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	<title>Thüringen &#8211; Iver Petersen</title>
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	<title>Thüringen &#8211; Iver Petersen</title>
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		<title>Adel verpflichtet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jan 2023 11:47:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[Adel gedenkt.  Doch wem nur? Diese Frage stellte sich der Autor dieser Zeilen bei seinem heutigen Spaziergang rund um das Glücksberger Schloss, das halbmast beflaggt war (siehe Bild zu diesem Blog). Nun, die norwegische Flagge, wie zunächst gedacht, war es nicht. Und auch die schwedische sieht anders aus, wenn man sich einmal die Parade der [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Adel gedenkt. </strong></p>
<p>Doch wem nur? Diese Frage stellte sich der Autor dieser Zeilen bei seinem heutigen Spaziergang rund um das Glücksberger Schloss, das halbmast beflaggt war (siehe Bild zu diesem Blog). Nun, die norwegische Flagge, wie zunächst gedacht, war es nicht. Und auch die schwedische sieht anders aus, wenn man sich einmal die Parade der National-Flaggen mit dem skandinavischen Kreuz betrachtet (siehe zweites Bild zu dem Beitrag).</p>
<p>Insofern mögen die Leser selbst rätseln, was es mit der Halbmast-Beflaggung auf sich hat.</p>
<p>Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holstein-Sonderburg-Gl%C3%BCcksburg">Adelshaus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg</a>, kurz &#8222;Haus Glücksburg&#8220;, einer Nebenlinie des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Oldenburg">Gesamthauses Oldenburg</a>, mit so fast jeder Königsfamilie in Europa verwandt ist. Ja mehr noch, aus dieser kleinen Oldenburger Seitenlinie stammt sowohl das dänische als auch das norwegische Königshaus ab. Beide Königsfamilie werden noch heute von &#8222;Glücksburger Nachfahren&#8220; geführt.</p>
<p>Und das Ganze kam so. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_(Schleswig-Holstein-Sonderburg-Gl%C3%BCcksburg)">Herzog Friedrich Wilhelm von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg</a> (geb. 4. Januar 1785 in Lindenau bei Königsberg, gest. 17. Februar 1831 in Schloss Gottorf bei/in Schleswig) bekam von dem dänischen König Friedrich VI. seinen Titel im Jahr 1825 zugesprochen. Zuvor war er &#8222;nur&#8220; Mitglied des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck gewesen. Die Familie zog daraufhin in das Glücksburger Schloss.</p>
<p>Für Furore und den unglaublichen Erfolg seines Adelshauses sorgte dann allerdings das 6. Kind und der viertgeborene Sohn <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_IX.">Christian (1818-1906)</a> von Friedrich Wilhelm. Er war eins von insgesamt 10 Kindern, das nach Geburtsreihenfolge und Abstammung eigentlich keinerlei Aussichten hatte, jemals eine bedeutende Stellung in einem Königshaus zu erlangen. Doch es sollte anders kommen.</p>
<p>Benannt nach dem Cousin seiner Mutter, Christian Friedrich von Dänemark, dem späteren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_VIII.">König Christian VIII.</a> (1786-1848) von Dänemark, machte sich der junge Christian von Sonderburg-Glücksburg 1831 im zarten Alter von 13 Jahren auf an den dänischen Königshof. Zuvor war sein Vater gestorben und König <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_VI._(D%C3%A4nemark_und_Norwegen)">Friedrich VI. von Dänemark und Norwegen</a> (1768-1839) wurde sein Vormund.</p>
<p>Christian begann eine Ausbildung zum Heeresoffizier und ging an die Militärakademie Kopenhagen. 1836 wurde er zum Rittmeister der königlichen Leibgarde ernannt und hatte sich offenbar bald eine geschätzte Stellung am Hof erarbeitet. So kam es, dass er von Friedrich VI. anstelle seiner selbst 1837 zu den Krönungsfeierlichkeiten von Queen Victoria (1819-1901) nach England geschickt wurde. Er galt als ein potentieller Heiratskandidat für die noch ledige Königin.</p>
<p>Doch wie wir (in Thüringen) wissen, hatte nicht er sondern <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_von_Sachsen-Coburg_und_Gotha">Albert von Sachsen-Coburg und Gotha</a> (1819-1861) &#8222;den Vogel abgeschossen&#8220; und Victoria im Jahr 1840 geehelicht. Christian muss seine Aufgabe gleichwohl nicht schlecht gemacht haben und wurde von Königin Victoria offenbar geschätzt. Denn so kam es, dass sich in dem sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Londoner_Protokoll_(1852)">Londoner Protokoll von 1852</a> die Europäischen Großmächte (Vereinigtes Königreich, Zweite Französische Republik, Russisches Kaiserreich, Königreich Preußen, Kaiserreich Österreich) mit den skandinavischen Mächten (Königreich Dänemark, Königreich Schweden) darauf einigten, Christian als Christian IX. zum König von Dänemark zu proklamieren. Zuvor war absehbar geworden, dass Friedrich VI. und Christian VIII. ohne männliche Nachkommen bleiben würden.</p>
<p>Christian IX. von Dänemark und seine Frau, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Louise_von_Hessen_(1817%E2%80%931898)">Louise von Hessen</a> (1817-1898), machte die Sache mit dem Kinderkriegen besser. Sie hatten zusammen insgesamt 6 Kinder, von denen der Älteste als späterer König Friedrich VIII. (1843-1912) den dänischen Königsthron fortführte. Die zweitältestes Tochter Alexandra (1844-1925) ehelichte König Eduard II. (1841-1910) und war ab 1901 Queen von Großbritannien und ab 1910 Königinmutter. Das 3. Kind, Wilhelm (1845-1913), wurde ab 1863 König Georg I. von Griechenland. Tochter Dagmar (Maria Fjodorowna, 1847-1928) wurde 1866 mit Zar Alexander III. (1845-1894) verheiratet. Tochter Thyra (1953-1933) ehelichte Prinz Ernst August (II.) von Hannover. Und der letzte Sohn Waldemar (1855-1939) fand 1885 in Frankreich seine Gemahlin, Prinzessin Marie d´Orléans (1865-1909). Man nannte Christian IX. insofern nicht ohne Grund den &#8222;Schwiegervater Europas“.</p>
<p>Die dänische Königin Margrethe II. von Dänemark (Jg. 1940) und der norwegische König Harald V. (Jg. 1937) sind Ur-Ur-Enkel von Christian IX. und seiner Frau Louise von Hessen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bildquellen:<br />
Nordische Flaggen: Urheber Alphathon, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nordic_cross_flags_of_Northern_Europe.svg">Link und Lizenz siehe hier</a>.<br />
König Christian IX. von Dänemark, Urheber: Public Domain, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kristian_9.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Königin Louise von Hessen, Urheber: Lafayette Studio, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Louise_of_Hesse-Kassel.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Königin Margrethe II. von Dänemark, Urheber: Johannes Jansson, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drottning_Margrethe_av_Danmark_crop.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
König Harald V. von Norwegen, Urheber: UKOM, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Harald_V_of_Norway_in_Slovenia_in_2011_(crop).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.</p>
