstantins Frau Anne-Marie stammte in 4. Generation von den beiden ab.</p>
<p>Konstantin II. betätigte sich vor der Übernahme der Königswürde/bürde als passionierter Segel und gewann bei der Olympiade 1960 in Rom die Goldmedaille im Drachen-Wettbewerb. Als König agierte er dann leider weniger erfolgreich. So geriet er 1965 in einen Konflikt mit dem  sozialistischen Ministerpräsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georgios_Papandreou">Georgios Papandreou</a> (1888-1968). Das führte zu politisch instabilen Verhältnissen, in deren Folge 1967 das Militär putschte und eine Militär-Diktatur (1967-1974) in dem Land errichtete (&#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Milit%C3%A4rdiktatur">Regime der Obristen</a>&#8222;). In dessen Verlauf wurde Konstantin II. zuerst des Landes verwiesen und musste sich 1973 (vom Ausland aus) dem Ergebnis einer Volksabstimmung beugen, in der sich 70% der Griechen für die Abschaffung der Monarchie aussprachen.</p>
<p>Später sollten der Sohn und der Enkel von Georgios Papandreou, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Papandreou">Andreas Papandreou</a> (1919-1996) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Giorgos_A._Papandreou">Giorgos A. Papandreou</a> (Jg. 1952), quasi eine Ministerpräsidenten-Dynastie begründen. Ob diese dem Land wirklich gut getan hat, muss, zumindest gemessen an der späteren Entwicklung und der Schuldenkrise Griechenlands, bezweifelt werden.</p>
<p>Zuvor hatten ab 1863 die &#8222;Glücksburger&#8220; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_I._(Griechenland)">Georg I. von Griechenland</a> (1845-1913) und seine Nachkommen Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_I._(Griechenland)">Konstantin I.</a> (1868-1923), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_(Griechenland)">Enkel Paul</a> (1901-1968) und schließlich Ur-Enkel <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_II._(Griechenland)">Konstantin II.</a> (1940-2023) dem Land als König gedient. Gemessen an den Zeitspannen (110 Jahre Monarchie versus ein paar dutzend Jahre &#8222;Papandreous&#8220; als Ministerpräsidenten) kann man zumindest konstatieren, dass die &#8222;Glücksburger&#8220; länger gewirkt haben. Unruhig und nicht immer glücklich waren auch diese Jahre, worauf hier aber nicht eingegangen werden kann.</p>
<p>Konstantin II. wurde übrigens in republikanischen Kreisen meist „o Γκλύξμπουργκ“ („Glixburg“) genannt, was sich natürlich von der Herkunft seines Adelshauses ableitet. Und wer sein Bild zu diesem Blog (es stammt aus dem Jahr 1987) genau betrachtet, wird in dem Bücherregal hinter ihm ein blaues Buch entdecken mit dem Titel &#8222;Huset Glücksburg&#8220;, was so viel bedeutet wie &#8222;Haus Glücksburg&#8220; (&#8222;huset&#8220; = &#8222;Das Haus&#8220; im dänischen. Genau genommen ist der Titel etwas seltsam, da &#8222;Glücksburg&#8220; auf dänisch eigentlich &#8222;Lyksborg&#8220; geschrieben wird).</p>
<p>Mit in den Abbildungen aufgeführt sind auch Konstantins Wappen und die Flagge Griechenlands, woraus sich die Ähnlichkeit zu  der Halbmast-Flagge am Schloss Glücksburg ergibt, ebenso wie die Wappen/Fahnen der Stadt Flensburg und des Landes Schleswig-Holstein. Damit sei auch dieses Teil des Rätsels aufgelöst.<br />
(Einschränkend ist jedoch anzumerken, dass die Flagge über dem Schloss ein rotes Kreuz auf blauem Grund aufzuweisen scheint. Insofern bleiben doch noch Fragen offen. Wer sich mehr für die Geschichte des Schlosses und der &#8222;Glücksburger&#8220; interessiert, der mag in einem recht aktuellem Buch von Oliver Auge und Claudius Loose aus dem Jahr 2021 Antworten finden (Titel: &#8222;Ein Fürstenhaus und sein Schloss im Brennglas der europäischen Geschichte&#8220;) .</p>
<p>Bildquellen:<br />
Konstantin II. (1987): Urheber Allan Warren, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:T.M._Constantine_%26_Anne-Marie_of_Greece_Allan_Warren.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Wappen: Royal Coats of Arms of Greece, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Royal_Coat_of_Arms_of_Greece.svg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Flagge von Griechenland, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flag_of_Greece.svg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Konstantin II und Anne-Marie von Dänemark: Urheber Allen Warren, siehe oben<br />
Prinz Paul von Griechenland und seine Frau Prinzessin Friederike (1939), Urheber unbekannt, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paul_and_Frederica_of_Greece.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Wappen des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Coat_of_arms_of_Duch%C3%A9_Schleswig-Holstein-Sondebourg-Glucksbourg.svg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Wappen der Stadt Flensburg, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DEU_Flensburg_COA.svg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Wappen von Schleswig-Holstein, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DEU_Schleswig-Holstein_COA.svg">Link und Lizenz siehe hier</a></p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Sie kamen, Sie sahen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2023 18:52:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[Und blieben häufig nicht allzu lange.  Die Rede ist von den Verteidigungsministern der Bundesrepublik Deutschland. Denn es waren insgesamt 20 Ministerinnen und Minister, die dieses Amt schon inne hatten. Dabei waren sie erst seit dem Jahr 1955 im Amt, d.h. 6 Amtsjahre weniger als die der Bundeskanzler, von denen die BRD bisher 9 aufweisen [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-5 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start" style="max-width:1144px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-4 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-5"><p><strong>Und blieben häufig nicht allzu lange. </strong></p>
<p>Die Rede ist von den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Verteidigungsminister"><strong>Verteidigungsministern der Bundesrepublik Deutschland</strong></a>.</p>
<p>Denn es waren insgesamt 20 Ministerinnen und Minister, die dieses Amt schon inne hatten. Dabei waren sie erst seit dem Jahr 1955 im Amt, d.h. 6 Amtsjahre weniger als die der Bundeskanzler, von denen die BRD bisher 9 aufweisen kann, i.e. Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Kurt-Georg Kiesinger, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Angela Merkel, Olaf Scholz.</p>
<p>Der erste Bundesverteidigungsminister war<strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Blank"> Theodor Blank</a></strong> (1905-1972, CDU), der  sein Amt im Jahr Juni 1955 offiziell antrat. Er blieb nur ein Jahr im Amt, hatte jedoch wesentlich dessen Etablierung seit Mitte 1950 vorbereitet im Sinne des nach ihm benannten &#8222;Amt Blank&#8220;. Ihm folgte im Oktober 1956 mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Strau%C3%9F"><strong>Franz-Josef Strauß</strong></a> (1915-1988, CSU) ein Schwergewicht der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Er behielt den Posten knapp 6 1/2 Jahre bis zum Januar 1963, wurde dann jedoch durch die sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel-Aff%C3%A4re">Spiegel-Affäre</a> aus dem Amt &#8222;gekegelt&#8220;.</p>
<p>Es ging bei der Affäre um den Vorwurf des Landesverrates, dem sich die Zeitschrift &#8222;Der Spiegel&#8220; ausgesetzt sah. Persönlich war es eine Auseinandersetzung zwischen dem beruflich eher &#8222;linkslastigen&#8220; Spiegel-Herausgeber <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Augstein">Rudolf Augstein</a> (1923-2002), der kurzzeitig FDP-Mitglied war, und seinem streng konservativen Kontrahenten Strauß. Dabei sei darauf hingewiesen, dass nicht nur Strauß als Soldat und Offizier an dem Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte, sondern auch Rudolf Augstein, und dabei letzterer als Artillerie-Beobachter nicht nur zum Leutnant der Reserve befördert, sondern auch mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde. Schlussendlich obsiegte Augstein und mit ihm die Pressefreiheit in dieser Auseinandersetzung.</p>
<p>Der Nachfolger von Strauß, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kai-Uwe_von_Hassel"><strong>Kai-Uwe von Hassel</strong></a> (1913-1997, CDU), bleib knapp 4 Jahr im Amt (1963-1966). Er kam, ähnlich wie Annegret Kramp-Karrenbauer und Rudolf Scharping nach ihm, als ehemaliger Ministerpräsident (von Schleswig-Holstein) in sein Amt. Ob er nicht mehr wollte, durfte oder konnte, kann hier nicht nicht sicher beurteilt werden. Zumindest übernahm er später das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte und wurde danach noch Bundestagspräsident.</p>
<p>Ihm folgte im Dezember 1966 Dr. jur. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Schr%C3%B6der_(Politiker,_1910)"><strong>Gerhard Schröder</strong></a> (1910-1989) von der CDU nach. Seine Amtszeit währte keine drei Jahre. Denn im Herbst 1969 gewann die SPD mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Brandt">Willy Brandt</a> (1913-1992) erstmals das Kanzleramt. Die Ministerposten übernahmen Personen von der SPD und FDP, eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_Brandt_I">rot-gelbe Koalition</a> regierte erstmals das Land. Nächster Verteidigungsminister ab Oktober 1969 wurde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Schmidt"><strong>Helmut Schmidt</strong></a> (1918-2015, SPD), der ab Dezember 1972 ins Finanzministerium wechselte, um schließlich im Mai 1974 das Bundeskanzleramt zu übernehmen.</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Leber"><strong>Georg Leber</strong></a> (1920-2012) und Dr. jur. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Apel"><strong>Hans Apel</strong></a> (1932-2011), beide von der SPD, hatten nach ihm das Amt des Verteidigungsministers inne, der eine ca. 5 1/2, der andere ca. 4 1/2 Jahre. Georg Leber war bei der Truppe sehr beliebt, seine Zeit war mit einem deutlichen Aufrüstungsschub des Bundeswehr verknüpft. Letztlich machte ihm ein Spionagefall zu schaffen, die Affäre Lutze, bei der die DDR einen Spitzel(ring) in die Bundeswehr eingeschleust hatte. Einer von ihnen war der Inoffizielle Mitarbeiter (IM) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar-Erwin_Lutze">Lothar-Erwin Lutze</a> (1940-2021).</p>