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		<title>Immer heiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2023 17:20:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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					<description><![CDATA["Gott hilft weiter". Mit diesem Satz antwortete Prof. Christoph Stölzl (1944-2023), als er einmal in einem Interview nach seinen Lebensweisheiten befragt wurde. Seine 12-jährige Präsidentschaft der Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar endete erst im letzten Jahr., er übergab sein Amt an die amtierende Präsidentin Prof. Anne-Kathrin Lindig im Juni 2022. Jetzt ist er am 10. [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Gott hilft weiter&#8220;.</strong></p>
<p>Mit diesem Satz antwortete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_St%C3%B6lzl">Prof. Christoph Stölzl</a> (1944-2023), als er einmal in einem Interview nach seinen Lebensweisheiten befragt wurde. Seine 12-jährige Präsidentschaft der Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar endete erst im letzten Jahr., er übergab sein Amt an die amtierende Präsidentin <a href="https://www.hfm-weimar.de/mitarbeiten/lehrende/lehre-detail?tx_jobase_pi3%5Baction%5D=orgadetail&amp;tx_jobase_pi3%5Bcontroller%5D=Elements&amp;tx_jobase_pi3%5BjoOrgaDetail%5D=87&amp;tx_jobase_pi3%5BjoRefererId%5D=220&amp;cHash=850fb11517c185fe0536132aad08211d">Prof. Anne-Kathrin Lindig</a> im Juni 2022. Jetzt ist er am 10. Januar diesen Jahres verstorben. Stölzl soll, zusammen mit seiner obigen Lebensweisheit, an dieser Stelle gewürdigt werden. Sie kennzeichnet diesen Mann, doch mag die Allegorie &#8222;heiter weiter&#8220; auch anderen als Lebensmotto für das gerade angebrochene Jahr 2023 dienen.</p>
<p>Nun, warum erscheint es angebracht, Christoph Stölzl an dieser Stelle zu gedenken?</p>
<p>Einerseits war er ein Weltbürger, der sich jedoch (am Ende seiner Karriere) der <a href="https://www.fdp-we.de/2022/01/30/die-europaeische-union-und-ihre-kulturhauptstaedte/">&#8222;Provinz&#8220;</a>, und in seinem Fall Thüringen und Weimar verschrieben hatte. Andererseits kann man ihn als modernen Vertreter einer Reihe von hochgebildeten Personen betrachten, die aus der Provinz weit hinaus in die Welt gewirkt haben. Bei ihm als Historiker mit Schwerpunkt auf der deutsch-österreichisch-ungarischen Geschichte war dies die Einsicht in die Vergangenheit der deutsch-sprachigen &#8222;Vielvölkerstaaten&#8220; und deren Verbindung zur jüdisch-israelischen Geschichte. Daneben war es aber auch sein Ausflug in die Politik, die einer Erwähnung verdient.</p>
<p>Allgemein bekannt ist die Tatsache, dass Christoph Stölzl im April 2000 auf Vorschlag der CDU zum Berliner Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur gewählt wurde (im schwarz-roten Senat Diepgen V). Daraufhin trat er in die CDU ein und wurde sogar in den Jahren 2002-2003 Landesvorsitzender der CDU. Zuvor war Christoph Stölzl jedoch Mitglied der FDP und in den Jahren 1989/90 sogar der stellvertretende FDP-Landesvorsitzende in Berlin.</p>
<p>Nun, es ließe sich sicher viel mehr über ihn sagen. Doch sei an dieser Stelle auf andere Nachrufe verwiesen, wie etwa den im <a href="https://www.mdr.de/kultur/musik/weimar-musikhochschule-christoph-stoelzl-tot-100.html">MDR</a>, der <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/christoph-stoelzls-geschichtspolitisches-vermaechtnis-18597433.html">FAZ</a>, der <a href="https://www.sueddeutsche.de/kultur/exilmuseum-villa-grisebach-hochschule-fuer-musik-hanns-eisler-hochschule-fuer-musik-franz-liszt-berlin-1.5730625">Süddeutschen Zeitung</a> oder dem <a href="https://www.tagesspiegel.de/kultur/sympathischer-magnet-der-berliner-kulturmanager-und-politiker-christoph-stolzl-ist-gestorben-9160575.html">Tagesspiegel</a>. Er soll hier vielmehr beispielhaft genannt werden für die Personen von Geist und Musik, die Weimar und Thüringen Gesicht und Gewicht in der Welt gegeben haben. Denn es waren weniger militärische Stärke und imperiale Macht, die von diesem Landstrich ausgingen, sondern vielmehr (schön)geistige, philosophische, spirituelle und musikalische Strömungen, die sich von hier weit in die Welt hinaus ausbreiteten und zum Teil zu Wellen, Fluten und bisweilen zu wahren Tsunamis entwickelten.</p>
<p>Genannt werden muss in diesem Zusammenhang natürlich der Protestantismus und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther">Martin Luther</a> (1483-1546), dem als Mönch im Erfurter Kloster seine Erleuchtung kam, der in der Wartburg bei Eisenach die erste deutschsprachige Übersetzung der Bibel vollendete, und der nicht nur den evangelisch-lutherischen Glauben begründete, sondern quasi zum Spiritus rector sämtlicher reformierten Glaubensrichtungen der christlichen Religionen weltweit wurde.</p>
<p>Dann ist es auch nicht weit zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach">Johann Sebastian Bach</a> (1685-1750), seinem kongenialen Nachfahren in der Musik, der dem (reformierten) Glauben zuerst in Mitteldeutschland und später weltweit Stimme und Klang verlieh. Ein paar der Geistesgrößen, die in Thüringen und Weimar ihr Leben gefristet haben, sei in Form der Bildergalerie zu diesem Blog gedacht. Es sind vorrangig Männer. Doch sollen auch zwei wichtige Frauen dargestellt werden.</p>
<p>Herzogin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Amalia_von_Braunschweig-Wolfenb%C3%BCttel">Anna Amalia von Wolfenbüttel-Braunschweig</a> (1739-1807) lebte zeitgleich mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Herder">Johann Gottfried (von) Herder</a> (1744-1803), dem Aufklärer und Superintendenten der Kirche St. Peter und Paul, und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Martin_Wieland">Christoph Martin Wieland</a> (1733-1813). Letzteren hatte sie zur Ausbildung ihres Sohnes, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_August_(Sachsen-Weimar-Eisenach)#:~:text=September%201757%20in%20Weimar%3B%20%E2%80%A0,Er%20entstammte%20dem%20Haus%20Wettin.">Herzog Carl August</a> (1757-1828), dem späteren Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, nach Weimar geholt. Damit begründete sie eigentlich die „Weimarer Klassik“. Wieland war übrigens der einzige des &#8222;4-Gestirns&#8220; der Weimarer Klassik, der sich nicht von seinem Herzog nobilitieren ließ.</p>
<p>Die zweite prägende Frau war <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Pawlowna">Maria Pawlowna Romanowa</a> (1786-1858), die Tochter des russischen Zaren Paul I. (1754-1801) und Gattin von Großherzog Carl-Friedrich (1783-1853). Mit ihr zog nochmals internationales Flair in Weimar ein und es kamen zu ihren Lebzeiten weitere Künstlerpersönlichkeiten, wie etwa Franz Liszt (1811-1886), nach Weimar und Thüringen. Hier schließt sich wieder der Kreis zu Christoph Stölzl, dessen letztes Amt die Leitung der Musikhochschule war, die seinen Namen trägt. Ihm, dem Mann der Kultur und Wissenschaft, mag die Nennung in diesem Reigen von Personen, eine angemessene Würdigung sein.</p>
<p>PS: Die fortbestehende Verbindung des hiesigen Landstriches mit dem Osten lässt sich aktuell auch an der Aufnahme von Künstlern und ganzen Orchestern im hiesigen Bundesland ablesen. Es sei in diesem Kontext auf das heute stattfindende Neujahrskonzert der Philharmonie Kiew in dem Kultur- und Kongresszentrum von Gera hingewiesen.</p>
<p>Bildquellen:</p>
<p>Christoph Stölzl: Quelle CDU/Konrad-Adenauer-Haus, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Christoph_St%C3%B6lzl.jpg">Quelle und Lizenz siehe dieser Link</a>.<br />