<p>Prägend für und geprägt durch das Amt war dann der CDU-Politiker Dr. jur. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_W%C3%B6rner"><strong>Manfred Wörner</strong></a> (1933-1994), der nach seiner Zeit als Bundesverteidigungsminister (1982-1988) noch 6 Jahre lang das Amt des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/NATO#NATO-Generalsekretariat_und_Internationaler_Stab">NATO-Generalsekretärs</a> bekleidete. Damit war er der bisher einzige Deutsche, der diesen Posten im westlichen Verteidigungsbündnis ausüben durfte/konnte. Er hatte sich offenbar mit Leib und Seele seiner Aufgabe verschrieben und dabei möglicherweise zu wenig Rücksicht auf seine eigene Gesundheit genommen. Zumindest erkrankte er an einem metastasierten Dickdarmkrebs, einer Erkrankung, die man mittlerweile durch Vorsorgeuntersuchungen zu verhindern sucht und die ihm leider viel zu früh das Leben kostete.</p>
<p>Nur ein weiterer CDU-Politiker, nämlich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Volker_R%C3%BChe"><strong>Volker Rühe</strong></a> (Jg. 1942, CDU) war noch über 6 Jahre im Amt (1992-1998). Die Minister vor ihm, i.e. Prof. Dr. jur.  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rupert_Scholz"><strong>Rupert Scholz</strong></a> (Jg. 1937, CDU) und Dr. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Stoltenberg"><strong>Gerhard Stoltenberg</strong></a> (1921-2001, CDU) brachten es auf nicht einmal ein Jahr (Scholz) bzw. knapp 3 Jahre (Stoltenberg). Und auch nach ihnen ging es eher mit einer Drei-, Zwei- oder Ein-Jahres-Taktung im Amt weiter.</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Scharping"><strong>Rudolf Scharping</strong></a> (Jg. 1947. SPD), der Nachfolger von Volker Rühe, blieb noch einmal knapp 4 Jahre im Amt. Er begann es im Oktober 1998, und ging dann nach knapp 3 Jahren im wahrsten Sinne des Wortes &#8222;baden&#8220;. Denn er ließ sich mit seiner damaligen Partnerin, Gräfin Pilati (von Thassul zu Daxberg, geb. Paul) im <a href="https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/2382001-rudolf-scharping-amuesiert-sich-im-swimmingpool-100.html">Swimming Pool auf Mallorca</a> ablichten, was im politischen und journalistischen Deutschland schnell die Runde machte. Zuvor hatte er sich von seiner ersten Frau getrennt, mit der er drei Töchter hatte. Dieses &#8222;öffentliche Bad&#8220; im Swimming Pool kann man als Sinnbild seines endgültiges &#8222;politischen Ersäufens&#8220; bezeichnen. Bereits zuvor hatte er sich nicht gerade als politisches Schwergewicht erwiesen, denn im Jahr 1995 wurde er von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Lafontaine">Oskar Lafontaine</a> (Jg. 1943) als <a href="https://www.deutschlandfunk.de/parteitag-von-1995-als-die-spd-zum-ersten-mal-einen-100.html">SPD-Vorsitzender</a> regelrecht abserviert. Aus der ursprünglichen Troika Schröder &#8211; Lafontaine &#8211; Scharping wurde so ein Duo, von dem nach dem <a href="https://www.zeit.de/online/2009/11/lafontaine-ruecktritt-legenden?sort=desc&amp;page=12">Rücktritt Lafontaines</a> im Jahr 1999 von allen Ämtern (Finanzminister, SPD-Vorsitzender, Bundestagsabgeordneter) am Ende nur noch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Schr%C3%B6der">Gerhard Schröder</a> (Jg. 1944, SPD) übrig blieb.</p>
<p>Gerhard Schröder musste übrigens als Abkömmling des Kriegsjahrganges 1944 nicht bei der Bundeswehr dienen. Stattdessen rüttelte er als Mitglied der 68-iger Generation an dem Zaun des Bundeskanzleramtes in Bonn und soll gedacht (oder gerufen?)  haben &#8222;Ich will hier rein.&#8220; Das wurde dann im Jahr 1998 Wirklichkeit, zuerst in Bonn und ab dem 2. Mai 2001 in Berlin, als das neue <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bundeskanzleramt_(Berlin)">Bundeskanzleramt</a> bezogen wurde. (Dieses ist mittlerweile schon zu klein ist und soll für <a href="https://www.merkur.de/politik/energiekrise-deutschland-bundesregierung-bundeskanzleramt-umbau-regierungsviertel-berlin-91851783.html">viele Millionen Euro ausgebaut</a> werden.)</p>
<p>Doch zurück zu den Verteidigungsministern. Auf Rudolf Scharping folgten Dr. jur. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Struck"><strong>Peter Struck</strong></a> (1943-2012, SPD) und Dr. jur. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Jung"><strong>Franz Josef Jung</strong></a> (Jg. 1949, CDU). Sie durften die Kürzungen im Verteidigungs-Budget verwalten. Mit deutlich mehr Verve tat das dann ihr Nachfolger Dr.<strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg"> Karl-Theodor zu Guttenberg</a></strong> (Jg. 1971, CSU), denn der schaffte gleich die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrpflicht_in_Deutschland">Wehrpflicht</a> ab. In der Folge wurden so manche Kaserne aufgegeben und viele Grundstücke der Bundeswehr verkauft mit der Konsequenz, dass man eine Allgemeine Wehrpflicht gar nicht mehr so schnell wieder einführen könnte, wenn man es politisch denn überhaupt wollte.</p>
<p>Karl-Theodor zu Guttenberg durfte quasi im Auftrag der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel der Bevölkerung und der Bundeswehr den &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schneewittchen#:~:text=Zentrale%20Symbole%20und%20Motive%20von,sich%20auch%20im%20Grimmschen%20Dornr%C3%B6schen.">Schneewittchen</a>-Apfel&#8220; servieren. Ihm wurde dann jedoch die Tatsache zum Verhängnis, dass er bei seiner <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Plagiatsaff%C3%A4re_Guttenberg">Doktorarbeit erheblich geschummelt</a> hatte, ein Umstand, den ihm Angela Merkel gerne verziehen hätte. Doch die Universitäten und die Wissenschaft wollten da nicht so nachsichtig sein. So war zuerst der Doktortitel futsch und dann auch den Postendes Bundesverteidigungsministers, nach nicht einmal 1 1/2 Jahren war er sein Amt im März 2011 wieder los.</p>
<p>Bei zu Guttenberg wurde schnell deutlich, dass er sich eigentlich zu höherem berufen fühlte als &#8222;nur&#8220; der Leitung des Bundesverteidigungsministeriums. Er hat sich mittlerweile einen neuen Doktortitel an einer US-amerikanischen Hochschule (redlich)  erarbeitet (u.a. der Autor dieses Blogs hat ihm in einer unbeantwortet gebliebenen email dazu geraten), sein Verhältnis zur &#8222;deutschen Akademie&#8220; ist aber offenbar weiterhin gestört.</p>
<p>Als ebenfalls nicht vorteilhaft für ihn erwies sich zudem seine Tätigkeit als Berater für die Firma Spitzberg Partners, die in Washington und New York ansässig ist. Denn dieses Beratungsunternehmen beriet das Unternehmen WireCard und vermutlich betrieb zu Guttenberg persönlich Lobbying für das ehemalige DAX.-Unternehmen, indem er im Frühjahr 2019 bei Bundeskanzlerin Merkel vorsprach. Diese brach kurze Zeit später zu einer Chinareise auf, wo sie sich bei den Chinesen für das DAX-Unternehmen stark machte. Wie sich die Sache mit WireCard dann entwickelte, ist allgemein bekannt. Zu Guttenberg musste in dem Zusammenhang mittlerweile dem <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/getauschter-berater-4217836.html">WireCard-Untersuchungsausschuss</a> des Bundestags Rede und Antwort stehen.</p>
<p>Seiner (weiteren) politischen Karriere dürfte all diese Vorgänge nicht sehr zuträglich sein. Politisches Geschick kann man ihm wohl nicht absprechen, aber schon das notwendige Gespür für die Einschätzung der Risiko- und Gefahrenlage und damit etwas, was im Krisen/Kriegs-Zustand zwingend erforderlich ist. Die Zukunft wird zeigen, ob ihm zukünftig die Rückkehr in die Politik gelingen wird. Persönlich wäre es ihm zwar zu wünschen, doch politisch hat er schon einen gewissen Scherbenhaufen angerichtet, der von der Bevölkerung und den Medien so schnell nicht vergessen werden dürfte.</p>
<p>Sein Nachfolger, Dr. jur. <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_de_Maizi%C3%A8re">Thomas de Maizière</a></strong> (Jg. 1954, CDU), blieb zwar nur gut 2 1/2 Jahre Chef im Verteidigungsministerium. Doch als Sohn des vierten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Generalinspekteur_der_Bundeswehr">Generalinspekteurs der Bundeswehr</a>, General <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_de_Maizi%C3%A8re">Ulrich de Maizière</a> (1912-2006), und als Abkömmling einer alten Hugenotten-Familie aus Metz, die bereits mehrere Offiziere in ihren Reihen hatte, zeigte er eine ehrlichere Affinität zur Bundeswehr als sein Vorgänger. Möglicherweise war selbst Angela Merkel die Bindung zur Truppe von Thomas de Maizière zu eng. Zumindest versetzte sie ihn von 2013-2018 zurück ins Bundesinnenministerium, wo er bereits von 2009- bis 2011 gedient hatte.</p>
<p>Eine wirkliche Novizin war dann seine Nachfolgerin,  Dr. med. <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_von_der_Leyen">Ursula von der Leyen</a></strong> (Jg. 1958). Denn sie war die erste Frau im Amt und hatte (naturgemäß) weder gedient noch konnte sie sonst irgendeine engere Bindung zur Truppe vorweisen. Als promovierte Medizinerin verfügte sie aber über die Kompetenz, der Bundeswehr die geeigneten &#8222;Medikamente&#8220; zu verabreichen und diese stammten eher aus der Wirtschaft denn dem militärischem Vokabular. (Vor ihrem Medizinstudium soll sie laut ihres Wikipedia-Eintrags unter dem Pseudonym &#8222;Rose Ladson&#8220; eine Zeitlang an der London School of Economics and Political Sciences verbracht haben.)</p>
<p>Nun mit ihr und ihrer Staatssekretärin, der Unternehmensberaterin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_Suder">Katrin Suder</a> &#8211; diese hat zuvor viele Jahr bei der Beratungsfirma McKinsey gearbeitet und dessen Berliner Büro geleitet -, begann der Versuch einer Reform der Bundeswehr, die man unter die Überschrift stellen könnte &#8222;Professionalisierung durch Ökonomisierung&#8220;. In der Praxis hieß dies für die Bundeswehr eher &#8222;Führung mittels (teurer) Beraterstäbe&#8220; als &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Innere_F%C3%BChrung">Innere Führung</a>&#8220; oder Führen durch Vorbildfunktion. Alles sollte auf den Prüfstand und besser werden.</p>
<p>Das Fiasko um die Beschaffung und spätere &#8222;Ausmusterung&#8220; des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/HK_G36">Sturmgewehrs G36</a> zeigte jedoch, dass man auch mit teureren Beraterstäben so einiges falsch machen kann. Sie trug von der Leyen den Spottnamen &#8222;Flinten-Uschi&#8220; ein, den vor allem der Moderator der ZDF-Heute-Show, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Welke">Oliver Welke</a> (Jg. 1966), propagierte. Die Amtsdauer des Duos von der Leyen/Suder dauerte immerhin 5 1/2 Jahre, vom Dezember 2013 bis zum Juli 2019. Danach entfleuchte Ursula von der Leyen nach Brüssel, um dort mittlerweile die Klimatransformation in Form des &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/European_Green_Deal">European Green Deals</a>&#8220; auszurufen. Frau Dr. von der Leyen ist aktuell zweifelsfrei die prominenteste aktive deutsche Politikerin auf dem internationalem Parkett.</p>
<p>In Bezug auf das Bundesverteidigungsministerium hatte sie insofern Maßstäbe gesetzt, als dass danach feststand: Bundesminister der Verteidigung &#8211; Das kann und darf nur noch eine Frau sein.  So kam nach ihr<strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Annegret_Kramp-Karrenbauer"> Annegret Kramp-Karrenbauer</a></strong> (Jg. 1962) in das Amt. Sie führte es ernsthaft und engagiert. Ihr zu verdanken ist es, dass seitdem <a href="https://www.zeit.de/politik/2019-08/deutsche-bahn-freifahrten-soldaten-annegret-kramp-karrenbauer?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F">Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten gratis im ICE</a> zum Dienst bzw. am Wochenende zu ihren Familien fahren dürfen. Dabei sind sie dazu verpflichtet, ihre Uniform zu tragen. Dies hat wesentlich zu einer stärkeren Sichtbarkeit der Bundeswehr in der deutschen Öffentlichkeit geführt und wird hoffentlich der Erkenntnis Vorschub leisten, dass die deutsche Bevölkerung eine positive Wahrnehmung und Wertschätzung der Soldatinnen und Soldaten entwickeln sollte.</p>
<p>Bei einem Großteil der aktiven Politikerinnen und Politikern gibt es eine solche Wertschätzung nicht bzw. diese ist stark unterentwickelt. Insofern ist es wenig verwunderlich, wenn auch die Bevölkerung &#8222;seiner Armee&#8220; gegenüber eine indifferente und nicht selten ablehnende Haltung einnimmt. Erinnert sei an die Zeiten in den 80-iger Jahren, als die <a href="https://de-academic.com/dic.nsf/dewiki/502306">Gelöbnisse der Bundeswehr-Soldaten</a> massiv gestört wurden, was dazu führte, dass sie in dieser Zeit vornehmlich innerhalb der Kasernen und nicht mehr im öffentlichen Raum stattfanden.</p>
<p>Annegret Kramp-Karrenbauer ist letztlich an dem Machtkampf innerhalb der CDU um den Parteivorsitz gescheitert. In dem Kontext verzieh man ihr nicht einen <a href="https://www.zeit.de/news/2019-03/04/kramp-karrenbauer-karneval-und-grenzen-guten-geschmacks-190304-99-237064">Karnevalsauftritt im Jahr 2019</a> als Putzfrau Gretel. Es gab ein paar Männer in der CDU, die offenbar der Meinung waren, dass es langsam genug sein mit der &#8222;Frauen-Power&#8220; in CDU. Annegret Kramp-Karrenbauer wurde als Parteivorsitzende entsorgt und zog sich kurz vor der letzten Bundestagswahl gänzlich von ihren Ämtern und aus der Politik zurück.</p>
<p>Als Parteivorsitzende folgten ihr zunächst Armin Laschet (Jg. 1961) und dann Friedrich Merz (Jg. 1955) nach. Letztere sägte ordentlich mit an dem Stuhl von <strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christine_Lambrecht">Christine Lambrecht</a></strong> (Jg. 1965), ihrer Nachfolgerin im Amt der Verteidigungsministerin. Deren Amtszeit endete recht sang- und klanglos in dieser Woche. Und als dritte Bundesverteidigungsministerin im Amt wird sie wohl erst einmal die letzte Frau dort gewesen sein. Denn das Diktum &#8222;Es muss eine Frau sein&#8220; wurde trotz der proklamierten Parität im Kabinett von Olaf Scholz beerdigt. Jetzt darf und muss es <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Pistorius"><strong>Boris Pistorius</strong></a> (Jg.  1960) richten. Ihm sei hiermit nochmals viel Erfolg gewünscht bei seiner neuen Arbeit, der <a href="https://www.iverpetersen.de/2023/01/18/sind-wir-im-krieg/">vorherige Blog</a> hatte die Vorgeschichte des Amtswechsel ja schon vorgestellt.</p>
<p>Die entscheidende Wahrheit bezüglich des Zusammenspiels zwischen Politik und Verteidigungsministerium ist in dem letztem Bild zu diesem Blog dargestellt. Es zeigt die Entwicklung des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Verteidigungsetat">Verteidigungsetat</a>s im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte. Daran ist absehbar, dass er fast kontinuierlich kleiner wurde. Speziell in der Zeit nach der Wiedervereinigung kam zu einer zunehmenden Reduktion des Etats. (Dieser ist dargestellt in Prozent im Bezug zum Bruttoinlandsprodukt.) Nach dem Fall der Mauer wurde eine sogenannte &#8222;Friedensdividende&#8220; eingepreist. Ein Krieg in Europa wurde als unwahrscheinlich eingestuft, man meinte also, den Verteidigungsetat (weiter) kürzen zu können und das tat man auch.</p>
<p>Gleichzeitig versuchte die Politik diese Maßnahme natürlich zu verschleiern. Man attestierte der Bundeswehr gerne Ineffektivität und forderte mehr Effizienz. Die schlichte Wahrheit war hingegen, dass die Bundeswehr systematisch kaputt gespart wurde. Kein Kanzler nach der Wende war offenbar von der Notwendigkeit einer suffizienten Landesverteidigung überzeugt. Bei Helmut Kohl, dem Kanzler der Wiedervereinigung, mag man das sogar noch verstehen, hatte der Westen mit dem Fall der Mauer und der Auflösung der <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/12/31/union-oder-reich/">Sowjetunion</a> doch ideologisch obsiegt, und das Ganze mit Unterstützung von Michail Gorbatschow (1931-2022) und Boris Jelzin (1931-2007). Da wollte man nachvollziehbarerweise nicht mit einer Erhöhung des Verteidigungsetats die Russische Föderation reizen.</p>
<p>Doch mittlerweile regiert  Waldimir Putin im Kreml und versucht, dass Rad der Geschichte wieder zurückzudrehen. Er hat im Februar letzten Jahres seine Truppen in die Ukraine einmarschieren lassen und damit neuerlich einen Krieg auf europäischem Boden entfacht. Damit kommt es de facto nicht nur zu einer Neuauflage der ideologischen Machtkonstellation nach dem 2. Weltkrieg (Demokratie versus (post )kommunistische/stalinistische Diktatur, sondern schlimmer noch, der &#8222;Kalte Krieg&#8220; wurde von ihm zu einem wahrhaftigen, &#8222;heißen&#8220; Krieg entfacht. Er selbst versucht dieser Feststellung zwar mit seiner Terminologie (&#8222;militärische Spezialoperation&#8220;, kein Krieg) zu entgehen. Doch dass dies international anders gesehen wird, zeigen die Voten bei den Vereinten Nationen. Die allermeisten Länder interpretieren sein Vorgehen als einen (Angriffs-) Krieg und nichts anders.</p>
<p>Die militärische Konstellation von Nachkriegs-Europa hat sich seit dem 24. Februar 2022 verändert. Deutschland und Europa müssen sich verteidigen und die Bundeswehr muss wieder schnell fit gemacht werden. Das alles hätte im Grunde schon längst geschehen müssen, war Deutschland doch in den letzten Jahren bereits in vielen Ländern militärisch aktiv und in Kriegsgeschehnisse involviert. Erwähnt seien beispielhaft die Bundeswehreinsätze im Kosovo, Afghanistan und Mali.</p>
<p>Doch beschränken sich die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Auslandseins%C3%A4tze_der_Bundeswehr">Auslandseinsätze des Bundeswehr</a> keinesfalls nur auf diese Regionen wie eine nähere Betrachtung ergibt. Zudem ist Deutschland auch in der NATO zunehmend gefordert. Dass all diese Aufgaben bei einem sinkenden Verteidigungsbudget nicht geschultert werden können, ist eigentlich logisch, wurde von der Politik jedoch Jahre- und Jahrzehntelang ignoriert. Diese Ignoranz der Politik muss man geißeln und anprangern, denn letztlich ist sie geeignet, Menschenleben zu gefährden und die Angehörigen der Truppe  durch eine ungenügende Absicherung und Ausstattung zu opfern. Die Politik ist aus hiesiger Sicht über lange Zeit nicht ihrer Sorgfaltspflicht gegenüber den deutschen Soldatinnen und Soldaten nachgekommen.</p>
<p>Auch mag aus dem oben Gesagten hervorgehen, dass die eigentliche Verteidigungspolitik unseres Landes in den letzten Jahren nicht im Verteidigungsministerium, sondern im Kanzleramt entschieden wurde. Der Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin waren und sind verantwortlich für die Ausstattung und Schlagkräftigkeit der Bundeswehr. Und da hat Bundeskanzler Olaf Scholz zwar vollmundig eine &#8222;Zeitenwende&#8220; proklamiert und finanziell seinen &#8222;Doppelwumms&#8220; angepriesen. Doch ist seitdem nur wenig passiert.</p>
<p>Er selbst hat bisher keine engere Beziehung zur Bundeswehr entwickelt. Wie soll er auch, hat er doch Zivildienst geleistet. Insofern wird der neue Minister Boris Pistorius wohl nicht nur nach innen in das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr hinein wirken und neues Vertrauen aufbauen müssen. Nein, er wird auch seinen Vorgesetzten im Kanzleramt von der Notwendigkeit überzeugen müssen, hier persönlich mehr Engagement und Energie aufzubringen. Olaf Scholz hat offenbar die Bundeswehr bisher primär als &#8222;politische Verfügungsmasse&#8220; und unter finanziellen und auslandspolitischen Gesichtspunkten betrachtet, aber nicht als ein elementares machtpolitische Instrument, das unverzichtbar ist, um die Existenz und Sicherheit Deutschlands zu gewährleisten.</p>
<p>Dem Verteidigungsministerium und der Bundeswehr sei an dieser Stelle gewünscht, dass ihr neuer Chef Boris Pistorius seine neue Aufgabe nicht nur als Amt, sondern als Mission begreift. Denn nichts wäre für die Umsetzung der von Olaf Scholz ausgerufenen Zeitenwende misslicher, als wenn der neue Amtsinhaber ein ähnliches Verfallsdatum aufweisen würde wie viele seiner VorgängerInnen. Die Umsetzung der Neuaufstellung der Bundeswehr verlangt nicht nur viel Geld, sondern ebenso viel Einsatz und eine gute Führung. Olaf Scholz hat eine solche im Bundestagswahlkampf versprochen. Nun sollte er gegenüber der Bundeswehr und der Bevölkerung Wort halten. Bei einem Austausch des Führungspersonals im Bundesverteidigungsministerium in einem 1-, 2- oder 3-Jahrestakt ist dieses Ziel nicht zu erreichen.</p>
<p>Bildquellen:</p>
<p>Theodor Blank: Urheber: Bundeswehr, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundeswehr-Foto_BVM001_Theodor_Blank.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.<br />
Franz-Josef Strauß: Urheber Robert Ward, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Franz_Josef_Strau%C3%9F_1982.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.<br />
Kai-Uwe von Hassel, Urheber Bundeswehr, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Verteidigungsminister_Kai_Uwe_von_Hassel_(4909218489).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.<br />