Emblem der Franz-Liszt-Musikhochschule, Urheber: Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:HFM-Weimar-Logo.svg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar: Urheber Dundak, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hochschule_f%C3%BCr_Musik_Franz_Liszt_Weimar#/media/Datei:Hochschule_f%C3%BCr_Musik_Franz_Liszt_Weimar.jpg">Link und Lizenz siehe hier</a>.<br />
Friedrich von Schiller: <a href="http://Von &amp;lt;a href=&amp;quot;https://en.wikipedia.org/wiki/de:Anton_Graff&amp;quot; class=&amp;quot;extiw&amp;quot; title=&amp;quot;w:de:Anton Graff&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;span title=&amp;quot;Schweizer Maler&amp;quot;&amp;gt;Anton Graff&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/a&amp;gt; - Theo Piana: Friedrich Schiller. Volksverlag, Weimar 1957., Gemeinfrei, &lt;a href=&quot;https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5728955&quot;&gt;Link&lt;/a&gt;">Link siehe hier</a><br />
Johann Wolfgang von Goethe, Urheber: Karl Josef Stieler (1781-1858), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann_Wolfgang_von_Goethe_(Josef_Stieler).jpg">Link und Lizenz siehe hier</a><br />
Johann Gottfried von Herder, Urheber: Anton Graf (1736-1813), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Johann_Gottfried_Herder_2.jpg">Link siehe hier</a><br />
Christoph Martin Wieland, Urheber: Gerhard von Kügelgen (1772-1820), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wieland_by_K%C3%BCgelgen.jpg">Link siehe hier</a>.<br />
Martin Luther, Urheber: Lucas Cranach der Ältere (1472-1553), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lucas_Cranach_d.%C3%84._(Werkst.)_-_Portr%C3%A4t_des_Martin_Luther_(Lutherhaus_Wittenberg).jpg">Link siehe hier</a><br />
Lucas Cranach ( Das Bild stammt aus dem Jahr 1524, Urheber: Albrecht Dürer (1471-1528), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lucas_Cranach_der_%C3%84ltere#/media/Datei:Duerer-cranach-1524.jpg">Link siehe hier</a>.<br />
Johann Sebastian Bach, Urheber: Elias Gottlob Haußmann (  ), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann_Sebastian_Bach.png">Link siehe hier</a><br />
Franz Liszt. Fotographie von Franz Hanfstängl, <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Franz_Liszt#/media/File:Liszt-1870.jpg">Link siehe hier</a>.<br />
Anna Amalia von Johann Friedrich August Tischbein, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Amalia_von_Braunschweig-Wolfenb%C3%BCttel#/media/Datei:Herzogin_Anna_Amalia_von_Sachsen-Weimar_und_Eisenach.jpg">Link siehe hier</a>.<br />
Maria Pawlowna (als Witwe 1858/59), Urheber: Friedrich Dürck, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Pawlowna#/media/Datei:Maria_Pavlovna_of_Saxe-Weimar-Eisenach_by_F.Durck.jpg">Link siehe hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#8222;Das Wort wurde Mensch.&#8220;</title>
		<link>https://iverpetersen.de/2022/12/25/das-wort-wurde-mensch/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Dec 2022 10:04:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA["Und wir sahen seine Herrlichkeit. Amen." Mit diesen Worten aus dem Johannes-Evangelium begrüßte Superintendent Heinrich Herbst am gestrigen Heiligabend die Kirchengemeinde zur Christvesper in der voll gefüllten Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche). Es wurde die klassische Weihnachtsgeschichte erzählt nach dem Lukas-Evangelium ("Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Und wir sahen seine Herrlichkeit. Amen.&#8220;</strong></p>
<p>Mit diesen Worten aus dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_nach_Johannes">Johannes-Evangelium</a> begrüßte <a href="https://www.kirchenkreis-weimar.de/kirchenkreis/superintendentur/">Superintendent Heinrich Herbst</a> am gestrigen Heiligabend die Kirchengemeinde zur Christvesper in der voll gefüllten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Herderkirche">Stadtkirche St. Peter und Paul</a> (Herderkirche).</p>
<p>Es wurde die klassische <a href="http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=4123">Weihnachtsgeschichte</a> erzählt nach dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_nach_Lukas">Lukas-Evangelium</a> (&#8222;Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Augustus#:~:text=Augustus%20(*%2023.%20September%2063,war%20der%20erste%20r%C3%B6mische%20Kaiser.">Kaiser Augustus</a> ausging, dass alle Welt geschätzt würde. &#8230;&#8220;). Die Geschichte beginnt also wie eine Märchengeschichte, und wenn man sich das Ganze nach modernen, naturwissenschaftlichen Erkenntnisse anschaut, ist man geneigt zu konstatieren. &#8222;Jawohl, das ist alles nur ein Märchen. Das stimmt doch vorne und hinten nicht. &#8222;<a href="https://bibeltext.com/john/1-14.htm">Das Wort wurde Mensch</a>&#8222;, das geht doch gar nicht.&#8220;</p>
<p>Nun, von dem naturwissenschaftlichen Blickwinkel betrachtet ist an so einer Betrachtungsweise etwas dran. Aber die Geschichte mit Jesus von Nazareth hat sich so oder ähnlich sehr wohl zugetragen. <a href="https://www.deutschlandfunk.de/kaiser-augustus-stratege-machtmensch-und-versoehner-100.html">Kaiser Augustus</a> (63 v.Chr. &#8211; 14 n.Chr.) gab es tatsächlich und der ist für uns noch immer in so mancher Hinsicht bedeutsam, was man etwa an unseren Monatsnamen ablesen kann. Unter ihm und seinen ersten Nachfolgern wurden die Christen noch verfolgt. Doch dauerte es keine 350 Jahre bis sich sein Nachfolger, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_der_Gro%C3%9Fe">Kaiser Konstantin</a> (der Große, ca. 270-337 n.Chr.) an seinem Totenbett taufen lies und zum christlichen Glauben übertrat. Und seit dieser Zeit ist dieser Glaube quasi Staatsreligion/Staatsphilosophie, zuerst im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Reich">Römischen Reich</a>, dann im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich">Heiligen Römischen Reich</a> (Deutscher Nationen) und nun in Deutschland und der Europäischen Union.</p>
<p>Im Namen dieses Glaubens wurde so mancher Krieg geführt und so manches Unheil angerichtet. Doch der Grundgedanken ist der des Friedens, des Heilens und der Versöhnung, was so symbolträchtig in der Figur des Jesus Christus von Nazareth und seiner Geburt als kleines, unschuldiges, schutzbedürftiges Kind in der Krippe dargestellt ist. Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_(Literaturgattung)">Evangelien</a> nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes erzählen davon und bilden den Grundkanon des Neuen Testaments. Es ist, neben dem Alten Testament, das auch die Basis des Judentums darstellt, der ersten der drei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Abrahamitische_Religionen">monotheiistschen Abrahamitischen Religionen</a>, die Grundlage des Christentums.</p>
<p>Superintendent Herbst nahm das Wort des Jahres (&#8222;Zeitenwende&#8220;), dann in seiner Predigt auf mit den Eingangsworten: &#8222;Es gibt eine Zeit davor, und eine danach&#8220; und machte diese dann für jedes Gemeindemitglied nachvollziehbar mit folgenden Beispielen: &#8222;Die Zeit vor dem ersten Kuss und die danach&#8220;, &#8222;die Zeit vor einer schwerwiegenden (Krebs-) Diagnose, und die danach&#8220;, &#8222;die Zeit vor dem Tod eines geliebten Menschen, und die danach&#8220;, &#8222;die Zeit vor dem 24. Februar 2022 und die danach&#8220;.</p>