Dr. jur, Gerhard Schröder. Urheber/Quelle Bundesarchiv,  <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_B_145_Bild-F008145-0002,_Gerhard_Schr%C3%B6der.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Helmut Schmidt, Urheber Reinhard Kraasch, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundeskanzler_Helmut_Schmidt.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Georg Leber; Quelle Flickr, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Verteidigungsminister_Georg_Leber.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Dr. jur. Hans Apel, Urheber: Bundeswehr, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Verteidigungsminister_Dr._Hans_Apel_(4909219537).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Dr. jur. Manfred Wörner. Urheber Bundeswehr, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Verteidigungsminister_Dr.Manfred_W%C3%B6rner_(4909819218).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Prof. Dr. jur. Rupert Scholz, Urheber Engelbert Reineke, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_B_145_Bild-F078063-0010,_Rupert_Scholz.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Dr. Gerhard Stoltenberg, Urheber/Quelle Bundeswehr, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Verteidigungsminister_Dr._Gerhard_Stoltenberg_(4909220253).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Volker Rühe, Urheber Robert D. Ward, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Volker_Ruehe.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Rudolf Scharping, Urheber Bundeswehr, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundeswehr-Foto_BVM012_Rudolf_Scharping.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Dr. jur. Peter Struck, Urheber Bundeswehr, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peter_Struck-2010-01.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Dr. jur. Franz Josef Jung, Urheber Foto-AG Gymnasium Melle, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jung,_Franz_Josef-1291.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, Urheber unbekannt, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Guttenberg-800.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Dr. jur. Thomas de Maizière, Urheber Sandro Halank, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2017-09-24_Thomas_de_Maizi%C3%A8re_by_Sandro_Halank%E2%80%931.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Dr. med. Ursula von der Leyen, Urheber Lukasz Kobus, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ursula_von_der_Leyen_2021.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Annegret Kramp-Karrenbauer, Urheber Dr. Frauke Gerlach?, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:AV0A3388_Dr._Frauke_Gerlach,_Armin_Laschet_Annegret_Kramp-Karrenbauer_(Hintergrund_retuschiert).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Christine Lambrecht, Urheber US Secretary of Defense, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Christine_Lambrecht_220216-D-TT977-0386_(51885643496)_(cropped).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Boris Pistorius, Urheber Daniel Biskup, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Boris_Pistorius_(2019).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Aufstellung der Verteidigungsetats der BRD von 1953-2021 in % und in Bezug zum BIP: Quelle SIPRI, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Verteidigungsetat">Link siehe hier</a></p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Sind wir im Krieg?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2023 12:44:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Episode von Christine Lambrecht im Bundesverteidigungsministerium ist beendet, auch an hiesiger Stelle wurde über die Vorgeschichte berichtet (siehe Blog "Auf ein Neues"). Nun übernimmt der langjährige Innenminister der Landes Niedersachen das Amt. Und dieser sagte gleich bei seiner ersten Stellungnahme, die er gestern gegenüber der Presse alleine abgab Bemerkenswertes (Bundeskanzler Olaf Scholz meldete [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-6 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start" style="max-width:1144px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-5 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-6"><p>Die Episode von Christine Lambrecht im Bundesverteidigungsministerium ist beendet, auch an hiesiger Stelle wurde über die Vorgeschichte berichtet (siehe Blog &#8222;<a href="https://www.iverpetersen.de/2023/01/15/auf-ein-neues/">Auf ein Neues</a>&#8222;). Nun übernimmt der langjährige Innenminister der Landes Niedersachen das Amt. Und dieser sagte gleich bei seiner <a href="https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/Boris-Pistorius-wird-neuer-Verteidigungsminister,sendung1325960.html">ersten Stellungnahme</a>, die er gestern gegenüber der Presse alleine abgab Bemerkenswertes (Bundeskanzler Olaf Scholz meldete sich erst eine Minute später zu Wort):</p>
<p>&#8222;&#8230; Das Verteidigungsministerium ist schon in zivilen, in Friedenszeiten eine große Herausforderung, und in Zeiten, in denen man als <strong>Bundesrepublik Deutschland an einem Krieg beteiligt</strong> ist, indirekt, noch einmal besonders. &#8230; &#8220;</p>
<p>Das waren recht klare Worte, die man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss. Denn mit diesem Satz sagt Pistorius gleich zu Beginn potentiell Bedeutendes: &#8222;Deutschland befindet sich im Krieg&#8220;. (Zumindest ist es daran beteiligt.) Und das kann nur bedeuten &#8222;im Krieg mit der Russischen Föderation unter seinem Staatspräsidenten Waldimir Putin.&#8220;</p>
<p>Man sollte in diesem Kontext daran erinnern, dass Putin´s Russland in Deutschland schon den einen oder anderen Kritiker hatte umbringen lassen. Erinnert sei an den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mordfall_Selimchan_Changoschwili">Mord im Tiergarten</a>. Und auch eine andere Person, die für eine demokratische Entwicklung Russlands von großer Bedeutung ist, und der Deutschland Schutz und Hilfe gewährt hatte, wurde gleich nach seiner Rückkehr nach Russland inhaftiert, in einem Scheinprozess zu Gefängnishaft verurteilt und sitzt seit nunmehr 2 Jahren hinter Gittern. Die Rede ist natürlich von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Anatoljewitsch_Nawalny">Alexei Nawalny</a> (siehe auch Blog &#8222;<a href="https://www.iverpetersen.de/2022/02/04/herren-der-ringe/">Herren der Ringe</a>&#8222;).</p>
<p>In den Medien wird in den letzten Monaten über eine ungewöhnliche <a href="https://www.fr.de/politik/russland-ukraine-weihnachten-mysterioese-umstaende-putin-krieg-92002544.html">Todesserie russischer Persönlichkeiten</a> berichtet, die nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine einsetzte.  Man muss es offen benennen. Wladimir Putin tötet, verletzt und inhaftiert Menschen, die ihm gefährlich werden können, er führt Kriege, um an der Macht zu bleiben, tritt  Persönlichkeitsrechte mit den Füßen, manipuliert das Rechtssystem und ist insofern im Krieg gegen den demokratischen Rechtsstaat, wie er in Deutschland und anderen Ländern Europas praktiziert wird. Russland unter Putin befindet sich im Krieg gegen die Demokratien westlicher Coleur. Doch wird das von ihm natürlich so nicht gesagt. Der Krieg in der Ukraine, dem bereits mehrere 10.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, ist nach seiner Wortwahl nur eine &#8222;(legitime) militärische Spezialoperation&#8220;.</p>
<p>Wladimir Putin spielt ein falsches Spiel und das ziemlich gut. Insofern stellt sich die Frage, wie man am besten auf das Verhalten von Putin und Russland reagiert. Dabei ist es aus hiesiger Sicht besser, keinen Krieg auszurufen oder eine Rhetorik zu pflegen, die so etwas nahe legen könnte. Das bedeutet aber nicht, dass man sich bzgl. der Unterstützung der Ukraine nicht klar positioniert und dem Land alle Hilfe zukommen lässt, die es benötigt, auch militärisch.</p>
<p>Deutschland und Europa dürfen sich das russische Vorgehen nicht gefallen lassen. Die Briten, in deren Land Wladimir Putin schon mehr Menschen hat beseitigen lassen als hierzulande, sind in ihrer Haltung im Vergleich zu Deutschland sehr viel eindeutiger. Auch die US-Amerikaner stehen ohne wenn und aber zu den Ukraine. Nur der ehemalige <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/hamburger-zeit-von-olaf-scholz-er-war-anti-kapitalist-laenderreport-dlf-kultur-c606bc05-100.html">&#8222;Stamokap&#8220; Scholz</a> ist offenbar noch nicht bereit, ganz von seinen (jugendlichen) sozialistischen Überzeugungen abzurücken und sich eindeutiger gegenüber Russland und Wladimir Putin zu positionieren. Es mag dafür Gründe geben. Doch müssen er und Deutschland mittlerweile aufpassen, dass sie sich mit dieser Haltung nicht in Europa und der westlichen Welt isolieren.</p>
<p>Es wird interessant werden zu sehen, was Boris Pistorius mit dieser Aussage meinte. Womöglich ist sie ihm nur rausgerutscht bei der Beschreibung der Aufgabe, der er sich nun stellen muss/darf. Doch wenn das nur ein &#8222;sprachlicher Ausrutscher&#8220; gewesen sein sollte, kann man diesen als Hinweis werten, dass er als &#8222;Politikprofi aus der Provinz&#8220; womöglich noch nicht das notwendige Gespür für die spitzen Ohren und die seismographischen Detektoren in der Bundeshauptstadt Berlin besitzt. Hier wird jedes Wort, jedes Geste, jede Unbedachtsamkeit wahrgenommen und in der journalistischen und politischen Debatte ausgeschlachtet.</p>
<p>Die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium brauchen eine kompetente, verlässliche und stabile Führungskraft. Das ist Boris Pistorius zweifellos. Doch in der Politik gehört ebenso die bedachte und wohl dosierte rhetorische Kommunikation dazu. Und das ist eine Kompetenz, an der schon so manche Politiker (vor ihm) gescheitert sind.</p>
<p>Für die Erledigung seiner schweren Aufgabe sei ihm daher von Weimar aus gewünscht: &#8222;Ein glückliche Hand und und eine besonnene Sprache&#8220;.</p>
<p>Bildquelle:</p>
<p>Boris Pistorius, Urheber: Daniel Biskup, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Boris_Pistorius_(2019).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Auf ein Neues</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2023 18:09:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[FDP Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[oder „Impressionen aus der Hauptstadt vor der nächsten Wahl“ Die Jahreswende ist geschafft. Wir sind im Jahr 2023 angekommen und es sei allen Leserinnen und Lesern an dieser Stelle noch ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr gewünscht! Der Jahreswechsel war ja schon recht turbulent. Nun, das Positive vorweg: Es gab keine schweren Erdbeben [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-7 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start" style="max-width:1144px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-6 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-7"><p>oder <strong>„Impressionen aus der Hauptstadt vor der nächsten Wahl“</strong></p>
<p>Die Jahreswende ist geschafft. Wir sind im Jahr 2023 angekommen und es sei allen Leserinnen und Lesern an dieser Stelle noch ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr gewünscht!</p>