<p>Mit letztem Beispiel war dann das Ereignis des Jahres benannt, das für viele Menschen, nicht nur die in der Ukraine, sondern auch unserer Gesellschaft mit einschneidenden Veränderungen assoziiert war und ist. Daneben benannte Superintendent Herbst die anderen Herausforderungen unserer Zeit, den Klimawandel und die Verwerfungen durch die (auslaufenden) Corona-Krise. Die Kernbotschaft der Predigt war gleichwohl die Weihnachtsgeschichte, der Geburt des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensf%C3%BCrst">Friedensfürsten</a> Jesus Christus und der guten Hirten, die ihn als erstes in der Grippe liegen sahen und der Welt von diesem Ereignis verkündeten. Die christliche Botschaft dieses Ereignisses verband Herbst quasi mit dem Aufruf, dass jeder von uns, jeder Christ, aufgerufen ist, als &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Guter_Hirte">Guter Hirt</a>&#8220; seinen Beitrag zu leisten, die Wunden dieser Welt zu heilen und das Wunder von Nazareth zu verkünden.</p>
<p>Und das erscheint in der Tat notwendig. Denn eine andere Zeitenwende des Christentums in Deutschland benannte Superintendent nicht in seiner Predigt. Und das ist die Tatsache, dass in diesem Jahr erstmals die <a href="https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/kirche-sinkende-mitglieder-100.html">Zahl der Kirchenmitglieder in Deutschland</a> (21,8 Millionen Katholiken und 19,7 Protestanten) weniger als die Hälfte aller Deutschen ausmacht. Die Gründe dafür sind vielfältig, für viele ist  es schlicht das Geld/die Kirchensteuer, die sie nicht mehr bezahlen wollen oder können, für die anderen die Missbrauchs-Skandale an Kindern, die sich in den Kirchen zugetragen haben.</p>
<p>Welche Konsequenzen dies für unsere Gesellschaft haben wird, ist bisher nicht absehbar. Doch sei an dieser Stelle kurz Bezug genommen zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alexis_de_Tocqueville">Alexis de Tocqueville</a> (1805-1859), einem katholischen Royalisten, der im 19. Jahrhundert das junge US-Amerika bereiste und sein für diese Nation und die Demokratie insgesamt grundlegendes Werk &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_die_Demokratie_in_Amerika">Demokratie in Amerika</a>&#8220; verfasste. Er ist immer noch das meistzitierte Buch zu dieser Regierungsform in den USA und wohl auch weltweit, Tocqueville wurde dadurch zu einem der Begründer der &#8222;Politikwissenschaft&#8220;.</p>
<p>Er zeigte sich begeistert von diesem Land und der im Vergleich zum Absolutismus chaotischen Regierungsform, die jedoch nach seiner damaligen Betrachtung überraschend gut funktionierte. Doch erkannte er messerscharf, welche Grundüberzeugungen dieses Land zusammenhielten. Und das war nicht nur die Freiheit des Einzelnen, sondern auch der christliche Glaube, der dafür sorgte, dass sich die Menschen in ihren lokalen Gemeinschaften gegenseitig unterstützen und an &#8222;menschliche Regeln&#8220; hielten.</p>
<p>Der christliche Glauben stellte insofern für ihn den Kit einer Demokratie dar. Und diesen Gedanken sollte man auch in unserer eher säkular und atheistischen geprägten Gesellschaft deutlich thematisieren. Denn die dahinter liegende Frage ist: &#8222;Funktioniert die Demokratie westlicher Prägung überhaupt ohne den christlichen Glauben?&#8220; Oder liegt in dem Rückzug dieser Religion und seiner Grundüberzeugungen nicht womöglich der Keim des Scheitern unseres demokratischen Rechtsstaates.</p>
<p>Die Predigt von Superintendent Herbst hatte in jedem Fall so manch guten Gedanken in sich. Wer mehr davon erfahren möchte, dem seien die <a href="https://weimar-evangelisch.de/gottesdienste-veranstaltungen/gottesdienste/">Gottesdienste</a> und <a href="https://weimar-evangelisch.de/veranstaltungen/">Veranstaltungen</a> der Kirchengemeinden in Weimar ans Herz gelegt. Man kann sie auch nutzen, um sich die Kantaten des Weihnachtsoratoriums von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach">Johann Sebastian Bach</a> (1685-1750) anzuhören. Sie seien unten aufgeführt und sind auch über die obigen Links einsehbar.</p>
<p>Gottesdienste in der Herderkirche:</p>
<ul>
<li>25. Dezember, 10 Uhr, Kantate 1</li>
<li>26. Dezember, 10 Uhr, Kantate 2</li>
<li>31. Dezember, 17 Uhr, Kantate 3</li>
<li>1. Januar, 11 Uhr, Kantate 4</li>
<li>1. Januar, 16 Uhr (Neujahrskonzert), Kantate 5</li>
<li>6. Januar, 18 Uhr, Kantate 6</li>
</ul>
<p>Der Autor wünscht allen Lesern ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest.</p>
<p>PS: Wer sich mehr mit der Thematik beschäftigen möchte, der sei u.a. auf die folgenden Blogs verwiesen</p>
<ul>
<li><a href="https://www.fdp-we.de/2021/05/16/vater-sohn-und-heiliger-geist/">Vater, Sohn und Heiliger Geist</a></li>
<li><a href="https://www.fdp-we.de/2021/04/05/mach-hoch-die-tuer/">Mach hoch die Tür</a></li>
<li><a href="https://www.fdp-we.de/2021/03/07/weimar-und-die-konfessionen-in-thueringen/">Weimar, Thüringen und die Konfessionen</a></li>
</ul>
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		<title>Mal ohne die AfD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2022 17:05:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
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					<description><![CDATA[fand am 8.10.2022 ein Fachtag der Thüringer Landeselternvertretung der Kindergärten (TLEVK) im Thüringer Landtag statt. Alle anderen im Landtag vertretenen Parteien waren gekommen. Den Abgeordneten wurden zuvor unbekannte Fragen gestellt, der TLEVK hatten den Abgeordneten im Vorfeld lediglich die Themenschwerpunkte übermittelt. Dass keiner der nicht gerade wenigen AfD-Abgeordneten zu dieser Veranstaltung erschien, ist schon ein [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>fand am 8.10.2022 ein Fachtag der Thüringer Landeselternvertretung der Kindergärten (<a href="http://tlev-kita.de/">TLEVK</a>) im Thüringer Landtag statt. Alle anderen im Landtag vertretenen Parteien waren gekommen. Den Abgeordneten wurden zuvor unbekannte Fragen gestellt, der TLEVK hatten den Abgeordneten im Vorfeld lediglich die Themenschwerpunkte übermittelt.</p>
<p>Dass keiner der nicht gerade wenigen AfD-Abgeordneten zu dieser Veranstaltung erschien, ist schon ein ziemlich schwaches Bild. (Die initiale Zusage eines Vertreters wurde am Tag der Veranstaltung &#8222;erkrankungsbedingt&#8220; zurückgezogen.) Dabei bekennt sich die AfD doch ausdrücklich in ihrem Programm für „die Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft“.</p>
<p>Kindergärten scheinen für diese Keimzelle eher störend zu sein.</p>
<p>Die Veranstaltung fand an dem Samstag statt, an dem die AfD in Berlin zu einer <a href="https://www.morgenpost.de/berlin/article236580133/AfD-ruft-zu-Demonstration-in-Berlin-auf-Viel-Gegen-Protest.html">Großdemo</a> aufgerufen hatte. Man wollte mal wieder gegen die Zustände in unserer Republik demonstrieren und ging auf die Straße. An einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit Betroffenen zu einem Thema, das sich die Partei auf die Fahne schreibt, war die AfD offenbar nicht interessiert. Das Hauptanliegen von Björn Höcke und seinen „deutschen Mannen und (wenigen) deutschen Mädels“ aus Thüringen scheint vielmehr zu sein, Zweifel an dem politischen System der Bundesrepublik Deutschland zu nähren und Zwietracht in der Gesellschaft zu säen.</p>
<p>Geschlechterverhältnis und Programm der AfD suggerieren, dass Frauen ihren Platz eher im Haus und am Herd haben und sie die Gebärmaschinen der Nation sein sollen. Es seien hier ein paar Slogans der Familienpolitik der AfD genannt:</p>
<ul>
<li>Mehr Kinder als Masseneinwanderung</li>
<li>Diskriminierung der Vollzeitmütter stoppen</li>
<li>Willkommenskultur für Neugeborene und Ungeborene</li>
</ul>
<p>Wer mehr darüber erfahren möchte, wessen Geistes Kind die AfD in Sachen Familienpolitik ist, der sei auf das <a href="https://www.afd.de/grundsatzprogramm/">AfD-Grundsatzprogramm</a> verwiesen.</p>
<p>&#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kindergarten">Kindergarten</a>&#8220; ist übrigens eine Wortschöpfung, die aus Thüringen stammt und von dem Pädagogen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Fr%C3%B6bel">Friedrich Fröbel</a> (1782-1852) in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde. Sie findet sich als Begrifflichkeit auch in anderen Sprachen wie dem Englischen wieder. Diese Einrichtungen spielen bei der AfD offenbar keine Rolle. Das ist nicht nur traurig, sondern wirkt aus hiesiger Sicht abschreckend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bildquelle: Urheber TELVK, siehe http://tlev-kita.de/</p>
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		<title>Nach 32 Jahren Wiedervereinigung &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Oct 2022 23:14:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[Vergeht der Spaß daran? In diesem Jahr wird zum 32. Mal der Tag der Deutschen Wiedervereinigung gefeiert. Und es sind in diesem Jahr erneut Erfurt und Thüringen, die die (Jubel-) Feierlichkeiten ausrichten dürfen. Es seien an dieser Stelle daher ein paar Gedanken dazu erlaubt. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Sie stammen von einem [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vergeht der Spaß daran?</strong></p>
<p>In diesem Jahr wird zum 32. Mal der Tag der Deutschen Wiedervereinigung gefeiert. Und es sind in diesem Jahr erneut Erfurt und Thüringen, die die (Jubel-) Feierlichkeiten ausrichten dürfen. Es seien an dieser Stelle daher ein paar Gedanken dazu erlaubt. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Sie stammen von einem gebürtigen Westdeutschen, der mittlerweile fast die Hälfte seines Lebens im Ostdeutschland verbracht hat.</p>
<p>Also, auf geht’s.</p>
<p>Der kritische Titel nimmt Bezug auf Umfragewerte, die dieser Tage veröffentlicht wurden. Demnach nimmt die Prozentzahl der Ostdeutschen, die sich mit der (westdeutschen) Demokratie identifizieren, ab. Es sind gerade noch einmal <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-einheit-ostdeutschland-umfrage-demokratie-1.5665699">39% der Bevölkerung</a>, die mit dieser Regierungsform zufrieden sind. Dies mag durch aktuelle Entwicklungen begünstigt sein, speziell den Krieg in der Ukraine, den die Bundesregierung (zusammen mit der EU und den USA) mit einem Wirtschaftskrieg, konkret umfassenden Wirtschafts-Sanktionen gegen Russland, beantwortet hat.</p>
<p>(Die Sache kann man jedoch auch so sehen, dass Vladimir Putin schon viele Jahre eine Art hybride Kriegsführung betrieben hat, indem er die strategische Abhängigkeit Deutschlands von russischen Gasimporten gefördert hat und zudem über Gazprom sogar die deutschen Gasspeicher kontrollieren konnte. Das Ganze war allerdings nur möglich durch eine unsägliche Blauäugigkeit in den letzten Jahren und Jahrzehnten von hiesigen Politikerinnen und Politiker, die das alles zugelassen haben. Dadurch hat sich Deutschland nicht nur eine blaue Nase geholt, sondern schwerwiegende wirtschaftliche Probleme für die Zukunft aufgebürdet.)</p>
<p>In der Folge der aktuellen Wirtschaftssanktionen hat Vladimir Putin zunächst den Gashahn zugedreht. Und nun, nach einem <a href="https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-09/nord-stream-gaslecks-sabotage-5vor8?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F">Sabotage-Akt</a> in den letzten Tagen, stehen nunmehr die Ostsee-Pipelines Nordstream 1+2 gänzlich nicht mehr als (Haupt-) Versorgungsleitung von Gas zur Verfügung. Eine Rückkehr zu den alten Zeiten, in denen Deutschland billiges Gas und Öl aus Russland bezogen hat, wird es nicht mehr geben.</p>
<p>Das ist mittlerweile den meisten Deutschen klar. Dadurch wird das Leben nun teuer. Deutschland und der gesamten Weltwirtschaft stehen unruhige Zeiten bevor. Und da fragt sich so mancher, speziell in Ostdeutschland:  „Muss das so sein? Russland war doch für über 40 Jahre unser sozialistisches Bruderland. Wieso musste es soweit kommen?“</p>
<p>Das sind zwar interessante Fragen. Sie können (und sollen) in diesem Blog aber nicht beantwortet/bearbeitet werden. Vielmehr soll die Historie der deutschen Wiedervereinigung und die abnehmende Akzeptanz der demokratischen Staatsform in Ostdeutschland beleuchtet werden. Denn die Gründe dafür sind für ganz Deutschland relevant. Auch stellt die Abnahme der Akzeptanz der westlichen Demokratie aus hiesiger Sicht eine gefährliche Entwicklung dar, die es umzukehren gilt.</p>
<p>Bedenklich ist diese Entwicklung, weil sie genau gegenläufig verläuft zu der Akzeptanz der demokratischen Staatsform in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Demokratie war in Westdeutschland keineswegs von Anfang an beliebt. Im Gegenteil war die (west-) deutsche Bevölkerung nach dem Krieg mehrheitlich noch nationalsozialistisch geprägt und gestimmt. Sie hatten Adolf Hitler und seinem autokratischen Regime über ein Dutzend Jahre zugejubelt. Doch pragmatisch, wie der Mensch nun einmal veranlagt ist, hatte man sich nach dem Krieg dem unvermeidlichem Schicksal ergeben. Und das lautete: Deutschland war ein besiegtes Land. Die Deutschen bestimmten nach dem Krieg nicht mehr über ihr eigenes Land, sondern es waren im Ostdeutschland die Sowjetunion und in Westdeutschland die Westalliierten, sprich die USA, das Vereinigte Königreich und Frankreich.</p>
<p>Die Zustimmung zur Demokratie entwickelte sich erst, nachdem im Juni <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform_1948_(Westdeutschland)">1948 die Währungsreform</a> durchgeführte wurde, <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/271679/kleine-ereignisgeschichte-der-waehrungsreform-1948/">1949 die Verabschiedung des Grundgesetzes</a> folgte und vor allem, als sich danach in Deutschland ein Wirtschaftsaufschwung entwickelte, von dem der weit überwiegende Teil der Bevölkerung profitierte. Dies war übrigens dem Umstand geschuldet, dass anders als nach dem Ersten Weltkrieg, die Westalliierten Siegermächte auf übermäßige Reparationszahlungen verzichten, sondern im Gegenteil über den Marschall-Plan große Summen von Geld in den Wiederaufbau Westdeutschlands investierten. Dagegen musste Ostdeutschland viel mehr Reparationen an die Sowjetunion leisten, so wurden Bahnstrecken und Industrieanlagen abgebaut und in die Sowjetunion verfrachtet.</p>
<p>Wie anders war die Situation bei der Wiedervereinigung. Die Ostdeutschen wollten sie. Dafür gingen sie auf die Straße, kletterten auf die Mauer und forderten geradezu die Angliederung an Westdeutschland. Und diese wurde dann  auch über den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Einigungsvertrag">Einigungsvertrag vom 31. August 1990</a> zeitnah nach dem <a href="https://www.lpb-bw.de/fall-der-berliner-mauer">Mauerfall am 09. November 1989</a> vollzogen. Die DDR löste sich selbst auf und trat dem Wirkungsgebiet des Grundgesetzes und damit der Bundesrepublik Deutschland bei. D.h. die Zustimmung zur deutschen  Demokratie à la BRD war in Ostdeutschland zu Beginn überwältigend groß.</p>