<p>Der Jahreswechsel war ja schon recht turbulent. Nun, das Positive vorweg: Es gab keine schweren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Bam_2003">Erdbeben wie am 26.12.2003 im Iran</a> mit über 31.000 Toten oder dem Tsunami nach dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_im_Indischen_Ozean_2004">Seebeben am 26.12.2004 im Indischen Ozean</a>, dem insgesamt mehr als 210.000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen, darunter auch 2.000 ausländische Touristen u.a. aus Deutschland, die dort ein sonniges und warmes Weihnachtsfest bzw. den Jahreswechsel erleben wollten.</p>
<p>Doch dafür starb kurz vor Jahreswende, am Silverstertag, der ehemalige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XVI.">Papst Benedikt XVI</a>., Kardinal Joseph Ratzinger (1927-2022). Er wurde als (intellektueller) &#8222;Bewahrer&#8220; des katholischen Glaubens gewürdigt. Doch kann man in ihm auch das Sinnbild eines verkrusteten Katholizismus erblicken, der nicht Willens und in der Lage war, dieser Glaubensrichtung eine moderne, zukunftsgewandte Perspektive zu bieten.</p>
<p>Und die Bundesverteidigungsministerin (der SPD), Christine Lambrecht, &#8222;profilierte&#8220; sich gleich zu Beginn des neuen Jahres mit einer  verunglückten <a href="https://www.t-online.de/tv/nachrichten/politik/id_100104790/lambrecht-blamiert-sich-mit-video.html">Video-Botschaft</a> vor dem Hintergrund eines Silvester-Feuerwerks mit viel Geknalle und Geböller. Auch bei dem Autor dieser Zeilen hatte die Silvesternacht eine gewisse Assoziation mit dem Ukrainekrieg hervorgerufen. Doch sind dies zwei ganz unterschiedliche Wirklichkeiten, die außer dem Krach wirklich nichts miteinander zu tun haben. Vor einer solchen Kulisse seine Botschaft zu einem Krieg in Europa an deutsche Soldatinnen und Soldaten oder die interessierte deutsche Bevölkerung zu richten, kann man als &#8222;Geschmacksverirrung&#8220; geißeln. Doch ob dies für Rücktrittsforderungen taugt, wie von CDU und CSU recht massiv angemahnt, sei an dieser Stelle dahin gestellt.</p>
<p>Einen treffenden (Nicht-) Kommentar gab dazu der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andrij_Melnyk_(Diplomat)">Andrij Melnyk</a>, ab. Er lebt mittlerweile wieder nahe seiner Hauptstadt Kiew und kümmert sich als stellvertretender Außenminister um die Beziehungen zu den USA und die Waffenlieferungen in sein Land. Von dem DLF-Moderator Thielko Grieß in einem <a href="https://www.ardaudiothek.de/episode/interviews-deutschlandfunk/waffen-fuer-die-ukraine-andrej-melnyk-ich-hoffe-dass-deutschland-nachlegt/deutschlandfunk/12239663/">Interview am 04.01.2023</a> auf seine Meinung zu diesem Vorgang angesprochen, antwortete er nur „Die Ukrainer haben im Augenblick andere Probleme“.</p>
<p>Danach erläuterte er, welche (Waffen-) Unterstützung die Ukraine von Deutschland erwartet. Und das war natürlich eine deutliche Botschaft an den bisher eher zurückhaltenden Bundeskanzler Olaf Scholz (und seine Verteidigungsministerin Christine Lambrecht) bzgl. Lieferung von Kampfpanzern an sein Land. Scholz drängte diesbezüglich stets auf eine &#8222;internationale Lösung&#8220;. Doch während es so vor sich hin &#8222;löste/döste&#8220;, schufen die USA und zuletzt auch Frankreich Fakten mit der Lieferung der avisierten Lieferung des <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-01/ukraine-ueberblick-ereignisse-panzer-usa-orthodoxe-kirche?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F">Schützenpanzers vom Typ Bradley</a> bzw. <a href="https://taz.de/Frankreichs-Panzer-fuer-die-Ukraine/!5907054/">leichten Kampfpanzers AMX-10 RC</a></p>
<p>Deutschland wird nun wohl nachziehen müssen. Und vielleicht wird es dann ja dazu kommen, was an hiesiger Stelle bereits zu Ostern 2022 gemutmaßt wurde: Die Lieferung des Kampfpanzers Leopard an die Ukraine (siehe <a href="https://www.iverpetersen.de/2022/04/15/osterruhe/">Blog &#8222;Osterruhe&#8220;</a>. Wie es aussieht, wird der Krieg leider noch eine Zeitlang fortgesetzt werden und die Ampelkoalition wird sich weiterhin dazu positionieren müssen. Kluges Regierungshandeln der Ampel-Koalition ist gefragt. Gleichzeitig stehen weitere Herausforderungen im Jahr 2023 an. Und dabei handelt es sich um die Bewältigung der Wahlen im Jahr 2023. Sie werden vermutlich so manchen Spaltpilz für die Ampel-Koalitionäre bereit halten.</p>
<p>Als erstes ist die Wiederholungswahl des 19. Berliner Abgeordnetenhauses zu bewältigen. Sie soll am 12. Februar stattfinden, doch scheint das offenbar noch nicht ganz sicher zu sein. Zu den Gründen wurde an dieser Stelle bereits Stellung bezogen, siehe Blog „<a href="https://www.iverpetersen.de/2022/04/22/still-ruht-der-see/">Still ruht der See &#8230; Und weiter wirkt die Wahl</a>“. Ob die Nachwahl wirklich besser verlaufen wird, ist leider noch nicht ausgemacht, sind doch bereits die ersten gefälschten Briefwahlzettel aufgetaucht.</p>
<p>Dieses Wahlchaos schadet wohl zuallererst &#8230; der SPD und ihrer Spitzenkandidatin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franziska_Giffey">Franziska Giffey</a>. Die hatte versprochen, dass die Neuwahl (unter ihrer Ägide) ohne Pannen ablaufen werde. Da wird womöglich so mancher Bezirksbürgermeister, der nicht der SPD angehört, eine Chance wittern, der guten Franziska eins auszuwischen. Ihre Rolle ist die schwierigste, sie kann eigentlich nur verlieren.</p>
<p>Für die Linke ist es im wahrsten Sinne eine  &#8222;Schicksals-Wahl&#8220;, droht sie doch in einer ihrer (wenigen) Hochburgen weiter abzusacken. Die CDU ist eher unauffällig plakatiert mit ihrem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kai_Wegner">Spitzenkandidaten Kai Wegner</a>. Dagegen sind die anderen Parteien Plakat-technisch in Berlin Mitte schon recht ordentlich unterwegs mit mehr oder weniger auffälligen und sinnhaften Wahlsprüchen (siehe Bilder). Die Hauptlast des Wahlkampfes tragen mal wieder &#8230; Die Straßenleuchten und diejenigen, die die Plakate daran befestigen müssen/dürfen. An der Höhe, in der die jeweiligen Plakate angebracht sind, meint man die Gefahr ablesen zu können, dass die Plakate von Vandalen wieder abgerissen oder verunstaltet werden.</p>
<p>Insgesamt kann man in Berlin Mitte im Umkreis von wenigen Hundert Meter die Spannungen zwischen den Parteien in Deutschland, aber auch die Spannungen in der Welt recht unmittelbar spüren. Das ist aktuell insbesondere vor der Russischen Botschaft Unter den Linden zu erfahren. Dagegen ist es in der Neuen Synagoge, dem <a href="https://centrumjudaicum.de/">Centrum Judaicum</a>, in der Oranienburger Straße eher ruhig, auch wenn hier immer noch Absperr-Gitter Anwendung finden (siehe Bilder).</p>
<p>Für die FDP ist die Ausgangslage bei der Wahl nicht ganz einfach, denn es gilt, den negativen Trend der letzten Wahlen in 2022 umzukehren. Aktuell bekommt man den Eindruck, dass die FDP zum „Müllabladeplatz“ der Ampel-Koalition geworden ist. Mit welchen Missbilligungen und Angriffen die Partei zu kämpfen hat, kann man physisch an der Berliner Parteizentrale, dem Hans-Dietrich-Genscher-Haus in der Reinhardt-Straße, erleben. Sie wurde offenbar zum Opfer einer Farbbeutel-Attacke (siehe Bilder).</p>
<p>Eher belustigend sind die Verkehrsschilder, die man vor dem Haus entdeckt. Denn die Zentrale liegt nicht nur an der Reinhardtstraße, sondern auch „Am Zirkus“. Zumindest führt diese kleine Straße, die vom Berthold-Brecht-Platz/der Spree zur Reinhardtstraße zieht, direkt auf die Parteizentrale zu.</p>
<p>Nun, auch andere Farbimpressionen lassen sich als FDP-kritisch deuten. So fallen am Berthold-Brecht-Platz die gelb gemalten Sitzbänke ins Auge, wie auch die orangefarbenen Plastikmülleimer. Droht der FDP etwas die Entsorgung in die (partei-) politische Mülltonne? Die Bemalung eines &#8222;Hopp-on, Hopp-off&#8220;-Buses mit den Parteifarben der FDP kann man ebenfalls als politische Bekundung deuten.</p>
<p>Gefahrenquellen für die FDP sind bei der Wahl nicht nur die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zum_Abgeordnetenhaus_von_Berlin_2021">bisherigen Parteien im Abgeordnetenhaus</a>, i.e. die SPD, Grüne, CDU, Linke, AfD. Zusätzlich gibt es mittlerweile im liberalen Parteienspektrum eine Konkurrentin, die VOLT-Partei. Sie hat sich gut sichtbar mit ihren Wahlplakaten direkt vor dem Hans-Dietrich-Genscher-Haus postiert. Doch ob es dieser Partei tatsächlich gelingt, so viel Spannung zu erzeugen, wie es ihr Name entspricht, bleibt abzuwarten.</p>
<p>Mit ihrem Spitzenkandidaten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Czaja">Sebastian Czaja</a> hat die Berliner FDP zumindest einen erfahren Wahlkämpfer an ihrer Spitze, der trotz seines jungen Alters ein erfahrener und gut etablierter Politiker ist. Er hatte die Partei bereits im letzten Wahlkampf geführt und im Endergebnis der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zum_Abgeordnetenhaus_von_Berlin_2021">Berliner-Abgeordnetenhaus-Wahl 2021</a> respektable 7,1 % der Stimmen erreicht. Das <a href="https://www.fdp.de/neu-waehlen-berlin">Wahlprogramm der Berliner FDP</a> findet sich <a href="https://www.fdp.de/neu-waehlen-berlin">hier</a>.</p>
<p>Ihm wird wohl auch von der Parteispitze jede Unterstützung zuteil kommen. Plakattechnisch sind die FDP und ihr Spitzenkandidat im Zentrum der Hauptstadt bereits gut plakatiert. (Dabei ist man allenfalls über die Positionierung des Plakates von Sebastian Czaja über dem Schild einer 30 km/h-Zone etwas irritiert, verbindet man mit der FDP nicht gerade Tempo-Limits auf deutschen Straßen).</p>
<p>Es sei Sebastian Czaja und seinem Team von Weimar aus viel Erfolg gewünscht bei seinem Wahlkampf und der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Es wird spannend werden.</p>
<p>Die weiteren <a href="https://www.bundeswahlleiter.de/service/wahltermine.html">Wahltermine in diesem Jahr</a> sind folgende:<br />
14. Mai 2023: Wahl der Bürgerschaft in Bremen und Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein<br />
8. Oktober 2023: Landtagswahl in Bayern<br />
Herbst 2023: Landtagswahl in Hessen</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Adel verpflichtet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jan 2023 11:47:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[Adel gedenkt.  Doch wem nur? Diese Frage stellte sich der Autor dieser Zeilen bei seinem heutigen Spaziergang rund um das Glücksberger Schloss, das halbmast beflaggt war (siehe Bild zu diesem Blog). Nun, die norwegische Flagge, wie zunächst gedacht, war es nicht. Und auch die schwedische sieht anders aus, wenn man sich einmal die Parade der [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Adel gedenkt. </strong></p>
<p>Doch wem nur? Diese Frage stellte sich der Autor dieser Zeilen bei seinem heutigen Spaziergang rund um das Glücksberger Schloss, das halbmast beflaggt war (siehe Bild zu diesem Blog). Nun, die norwegische Flagge, wie zunächst gedacht, war es nicht. Und auch die schwedische sieht anders aus, wenn man sich einmal die Parade der National-Flaggen mit dem skandinavischen Kreuz betrachtet (siehe zweites Bild zu dem Beitrag).</p>