<p>Doch nun liegt sie nur noch bei 39%.  Wie konnte es dazu kommen?</p>
<ol>
<li>Zunächst ist zu konstatieren, dass es „die Stunde Null“ (wie die Zeit in Westdeutschland nach der Gründung der BRD genannt wird) nach der deutschen Wiedervereinigung nicht für alle Deutschen gab. Die Menschen in Westdeutschland lebten weiter ihr bisheriges Leben. Für sie änderte sich zumeist nichts, bis auf den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Solidarit%C3%A4tszuschlag">Solidaritätszuschlag</a>, den sie zusätzlich an Vater Staat entrichten musste. Dagegen wurde für die meisten Ostdeutschen das Leben auf dem Kopf gestellt. Staatsbetriebe gingen pleite oder wurden abgewickelt. Es gab reihenweise Kündigung, Arbeitslose und sonstige Unannehmlichkeiten.</li>
<li>Die wirtschaftliche Entwicklung war vor allem für westdeutsche Betriebe vorteilhaft. Sie konnten nach Ostdeutschland expandieren oder sich hier günstig einkaufen. Die Treuhand wickelte Tausende von Betrieben der DDR ab. Es gab so manchen westdeutschen Glücksritter, der in Ostdeutschland sein Heil suchte und oft auch fand. Der aktuelle FDP-Landesvorsitzende, Thomas Kemmerich, war einer von ihnen.</li>
<li>Auch wurden in der Administration haufenweise westdeutsche Beamte eingesetzt, die die Aufgabe hatten, „demokratischen Standards“ und die westdeutschen Verfahren in der Verwaltung zu implementieren. Da wurde viel Gutes getan, aber es waren nicht immer nur Spitzenkräfte, die einen in der Regel gut dozierten Posten in Ostdeutschland ergatterten. Die Ostdeutschen standen hier eher in der zweiten Reihe und mussten schauen, welche „Krümel“ noch für sie übrig blieben. Die <a href="https://www.sueddeutsche.de/politik/interview-am-morgen-ostdeutschland-nicht-nur-einfordern-sondern-auch-anbieten-1.5052708">Dysbalance</a> bei der Besetzung der wichtigsten Stellen in der Verwaltung hat sich bis zum heutigen Tage gehalten.</li>
<li>Gleichzeitig hatte es das wieder vereinigte Deutschland geschafft, ostdeutsche Politiker in Führungspositionen zu hieven. Ja, wir hatten zwischenzeitlich sogar eine ostdeutsche Bundeskanzlerin, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel">Dr. Angela Merkel</a>, und einen ostdeutschen Bundespräsidenten, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Gauck">Joachim Gauck</a>. Man mag sogar konstatieren, dass die „Blutauffrischung“ durch die hoch motivierten und unverbrauchten Ostdeutschen in der Politik die Bundesrepublik Deutschland davor bewahrt hat, einen ähnlichen Abstieg zu erleben wie es andere westeuropäische Demokratien in den letzten 30 Jahren durchmachen mussten.</li>
<li>Genannt seien beispielhaft Italien und seine Ministerpräsidenten, allen voran <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Silvio_Berlusconi">Silvio Berlusconi</a>, oder der Zusammenbruch der etablierten Parteien in Frankreich und die Delegitimierung ihrer Spitzenpolitiker wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nicolas_Sarkozy">Nicolas Sarkozy</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Hollande">Francois Hollande</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Fillon">François Fillon</a>. Das eindrücklichste Versagen der westeuropäischen Demokratien konnte man wohl im Vereinigten Königreich erleben, wo sich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/David_Cameron">David Cameron</a> als ein Vabanque-Spieler entpuppte, als er die Briten über den Brexit entscheiden ließ. Ihm folgte (mit etwas Abstand) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Johnson">Boris Johnson</a>, dem die Brexit-Abstimmung die Chance bot, seinem ehemaligen Uni-Mitstudenten Cameron als Chef der Konservativen Partei abzulösen. Und aktuell versucht es <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liz_Truss">Liz Truss</a> mit einer Neuauflage der Politik unter Margret Thatcher (Thatcherismus 2.0) und ist auf einem guten Wege, dabei grandios zu scheitern.</li>
<li>Und in den USA, der als Demokratie geborenen Supermacht der Westlichen Welt, zerfleischen sich seit ein paar Jahren Republikaner und Demokraten gegenseitig. Und mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump">Donald Trump</a> kam zwischenzeitlich ein Präsident an die Macht, der sich bisweilen über die demokratischen Spielregeln seines Landes hinweg gesetzt hatte und der offenbar meinte, es sei besser einen „Deal“ zu machen als demokratischen Prinzipien zu frönen.</li>
</ol>
<p>All diese Entwicklungen durften die Ostdeutschen in den letzten 32 Jahren miterleben. Und bei nicht wenigen ist dabei die Erkenntnis gereift: „So großartig wie gedacht scheint die westliche Demokratie als Staatsform doch nicht zu sein.“</p>
<p>So suchen mittlerweile nicht wenige Zuflucht bei Parteien, die für „Recht und Ordnung“ eintreten und denen Deutschland wichtiger ist als ein (friedfertiges) vereintes Europa. „Germany first“, so mag man das Ideal so mancher Politiker zusammenfassen, die in Ostdeutschland auf Stimmenfang gehen, allen voran die AfD.</p>
<p>Dabei gehen die Ostdeutschen so manchem (zweitklassigen) Politikern aus den alten Bundesländern auf dem Leim. Sowohl der Vorsitzende der Thüringischen AfD,  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rn_H%C3%B6cke">Björn Höcke</a>, stammt aus dem Westen, wie auch sein (ehemaliger) Kollege in Brandenburg <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Kalbitz">Andreas Kalbitz</a> oder die graue, in Potsdam residierende Eminenz der AfD <a href="https://www.fdp-we.de/2021/09/14/die-ss-der-afd-teil-1/">Alexander Gauland</a>. Doch auch andere Parteien sind vor „Westgrößen“ nicht gefeit. So wurde das größte <a href="https://www.facebook.com/denkenwirneu/posts/die-mp-wahl-von-thomas-kemmerich-analyse-und-implikationenautor-iver-petersen-fd/3520241628082373/">Politikspektakel</a> in diesem Lande, das von dem Journalisten und Buchautor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Debes">Martin Debes</a> mit dem Buchtitel „<a href="https://klartext-verlag.de/buecher/fachbuch/6321/demokratie-unter-schock">Demokratie unter Schock</a>“ bezeichnet wurde, von einem aus Westdeutschland stammenden FDP-Politiker (mit bereitwilliger Unterstützung der AfD) verursacht.</p>
<p>Die Ostdeutschen haben einen wachen Geist und offene Augen und Ohren. Sie hatten durch ihre Proteste und die Montagsdemonstrationen die friedliche Revolution bewerkstelligt, die der Wiedervereinigung vorangingen. Es waren nicht die Westdeutschen, die diese erstaunt und bequem in ihren Fernsehsesseln vor dem Bildschirm verfolgen konnten.</p>
<p>Und heute wundern sich die Ostdeutschen nicht nur still und leise vor sich hin, sondern sie äußern ihren Unmut über die Zustände offen und unverblümt. Denn es herrscht weiterhin noch nicht der gleiche Grad an Saturiertheit wie in Westdeutschland. Die Einkommen im Osten sind weiterhin niedriger als in Westdeutschland. Und vor allem haben die Menschen und Unternehmen im Osten noch lange nicht das gleiche Finanzpolster wie im Westen. Mit einem solchen im Rücken lässt sich so manche Preissteigerung und Inflationsspitze leichter ertragen als ohne sie. DAX-Unternehmen gibt es in Ostdeutschland nicht. (Dafür hat sich ein ganz beachtlicher Mittelstand entwickelt.)</p>
<p>„<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Korrektheit">Political correctness</a>“ ist die Sache der Ostdeutschen nicht. Missstände werden offen benannt. Und das ist auch richtig so. Denn dies tut einer Demokratie gut. Streit und Auseinandersetzung sind Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie.</p>
<p>Doch die inhaltliche Auseinandersetzung wird in der Politik heutzutage eher vermieden. „Moderation“ sind das Motto und Mantra. &#8222;Bloß nicht etwas sagen, mit dem man anecken könnte. Auch sollte man sich besser nicht festlegen.&#8220;</p>
<p>In normalen Zeiten mag das sogar vernünftig sein und funktionieren. Doch leben wir mittlerweile nicht mehr in „normalen“ Zeiten. Das Wiederauftreten des Krieges in Europa ist fürwahr eine Zeitenwende. Gefragt sind jetzt die besten Köpfe, Können, Kompetenz und notfalls Kampf, um die erste, seit nunmehr 73 Jahren bestehende und im Prinzip funktionierende Demokratie auf deutschem Boden zu bewahren und zu verteidigen.</p>
<p>Glückauf für die Demokratie in Deutschland und in einem vereinten und friedlichen Europa.</p>
<p>Auch soll zum Ende dieses Blogs noch ein positiver Ausblick auf das Vereinigte Deutschland gegeben werden. Die Wiedervereinigung selbst stellen die Deutschen mehrheitlich nicht in Frage, trotz so mancher Zweifel an den „Segnungen“ der Demokratie.</p>
<p>Auch ist der Osten Deutschlands aus hiesiger Sicht nicht schlechter gewappnet  für die Herausforderungen und Aufgaben der Zukunft. Wie die Russen „ticken“, wissen die Ostdeutschen und Osteuropäer besser als die Westdeutschen und Westeuropäer, denn sie haben dies fast 45 Jahre am eigenen Leib erfahren. Und mit einer &#8222;Mangel-Wirtschaft&#8220;, wo es nicht alles im Überfluss und auf Abruf gibt,  wissen die Ostdeutschen ebenfalls umzugehen. Nachbarschaftshilfe und lokale Netzwerke waren hier ganz und gäbe. Und auch in diesen Zeiten geht es ja wieder darum, überhaupt einen Handwerker oder sonstigen Fachmann für sein Problem und Bedürfnis ins Haus oder Unternehmen zu bekommen. An Deutschland- und EU-weiten Ausschreibungen denkt kaum noch jemand, auch wenn die häufig sogar vorgeschrieben sind. (Auch so eine tolle Vorgabe aus der Politik).</p>
<p>Wie in der Wirtschaft mittlerweile die Erkenntnis vorherrscht, dass die Zukunft wohl von dem asiatisch-pazifischen Raum geprägt sein wird, da hier ein Großteil der Weltbevölkerung lebt, so sollte auch in Europa und Deutschland die Erkenntnis reifen „Die Zukunft liegt im Osten Europas, und nicht mehr (allein) im Westen.“</p>
<p>Und für diese Zukunft ist der Osten gar nicht mal so schlecht gerüstet. Der Klimawandel und dessen Bewältigung, sprich die Transformation der Energieversorgung auf erneuerbare Energien, ist im Osten nicht hinter dem im Westen zurück. Im Gegenteil, wer die Autobahn A9 entlang fährt, sieht eine Menge Winderräder. Und auch Photovoltaik-Parks gibt es im Osten nicht weniger als im Westen, sondern eher mehr. Ja, es gab hier sogar eine sehr aufstrebende Photovoltaik-Industrie, genannt seien Solarworld und die Solar-Standorte von Bosch und anderen Produzenten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.  Leider wurden diese durch einen „offenen Markt“ und der fehlenden Bereitschaft der deutschen Politik, sie vor (staatlich subventionierten) Dumping-Anbietern aus China und Asien zu schützen, größtenteils zerstört. (Und jetzt gibt es keine mehr.)</p>
<p>Mit seiner geringeren Bevölkerung und größeren freien Flächen ist der Osten für die wirtschaftlich-energetische Transformation im Klimawandel tendenziell besser aufgestellt als Westdeutschland. Denn diese Transformation wird zu einer „Demokratisierung“ der Energieproduktion führen. Es sind dann nicht mehr Vladimir Putin oder die Scheichs und Ölbarone, die bestimmen und mit den Gas- und Öldollars/Euros ihr autokratisches System finanzieren. Vielmehr können mittlerweile alle Bürgerinnen und Bürger wie auch Industrieunternehmen selbst zu Energieproduzenten werden. Und es bedarf intelligenter lokaler Verbünde und regionaler Strukturen, um Wärme- und Energie-lastige Unternehmen mit einer Bevölkerung zu vernetzen, die einerseits bei der Produktion von Energie mithilft und andererseits als Abnehmer von Wärme und Energie aus den Unternehmen dienen kann.</p>
<p>Und wenn man den Klima- und Energiewandel ernsthaft will, darf man auch keine Verbotsschilder aufstellen, wie es die Grünen mit der Atomindustrie so gerne tun. Denn auf diesem Gebiet (wie auf so manchen anderen) war Deutschland technologisch einmal Spitzenreiter. Doch dieses Know-how und die damit verbundenen Arbeitsplätze wurden geopfert für eine angeblich saubere Konzentrierung auf erneuerbare Energien wie Wind, Wasser und Sonne. Doch mit diesen Naturelementen allein wird man keinen globalen Warentransport aufrechterhalten können und damit eine Weltwirtschaft, von der Deutschland als Industrieland viele Jahre profitiert hat und der es seinen Wohlstand verdankt.</p>
<p>Wenn man also eine Energie- und Wirtschafts-Transformation wegen des Klimawandel will (und dass dies geboten ist, haben die meisten Menschen wohl mittlerweile realisiert), sollte man sie auch ohne Scheuklappen denken und angehen. Und dazu gehört aus hiesiger Sicht die Nutzung der Kernenergie, so wie es die meisten unserer europäischen Nachbarn mittlerweile auch wieder tun. Für Deutschland und seine danieder liegende Schifffahrt-Industrie könnte das zum Beispiel bedeuten, dass man sich einmal darüber Gedanken macht, ob es nicht sinnvoll wäre, in die Produktion Atom-getriebener Schiffe zu investieren und sei es nur dafür, um unser Land mit essentiellen Gütern zu versorgen, die es braucht um seine Wirtschaft am Laufen zu halten, d.h. zum Beispiel für Öl- und Gastransporte.</p>
<p>Neue Ideen und deren Umsetzung tun in jedem Fall not, um in diesen schwierigen Zeiten, die Stellung Deutschland als Innovationstreiber und Wirtschaftsmacht im Zentrum Europas zu bewahren und auszubauen. Dazu braucht es der vereinigten Anstrengung alle Deutschen, ob im Osten oder im Westen. Insofern sei dieser Artikel beschlossen mit einem Zitat aus dem „Lied der Deutschen“ von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/August_Heinrich_Hoffmann_von_Fallersleben">August Heinrich Hoffmann von Fallersleben</a> (1798-1874) aus dem Jahre 1841: „Einigkeit und Recht und Freiheit, danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!“</p>
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		<title>Politik, Partei, Mitgliedschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Sep 2022 19:42:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[FDP Weimar]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat, eine parlamentarische Demokratie. Man kann sie aber auch als „Parteien-Demokratie“ bezeichnen, denn in Artikel 21 des Grundgesetzes heißt es in Absatz 1: (1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat, eine parlamentarische Demokratie. Man kann sie aber auch als „Parteien-Demokratie“ bezeichnen, denn in <strong><a href="http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_21.html">Artikel 21</a> des Grundgesetzes</strong> heißt es in Absatz 1:</p>