<p>Insofern mögen die Leser selbst rätseln, was es mit der Halbmast-Beflaggung auf sich hat.</p>
<p>Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holstein-Sonderburg-Gl%C3%BCcksburg">Adelshaus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg</a>, kurz &#8222;Haus Glücksburg&#8220;, einer Nebenlinie des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Oldenburg">Gesamthauses Oldenburg</a>, mit so fast jeder Königsfamilie in Europa verwandt ist. Ja mehr noch, aus dieser kleinen Oldenburger Seitenlinie stammt sowohl das dänische als auch das norwegische Königshaus ab. Beide Königsfamilie werden noch heute von &#8222;Glücksburger Nachfahren&#8220; geführt.</p>
<p>Und das Ganze kam so. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_(Schleswig-Holstein-Sonderburg-Gl%C3%BCcksburg)">Herzog Friedrich Wilhelm von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg</a> (geb. 4. Januar 1785 in Lindenau bei Königsberg, gest. 17. Februar 1831 in Schloss Gottorf bei/in Schleswig) bekam von dem dänischen König Friedrich VI. seinen Titel im Jahr 1825 zugesprochen. Zuvor war er &#8222;nur&#8220; Mitglied des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck gewesen. Die Familie zog daraufhin in das Glücksburger Schloss.</p>
<p>Für Furore und den unglaublichen Erfolg seines Adelshauses sorgte dann allerdings das 6. Kind und der viertgeborene Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_IX.">Christian (1818-1906)</a> von Friedrich Wilhelm. Er war eins von insgesamt 10 Kindern, das nach Geburtsreihenfolge und Abstammung eigentlich keinerlei Aussichten hatte, jemals eine bedeutende Stellung in einem Königshaus zu erlangen. Doch es sollte anders kommen.</p>
<p>Benannt nach dem Cousin seiner Mutter, Christian Friedrich von Dänemark, dem späteren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_VIII.">König Christian VIII.</a> (1786-1848) von Dänemark, machte sich der junge Christian von Sonderburg-Glücksburg 1831 im zarten Alter von 13 Jahren auf an den dänischen Königshof. Zuvor war sein Vater gestorben und König <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_VI._(D%C3%A4nemark_und_Norwegen)">Friedrich VI. von Dänemark und Norwegen</a> (1768-1839) wurde sein Vormund.</p>
<p>Christian begann eine Ausbildung zum Heeresoffizier und ging an die Militärakademie Kopenhagen. 1836 wurde er zum Rittmeister der königlichen Leibgarde ernannt und hatte sich offenbar bald eine geschätzte Stellung am Hof erarbeitet. So kam es, dass er von Friedrich VI. anstelle seiner selbst 1837 zu den Krönungsfeierlichkeiten von Queen Victoria (1819-1901) nach England geschickt wurde. Er galt als ein potentieller Heiratskandidat für die noch ledige Königin.</p>
<p>Doch wie wir (in Thüringen) wissen, hatte nicht er sondern <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha">Albert von Sachsen-Coburg und Gotha</a> (1819-1861) &#8222;den Vogel abgeschossen&#8220; und Victoria im Jahr 1840 geehelicht. Christian muss seine Aufgabe gleichwohl nicht schlecht gemacht haben und wurde von Königin Victoria offenbar geschätzt. Denn so kam es, dass sich in dem sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Londoner_Protokoll_(1852)">Londoner Protokoll von 1852</a> die Europäischen Großmächte (Vereinigtes Königreich, Zweite Französische Republik, Russisches Kaiserreich, Königreich Preußen, Kaiserreich Österreich) mit den skandinavischen Mächten (Königreich Dänemark, Königreich Schweden) darauf einigten, Christian als Christian IX. zum König von Dänemark zu proklamieren. Zuvor war absehbar geworden, dass Friedrich VI. und Christian VIII. ohne männliche Nachkommen bleiben würden.</p>
<p>Christian IX. von Dänemark und seine Frau, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Louise_von_Hessen_(1817%E2%80%931898)">Louise von Hessen</a> (1817-1898), machte die Sache mit dem Kinderkriegen besser. Sie hatten zusammen insgesamt 6 Kinder, von denen der Älteste als späterer König Friedrich VIII. (1843-1912) den dänischen Königsthron fortführte. Die zweitältestes Tochter Alexandra (1844-1925) ehelichte König Eduard II. (1841-1910) und war ab 1901 Queen von Großbritannien und ab 1910 Königinmutter. Das 3. Kind, Wilhelm (1845-1913), wurde ab 1863 König Georg I. von Griechenland. Tochter Dagmar (Maria Fjodorowna, 1847-1928) wurde 1866 mit Zar Alexander III. (1845-1894) verheiratet. Tochter Thyra (1953-1933) ehelichte Prinz Ernst August (II.) von Hannover. Und der letzte Sohn Waldemar (1855-1939) fand 1885 in Frankreich seine Gemahlin, Prinzessin Marie d´Orléans (1865-1909). Man nannte Christian IX. insofern nicht ohne Grund den &#8222;Schwiegervater Europas“.</p>
<p>Die dänische Königin Margrethe II. von Dänemark (Jg. 1940) und der norwegische König Harald V. (Jg. 1937) sind Ur-Ur-Enkel von Christian IX. und seiner Frau Louise von Hessen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bildquellen:<br />
Nordische Flaggen: Urheber Alphathon, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nordic_cross_flags_of_Northern_Europe.svg">Link und Lizenz siehe hier</a>.<br />
König Christian IX. von Dänemark, Urheber: Public Domain, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kristian_9.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Königin Louise von Hessen, Urheber: Lafayette Studio, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Louise_of_Hesse-Kassel.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Königin Margrethe II. von Dänemark, Urheber: Johannes Jansson, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drottning_Margrethe_av_Danmark_crop.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
König Harald V. von Norwegen, Urheber: UKOM, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Harald_V_of_Norway_in_Slovenia_in_2011_(crop).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.</p>
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		<title>Immer heiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2023 17:20:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Weimar]]></category>
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					<description><![CDATA["Gott hilft weiter". Mit diesem Satz antwortete Prof. Christoph Stölzl (1944-2023), als er einmal in einem Interview nach seinen Lebensweisheiten befragt wurde. Seine 12-jährige Präsidentschaft der Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar endete erst im letzten Jahr., er übergab sein Amt an die amtierende Präsidentin Prof. Anne-Kathrin Lindig im Juni 2022. Jetzt ist er am 10. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Gott hilft weiter&#8220;.</strong></p>
<p>Mit diesem Satz antwortete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_St%C3%B6lzl">Prof. Christoph Stölzl</a> (1944-2023), als er einmal in einem Interview nach seinen Lebensweisheiten befragt wurde. Seine 12-jährige Präsidentschaft der Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar endete erst im letzten Jahr., er übergab sein Amt an die amtierende Präsidentin <a href="https://www.hfm-weimar.de/mitarbeiten/lehrende/lehre-detail?tx_jobase_pi3%5Baction%5D=orgadetail&amp;tx_jobase_pi3%5Bcontroller%5D=Elements&amp;tx_jobase_pi3%5BjoOrgaDetail%5D=87&amp;tx_jobase_pi3%5BjoRefererId%5D=220&amp;cHash=850fb11517c185fe0536132aad08211d">Prof. Anne-Kathrin Lindig</a> im Juni 2022. Jetzt ist er am 10. Januar diesen Jahres verstorben. Stölzl soll, zusammen mit seiner obigen Lebensweisheit, an dieser Stelle gewürdigt werden. Sie kennzeichnet diesen Mann, doch mag die Allegorie &#8222;heiter weiter&#8220; auch anderen als Lebensmotto für das gerade angebrochene Jahr 2023 dienen.</p>
<p>Nun, warum erscheint es angebracht, Christoph Stölzl an dieser Stelle zu gedenken?</p>
<p>Einerseits war er ein Weltbürger, der sich jedoch (am Ende seiner Karriere) der <a href="https://www.fdp-we.de/2022/01/30/die-europaeische-union-und-ihre-kulturhauptstaedte/">&#8222;Provinz&#8220;</a>, und in seinem Fall Thüringen und Weimar verschrieben hatte. Andererseits kann man ihn als modernen Vertreter einer Reihe von hochgebildeten Personen betrachten, die aus der Provinz weit hinaus in die Welt gewirkt haben. Bei ihm als Historiker mit Schwerpunkt auf der deutsch-österreichisch-ungarischen Geschichte war dies die Einsicht in die Vergangenheit der deutsch-sprachigen &#8222;Vielvölkerstaaten&#8220; und deren Verbindung zur jüdisch-israelischen Geschichte. Daneben war es aber auch sein Ausflug in die Politik, die einer Erwähnung verdient.</p>
<p>Allgemein bekannt ist die Tatsache, dass Christoph Stölzl im April 2000 auf Vorschlag der CDU zum Berliner Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur gewählt wurde (im schwarz-roten Senat Diepgen V). Daraufhin trat er in die CDU ein und wurde sogar in den Jahren 2002-2003 Landesvorsitzender der CDU. Zuvor war Christoph Stölzl jedoch Mitglied der FDP und in den Jahren 1989/90 sogar der stellvertretende FDP-Landesvorsitzende in Berlin.</p>
<p>Nun, es ließe sich sicher viel mehr über ihn sagen. Doch sei an dieser Stelle auf andere Nachrufe verwiesen, wie etwa den im <a href="https://www.mdr.de/kultur/musik/weimar-musikhochschule-christoph-stoelzl-tot-100.html">MDR</a>, der <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/christoph-stoelzls-geschichtspolitisches-vermaechtnis-18597433.html">FAZ</a>, der <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/exilmuseum-villa-grisebach-hochschule-fuer-musik-hanns-eisler-hochschule-fuer-musik-franz-liszt-berlin-1.5730625">Süddeutschen Zeitung</a> oder dem <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/sympathischer-magnet-der-berliner-kulturmanager-und-politiker-christoph-stolzl-ist-gestorben-9160575.html">Tagesspiegel</a>. Er soll hier vielmehr beispielhaft genannt werden für die Personen von Geist und Musik, die Weimar und Thüringen Gesicht und Gewicht in der Welt gegeben haben. Denn es waren weniger militärische Stärke und imperiale Macht, die von diesem Landstrich ausgingen, sondern vielmehr (schön)geistige, philosophische, spirituelle und musikalische Strömungen, die sich von hier weit in die Welt hinaus ausbreiteten und zum Teil zu Wellen, Fluten und bisweilen zu wahren Tsunamis entwickelten.</p>
<p>Genannt werden muss in diesem Zusammenhang natürlich der Protestantismus und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther">Martin Luther</a> (1483-1546), dem als Mönch im Erfurter Kloster seine Erleuchtung kam, der in der Wartburg bei Eisenach die erste deutschsprachige Übersetzung der Bibel vollendete, und der nicht nur den evangelisch-lutherischen Glauben begründete, sondern quasi zum Spiritus rector sämtlicher reformierten Glaubensrichtungen der christlichen Religionen weltweit wurde.</p>
<p>Dann ist es auch nicht weit zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach">Johann Sebastian Bach</a> (1685-1750), seinem kongenialen Nachfahren in der Musik, der dem (reformierten) Glauben zuerst in Mitteldeutschland und später weltweit Stimme und Klang verlieh. Ein paar der Geistesgrößen, die in Thüringen und Weimar ihr Leben gefristet haben, sei in Form der Bildergalerie zu diesem Blog gedacht. Es sind vorrangig Männer. Doch sollen auch zwei wichtige Frauen dargestellt werden.</p>
<p>Herzogin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Amalia_von_Braunschweig-Wolfenb%C3%BCttel">Anna Amalia von Wolfenbüttel-Braunschweig</a> (1739-1807) lebte zeitgleich mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Herder">Johann Gottfried (von) Herder</a> (1744-1803), dem Aufklärer und Superintendenten der Kirche St. Peter und Paul, und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Martin_Wieland">Christoph Martin Wieland</a> (1733-1813). Letzteren hatte sie zur Ausbildung ihres Sohnes, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_August_(Sachsen-Weimar-Eisenach)#:~:text=September%201757%20in%20Weimar%3B%20%E2%80%A0,Er%20entstammte%20dem%20Haus%20Wettin.">Herzog Carl August</a> (1757-1828), dem späteren Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, nach Weimar geholt. Damit begründete sie eigentlich die „Weimarer Klassik“. Wieland war übrigens der einzige des &#8222;4-Gestirns&#8220; der Weimarer Klassik, der sich nicht von seinem Herzog nobilitieren ließ.</p>
<p>Die zweite prägende Frau war <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Pawlowna">Maria Pawlowna Romanowa</a> (1786-1858), die Tochter des russischen Zaren Paul I. (1754-1801) und Gattin von Großherzog Carl-Friedrich (1783-1853). Mit ihr zog nochmals internationales Flair in Weimar ein und es kamen zu ihren Lebzeiten weitere Künstlerpersönlichkeiten, wie etwa Franz Liszt (1811-1886), nach Weimar und Thüringen. Hier schließt sich wieder der Kreis zu Christoph Stölzl, dessen letztes Amt die Leitung der Musikhochschule war, die seinen Namen trägt. Ihm, dem Mann der Kultur und Wissenschaft, mag die Nennung in diesem Reigen von Personen, eine angemessene Würdigung sein.</p>
<p>PS: Die fortbestehende Verbindung des hiesigen Landstriches mit dem Osten lässt sich aktuell auch an der Aufnahme von Künstlern und ganzen Orchestern im hiesigen Bundesland ablesen. Es sei in diesem Kontext auf das heute stattfindende Neujahrskonzert der Philharmonie Kiew in dem Kultur- und Kongresszentrum von Gera hingewiesen.</p>
<p>Bildquellen:</p>
<p>Christoph Stölzl: Quelle CDU/Konrad-Adenauer-Haus, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Christoph_St%C3%B6lzl.jpg">Quelle und Lizenz siehe dieser Link</a>.<br />
Emblem der Franz-Liszt-Musikhochschule, Urheber: Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:HFM-Weimar-Logo.svg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar: Urheber Dundak, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hochschule_f%C3%BCr_Musik_Franz_Liszt_Weimar#/media/Datei:Hochschule_f%C3%BCr_Musik_Franz_Liszt_Weimar.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.<br />
Friedrich von Schiller: <a href="http://Von &amp;lt;a href=&amp;quot;https://en.wikipedia.org/wiki/de:Anton_Graff&amp;quot; class=&amp;quot;extiw&amp;quot; title=&amp;quot;w:de:Anton Graff&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span title=&amp;quot;Schweizer Maler&amp;quot;&amp;gt;Anton Graff&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/a&amp;gt; - Theo Piana: Friedrich Schiller. Volksverlag, Weimar 1957., Gemeinfrei, &lt;a href=&quot;https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5728955&quot;&gt;Link&lt;/a&gt;">Link siehe hier</a><br />
Johann Wolfgang von Goethe, Urheber: Karl Josef Stieler (1781-1858), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann_Wolfgang_von_Goethe_(Josef_Stieler).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Johann Gottfried von Herder, Urheber: Anton Graf (1736-1813), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Johann_Gottfried_Herder_2.jpg">Link siehe hier</a><br />
Christoph Martin Wieland, Urheber: Gerhard von Kügelgen (1772-1820), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wieland_by_K%C3%BCgelgen.jpg">Link siehe hier</a>.<br />
Martin Luther, Urheber: Lucas Cranach der Ältere (1472-1553), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lucas_Cranach_d.%C3%84._(Werkst.)_-_Portr%C3%A4t_des_Martin_Luther_(Lutherhaus_Wittenberg).jpg">Link siehe hier</a><br />
Lucas Cranach ( Das Bild stammt aus dem Jahr 1524, Urheber: Albrecht Dürer (1471-1528), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lucas_Cranach_der_%C3%84ltere#/media/Datei:Duerer-cranach-1524.jpg">Link siehe hier</a>.<br />
Johann Sebastian Bach, Urheber: Elias Gottlob Haußmann (  ), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann_Sebastian_Bach.png">Link siehe hier</a><br />
Franz Liszt. Fotographie von Franz Hanfstängl, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Franz_Liszt#/media/File:Liszt-1870.jpg">Link siehe hier</a>.<br />
Anna Amalia von Johann Friedrich August Tischbein, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Amalia_von_Braunschweig-Wolfenb%C3%BCttel#/media/Datei:Herzogin_Anna_Amalia_von_Sachsen-Weimar_und_Eisenach.jpg">Link siehe hier</a>.<br />
Maria Pawlowna (als Witwe 1858/59), Urheber: Friedrich Dürck, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Pawlowna#/media/Datei:Maria_Pavlovna_of_Saxe-Weimar-Eisenach_by_F.Durck.jpg">Link siehe hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Union oder Reich?</title>
		<link>https://iverpetersen.de/2022/12/31/union-oder-reich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Dec 2022 10:01:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[am gestrigen 30. Dezember vor 100 Jahren, 1922, fand die Gründung der Union der sozialistischen Sowjet-Republiken (UdSSR, kurz: Sowjetunion, Bezeichnung auf russisch: Союоз Советских Социалистических Республик, СССР: Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik, SSSR) im Moskauer Bolschoi-Theater statt. Anlässlich dieses Jahrestag soll einmal auf die obige Frage/Unterscheidung eingegangen werden. Sie hat insofern für uns Relevanz, als dass [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>am gestrigen 30. Dezember vor 100 Jahren, 1922, fand die Gründung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetunion#:~:text=Nach%20dem%20Sieg%20der%20Bolschewiki,wieder%20zu%20einem%20Staat%20vereinte.">Union der sozialistischen Sowjet-Republiken</a> (UdSSR, kurz: Sowjetunion, Bezeichnung auf russisch: Союоз Советских Социалистических Республик, СССР: Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik, SSSR) im Moskauer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bolschoi-Theater">Bolschoi-Theater</a> statt. Anlässlich dieses Jahrestag soll einmal auf die obige Frage/Unterscheidung eingegangen werden. Sie hat insofern für uns Relevanz, als dass wir Deutschen und die Europäer ebenfalls in einer Union leben, nämlich der  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Union">Europäischen Union</a> (EU).</p>
<p>Die Fragen, die aufgeworfen und behandelt werden sollen, lassen sich so formulieren:<br />
1.) War die Sowjetunion ein Reich (= Imperium) oder eine Union?<br />
2.) Was macht den „Unions-Charakter“ der EU aus?<br />
3.) Sollte die EU nicht besser ein „Reich/Imperium“ werden?</p>
<p>Diese Fragen haben vermutlich für viele Menschen einen suggestiven Unterton, da die Bezeichnungen „Union“ und „Reich“ im hiesigen Land mit positiven bzw. negativen Konnotationen verbunden sind. Dabei klingt das „Union“ für viele freundlicher und positiver als das Wort „Reich“, verbindet man doch gerade in Deutschland letzteres automatisch mit den Bezeichnungen „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Reich">Deutsches Reich</a>“ oder „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Reich">Drittes Reich</a>“, d.h. zwei Staatsformen, die letztlich grandios nach zwei verheerenden Weltkriegen gescheitert sind.</p>
<p>Bei den Briten ist dies vermutlich ganz anders, hängen doch viele noch dem „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Britisches_Weltreich">British Empire</a>“ nach. Die nostalgischen Gedanke an dieses Weltreich, das vor den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion die wichtigste Weltmacht war, hat wohl bei vielen von ihnen dazu beigetragen, dass sie sich für den Brexit und gegen die EU entschieden hatten. Und diese Einstellung wurde natürlich von verantwortungslosen (und unfähigen) Politikern gnadenlos befeuert. Doch kommen wir zur Beantwortung der ersten Frage.</p>
<p>ad 1) War die UdSSR eine Union oder ein Reich?</p>
<p>Betrachtet man sich das Vorgehen von Wladimir Putin im Ukrainekrieg und davor (siehe z.B. Blog &#8222;<a href="https://www.fdp-we.de/2022/02/24/es-ist-krieg/">Es ist Krieg</a>&#8222;) wie auch seine immer noch sehr große Unterstützung in der russischen Bevölkerung, so kann und muss man konstatieren, dass in der Selbstwahrnehmung der Russen (und so mancher Menschen in den ehemaligen „Unions-Staaten“ wie auch den angrenzten Staaten des sogenannten „Ostblocks“) es sich bei der UdSSR um ein Reich, sprich eine Weltmacht mit positiver Konnotation gehandelt hat.</p>
<p>Die 15 Länder/Mitglieder der UdSSR seien an dieser Stelle nach ihrer Größe (nach Bevölkerungszahl im Jahr 1991) genannt:</p>
<ol>
<li>Russische SSR</li>
<li>Ukrainische SSR</li>
<li>Usbekische SSR</li>
<li>Kasachische SSR</li>
<li>Aserbaidschanische SSR</li>
<li>Belarussische SSR</li>
<li>Georgische SSR</li>
<li>Tadschikische SSR</li>
<li>Kirgisische SSR</li>
<li>Moldauische SSR</li>
<li>Litauische SSR</li>
<li>Turkmenische SSR</li>
<li>Armenische SSR</li>
<li>Lettische SSR</li>
<li>Estnische SSR</li>
</ol>
<p>Zusammengehalten wurde diese „Union“ von der „gemeinsamen“ sozialistischen Grundüberzeugung, ihr Wahlspruch lautete „Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“ ( „Пролетарии всех стран, соединяйтесь! (Transkription: Proletarii wsech stran, sojedinjaites!).</p>
<p>Die Bezeichnung „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjet">Sowjet</a>“ bezog sich dabei einerseits auf die Bürger der Sowjetunion, andererseits auf die entsprechend bezeichneten Arbeiter-, Bauern- und Soldaten-Räte, die in den Jahren zwischen den Revolutionen von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Revolution_1905">1905</a> bis <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Revolution">1917</a> entstanden waren.</p>
<p>Es gab in den ersten Jahren nach der „<a href="https://www.fdp-we.de/2021/11/07/schicksalsmonat-november/">Oktober-Revolution</a>“ 1917 eine Diskussion, ob es überhaupt notwendig sei, in „Nationen“ zu denken, hatte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx">Karl Marx</a> (1818-1883) doch propagiert, dass der „Proletarier“ ein übernationaler Begriff sei, sprich der Begriff „Nation“ für ihn eine untergeordnete Bedeutung gegenüber dem verbindenden, sozialistischen Begriff des „Proletariat“ hatte, das sich vereinigen solle. Darin lag ja quasi der „revolutionäre“ Gedanke seiner (Staats-) Philosophie.</p>
<p>Interessanterweise waren es gerade die nicht-russischen Sowjet-Politiker der ersten Stunde, allen voran der Georgier <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin">Josef Stalin</a> (1878-1953),die für einen Weg plädierten, über die „Nationen“ ein sozialistisches Reich zu implementieren.  Dagegen waren die „wahren“ Sozialisten wie etwa <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Trotzki">Leo Trotzki</a> (1879-1940) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Iwanowitsch_Bucharin">Nicolai Bucharin</a> (1888-1938) dagegen. Stalin lies später die beiden wie auch die übrigen Mitglieder des 7-köpfigen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Politb%C3%BCro_der_Kommunistischen_Partei_der_Sowjetunion">Politbüros</a> des Jahres 1924 (außer natürlich ihm selbst) liquidieren.</p>
<p>Es war damals ein geschickter Schachzug der kommunistischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bolschewiki">Bolschewiki</a> und ihrer „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Armee">Roten Armee</a>“, im Gegensatz zu den konservativen Kräften und ihrer „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fe_Armee">Weißen Armee</a>“, dass sie es verstanden, die intellektuellen Führer in den einzelnen Nationen (und späteren Sowjetrepubliken) für ihre sozialistische Idee zu begeistern und sie machtpolitisch durch eine gewisse Eigenständigkeit ihrer Länder einzubinden. So behielten in der Sowjetunion alle Länder ihre eigene Amtssprache und sie hatten ihre eigene Hauptstadt.</p>
<p>In Selbstverständnis und  Machtausübung war die UdSSR zweifellos ein Reich, eine Supermacht. Doch in ihrem Gründungsakt handelte es sich gleichwohl um eine Union, die mit dem Einverständnis der Mitgliedsstaaten gegründet, aber auch wieder aufgelöst werden konnte. Und genau das passierte dann ja auch recht sang- und klanglos im Dezember 1991 im Rahmen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erkl%C3%A4rung_von_Alma-Ata_(1991)">Alma-Ata-Deklaration</a>. Alle Republiken wurden selbstständig. Die drei baltischen Republiken (Litauen, Lettland, Estland) gehören mittlerweile zur Europäischen Union.</p>
<p>Interessanterweise war erst der vierte Generalsekretär der KPDSU, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leonid_Iljitsch_Breschnew">Leonid Breschnew</a> (1906-1982, Generalsekretär ab 1964) ein Russe. Sein Vorgänger <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nikita_Sergejewitsch_Chruschtschow">Nikita Chruschtschow</a> (1894-1971) stammte aus der Ukraine/dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Donezbecken">Donzek-Becken</a>. Man kann insofern konstatieren, dass die UdSSR mit einem russischen Politiker (Breschnew) ihren Höhepunkt erreichte, aber auch unter russischer Führung (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Juri_Wladimirowitsch_Andropow">Juri Andropow</a>, 1982-1984;  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Ustinowitsch_Tschernenko">Konstantin Tschernenko</a> 1984-1985; und schließlich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Sergejewitsch_Gorbatschow">Michail Gorbatschow</a>, 1985-1991) ihren Untergang erlebte. Dass es nun dem Russen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Wladimirowitsch_Putin">Wladimir Putin</a> (Jg. 11952) gelingt, das Sowjetreich wieder neu erstehen zu lassen, erscheint unter diesem Aspekt äußerst unwahrscheinlich. Siehe auch Blog &#8222;<a href="https://www.fdp-we.de/2022/02/27/ueber-wladimir-und-wolodymyr/">Über Wladimir und Wolodymyr</a>&#8222;).</p>
<p>Rechtsnachfolger der UdSSR wurde die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Russland">Russische Föderation/Russland</a>, was dem Land unter anderem den Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen garantiert; ein Umstand, der vor kurzem von dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Frage gestellt wurde.</p>
<p>ad 2) Was macht den Unions-Charakter der EU aus?</p>
<p>Die Beantwortung dieser Frage wird unter anderem dadurch deutlich, dass man sich die Gegensätze zwischen der EU und der Sowjetunion vor Augen führt. Denn die EU ist zweifellos ein &#8222;freiwilliger Zusammenschluss&#8220; von Nationen. Im Gegensatz dazu, muss man, wie oben ausgeführt, die „Freiwilligkeit“ des Zusammenschlusses der Sowjetrepubliken zur UdSSR  in Frage stellen. Zumindest galt: „Wer einmal drin war, kam nicht wieder raus.“ Es bedurfte der Implosion der gesamten Union, damit sich die einzelnen Republiken „vom Acker“ machen konnten.</p>
<p>Das ist bei der EU anders, wie das Beispiel des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Austritt_des_Vereinigten_K%C3%B6nigreichs">Austritts des Vereinigten Königreiches (&#8222;Brexiit&#8220;)</a> belegt. Er erfolgte freiwillig und war (ohne Krieg) möglich. Gleichzeitig wurde in den Brexit-Verhandlungen aber auch deutlich, dass die EU nicht bereit ist, mit Aussteigern allzu freundlich umzugehen. Das Ziel der Verhandlungen, die auf EU-Seite von dem Franzosen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Barnier">Michel Barnier</a> (Jg. 1951) geführt wurden, war es offensichtlich, eine „Abschreckungs-Szenario“ für andere Austrittskandidaten in der EU zu entwickeln. Ob das auf Dauer dem Gedanken einer „Union“, d.h. eines freiwilligen Zusammenschlusses von Ländern zu Gute kommt, wird sich zeigen.</p>
<p>Denn letztlich war und ist ja genau dies das Ziel der EU: Der freiwillige Zusammenschluss von Nationen zur Aufrecht- und Beibehaltung eines friedlichen Europas, das auf gemeinsamen Werten basiert (bei nur leicht eingeschränkter staatlicher Souveränität).  Die EU war vorrangig ein Friedensprojekt mit dem Ziel, Krieg auf Europäischem Boden ein für allemal zu verhindern, waren doch von diesem Kontinent die beiden Weltkriege ausgegangen, Und als Vehikel zur Erreichung dieses Ziels dienen die Werte Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und nicht zu vergessen eine einheitliche und freie Handelszone.</p>
<p>Es scheint sinnvoll, immer mal wieder daran zu erinnern. Ein „Europäisches Reich“ hatte wohl keines der mittlerweile 27 Mitgliedsstaaten im Sinn, als es der EU beitrat. Dies sollte man bedenken bei der Diskussion über Mehrheitsentscheidungen etc. in der EU.</p>
<p>Ad 3) Sollte die EU nicht besser ein Reich/ein Imperium werden?</p>
<p>Dies ist unter Berücksichtigung der obigen Ausführungen eine rhetorische Frage. Sie soll im Wesentlichen die Widersinnigkeit solcher Überlegungen offenlegen. Die Umsetzung dieses Gedankens wäre aus hiesiger Sicht der Kern des Scheitern des Projektes der Europäischen Union. Gleichzeitig mag er aber auch die Schwachpunkte der EU offenlegen. Denn es ist ja auch die Verweigerung der EU bzw. ihrer Mitgliedsstaaten, ein geopolitische Machtposition einzunehmen, die von Ländern wie den USA oder der Volksrepublik China als Schwäche ausgelegt wird. In der Tat bedarf es bisweilen wohl eines entschiedeneren Auftretens der EU, um sich als weltpolitischer Akteur besser in Szene zu setzen. Europa und die EU verkaufen sich aus hiesiger Sicht aktuell „unter Wert“, wenn man seine wirtschaftlichen und „ideologischen“ Potentiale betrachtet. Auch militärisch könnte die EU wohl deutlich stärker auftreten, wenn es eine größere Bereitschaft zur Kooperation gäbe.</p>
<p>Gleichzeitig kann man an dem Brexit das Problem einer vertieften militärischen Integration dingfest machen. Denn im Falle eines Austritts aus der EU stellt sich natürlich automatisch die Frage: „Was passiert mit den militärischen Einsatzkräften und Waffen, die man einer „Europäischen Verteidigungs-Armee“ zur Verfügung stellt?“</p>
<p>Und diese Frage stellt sich natürlich ebenso, wenn in einem EU-Land ein Regierungswechsel ansteht, der die bisherige Zusammenarbeit und den Zusammenhalt in der EU in Frage stellt. Leider wird in vielen EU-Ländern mit „Europäischen Themen“ nationale Politik betrieben. Und das untergräbt natürlich die Schlagkraft und Glaubwürdigkeit der EU als Ganzes.</p>
<p>Die Frage, auf welchem Gebiet und wie die Integration der EU vorangetrieben werden sollte, verlangt insofern höchstes politisches Fingerspitzengefühl und viel politisches Geschick. Vermutlich wäre es bzgl. eines Fortschreitens der Integration sinnvoll, zunächst auf den Gebieten voranzuschreiten, auf denen bereits eine gewisse Einheitlichkeit besteht. Und das ist insbesondere auf dem Handels- und Währungs-politischen Feld (Euro, EZB, Handels-Union) aber auch dem militärischen Gebiet (NATO, Europäische Eingreiftruppen, etc.) der Fall.</p>
<p>In Anbetracht des Ukraine-Kriegs und der globalen Herausforderungen, aber auch der Spannungen auf dem Balkan, ist man am Übergang zu einem neuen Jahr geneigt auszurufen: „Europäische Union: Schreite mutig voran.“ In jedem Fall sei am Ende der Wunsch formuliert, dass (das Friedensprojekt) die EU länger Bestand habe als die Sowjetunion.</p>
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<p>Bildquellen und Anregungen zu diesem Blog:</p>
<p>Flagge der Sowjetunion: Von СССР &#8211; http://pravo.levonevsky.org/. Construction sheet: Construction sheet of the flag of the Soviet Union.png., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=343687</p>
<p>Sowjetische Republiken (nach alphabetischer Reihenfolge): siehe folgender <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:USSR_Republics_Numbered_Alphabetically.png">Link</a></p>
<p>Flagge der EU: User:Verdy p, User:-xfi-, User:Paddu, User:Nightstallion, User:Funakoshi, User:Jeltz, User:Dbenbenn, User:Zscout370, Public domain, via Wikimedia Commons, siehe https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flag_of_Europe.svg</p>
<p>British Empire: Urheber The Red Hat of Pat Ferrick, Public domain, via Wikimedia Commons, siehe https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_British_Empire.png</p>
<p>Erklärungen des Historikers <a href="https://www.geschichte.hu-berlin.de/de/bereiche-und-lehrstuehle/geosteuropas/geschichte-osteuropas-1/personen/1683840">Prof. Jörg Barberowski</a> zu <a href="https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/mediathek/die-gruendung-der-sowjetunion-was-war-der-kommunismus-wir-fragen-joerg-baberowski">Gründung der Sowjetunion</a></p>
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