<p>(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.</p>
<p>Den Parteien und ihren Mitgliedern kommt insofern eine wesentliche Rolle bei der Implementierung und Ausgestaltung der Politik zu. Denn aus den Parteien heraus rekrutiert sich in der Regel das politische Personal, das verantwortliche Positionen in der Regierung, den Ministerien, aber auch Städten, Kommunen und Gemeinden einnimmt. Es soll daher im Folgenden dargelegt werden, auf welcher Grundlage Parteien arbeiten und wieso es wichtig ist, dass mehr politisch Interessierte und qualifizierte Personen Mitglieder einer Partei werden.</p>
<p>Organisatorisch ähnelt eine Partei einem Verein. Es gibt einen Vereinszweck, Mitglieder, Regeln in Form von Satzungen und Geschäftsordnung und einen Vorstand, der in regelmäßigen Abständen neu gewählt wird. Jedes Mitglied hat dabei Recht und Stimme, so dass sich jeder in die politische Arbeit einbringen und mit darüber entscheiden kann, welche Positionen und Personen propagiert werden sollen.</p>
<p>Ähnlich wie Vereine sind Parteien grundgesetzlich geschützt. Gleichzeitig haben Parteien auf Basis des obigen GG-Artikels wie auch des <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/partg/">Parteiengesetzes</a> des Jahres 1967, welches zwischenzeitlich mehrfach adaptiert und ergänzt wurde, gegenüber einem konventionellen Verein einen gewissen Sonderstatus.</p>
<p>Parteien sind Vereinigungen, in denen lebhaft und kontrovers diskutiert, Meinungen ausgetauscht und gestritten wird. Es sind lebendige und wandlungsfähige Organismen, die einer Fluktuation ihrer Mitgliedschaft und ihres Führungspersonals unterliegen. Es kann also durchaus vorkommen, dass man als Mitglied (oder Nicht-Mitglied) nicht mit allen Positionen und Personen „seiner Partei“ einverstanden  ist. Manches Mitglied zieht daraus die Konsequenz, eine Partei wieder zu verlassen und tritt wieder aus.</p>
<p>Für ein Nicht-Mitglied ist die Sache relativ einfach, man wählt bei der nächsten Wahl eine andere Partei, mit deren Positionen und Personal man konform geht. Für ein Partei-Mitglied ist die Sache schon schwieriger, denn man kann eine Parteimitgliedschaft nicht so leicht wechseln wie ein Hemd. So schließt die Mitgliedschaft in einer Partei die gleichzeitige Mitgliedschaft in einer anderen aus. Es ist Konsens bei quasi allen Parteien, dass man seine vorherigen Parteimitgliedschaften offenlegen muss und ein Verstoß dagegen kann ggf. zu der Verweigerung der Aufnahme (oder Wiederaufnahme) bzw. zum Ausschluss aus der Partei führen. Auch muss man Rechenschaft ablegen über vorherige Tätigkeiten und Mitgliedschaften, die möglicherweise mit der Parteimitgliedschaft nicht kompatibel sind. Dieser Umstand ist beispielsweise dem ehemaligen AfD-Fraktions-Vorsitzender in Brandenburg, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Kalbitz">Andreas Kalbitz</a> (Jg. 1972, geb. in München), zum Verhängnis geworden.</p>
<p>Parteien sind das Spiegelbild ihrer Mitglieder und diese Mitgliederschaft ist überaus heterogen. Das war in den Anfangsjahren der Parteien anders. So bestanden die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratische_Partei_Deutschlands">SPD</a>) ganz überwiegend aus Arbeitern, die häufig erst gewerkschaftlich und dann parteipolitisch für eine Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer „Klasse“ gekämpft haben. Die liberalen Parteien waren dagegen eher geprägt vom Bildungsbürgertum, (Groß-) Grundbesitzern, Unternehmern und Repräsentanten des Adels.</p>
<p>Dies gilt heute nicht mehr. Überspitzt kann man sagen, dass das typische heutige SPD-Mitglied jemand ist, der jemanden kennt, der schon einmal (beruflich) einen Hammer in der Hand gehabt hat. Und in der FDP sind es nicht Unternehmer und Wirtschaftsvertreter, die die Mehrheit der Mitglieder ausmachen. Es gibt vielmehr Mitglieder aus vielerlei Gesellschaftsschichten, sicher eine große Zahl Selbstständiger, aber auch viele Angestellte sowie Arbeiterinnen und Arbeiter.</p>
<p>Liberale Parteien bilden einen Grundpfeiler der heutige demokratischen Rechtsstaaten, sie waren häufig die ersten (Programm-) Parteien überhaupt. So war die &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Liberal_Party">Liberal Party</a>&#8220; in Großbritannien, die im Jahr 1830 aus der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Whig">Whig-Partei</a> hervorgegangen war, eine wenn nicht die bestimmende Kraft des Vereinigten Königreiches im 19. Jahrhundert wie auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In ähnlicher Weise war die liberale <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Fortschrittspartei">Deutsche Fortschritts-Partei</a> (DFP), gegründet im Jahr 1861 von liberalen Abgeordneten des Preußischen Reichstags, prägend für das 1871 gegründete Deutsche Reich. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Demokratische_Partei">FDP</a> ist quasi Nachfolgepartei dieser ersten liberalen Partei auf deutschem Boden.</p>
<p>Die derzeitigen politischen Verhältnisse im Bundesland Thüringen sind schwierig und politische Gegner der FDP mögen konstatieren, dass der Wiedereinzug der FDP in den Thüringischen Landtag nicht unwesentlich dazu beigetragen hat. Auf dieser Webseite wurden bereits darüber berichtet, siehe etwa die Beiträge &#8222;<a href="https://www.fdp-we.de/2021/07/20/ttv-thueringen-total-verrueckt/">TTV &#8211; Thüringen total verrückt</a>&#8220; oder &#8222;<a href="https://www.fdp-we.de/2021/09/06/bye-bye-dr-bergner/">Bye, bye, Dr. Bergner</a>&#8222;. Ja, man mag in den Vorgängen nach der letzten Landtagswahl ein Sinnbild für den Niedergang des demokratischen Rechtsstaates in Deutschland erblicken. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Regierungskrise_in_Th%C3%BCringen_2020">Regierungskrise in 2020</a> ist zu einer Art Dauerkrise geworden. In Thüringen herrschen mittlerweile &#8222;italienische Verhältnisse&#8220;, das Land ist quasi unregierbar geworden.</p>
<p>Dieser Entwicklung sollte aus hiesiger Sicht Einhalt geboten werden. Und das kann nur dadurch gelingen, dass sich mehr Menschen in demokratischen Parteien engagieren. Die Zahl der Mitglieder der im  <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCringer_Landtag">Thüringer Landtag vertretenen Parteien</a> liegt bei unter 20.000 Personen. Bei einer Bevölkerung von 2,143 Millionen Menschen (2019) sind das weniger als 1 % aller Thüringerinnen und Thüringer. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen haben die derzeit im Landtag vertretenden Parteien ein Mitgliedschaft von ca. 267.500 Personen, was bei einer Gesamtbevölkerung von 17,93 Millionen Menschen einem Bevölkerungsanteil von immerhin etwa 1,5 % entspricht. (Noch besser ist das Verhältnis in der Volksrepublik China. Dort sind 95,15 Millionen Personen Mitglied der Kommunisten Partei bei einer Gesamtbevölkerung von 1,401 Milliarden Menschen, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von ca. 6,8 %.)  Die geringe Zahl von Parteimitgliedern in Thüringen (und im Osten Deutschlands) ist ein Grund für die schwierigen politischen Verhältnisse. Denn durch die geringe Zahl ist es (leichter) möglich, dass Personen an Machtpositionen gelangen, deren erfolgreiche Ausgestaltung ihre persönlichen Fähigkeiten übersteigt.</p>
<p>Die Mitgliedschaft in einer politischen Partei kann im wahrsten Sinne des Wortes aufregend sein, sie ist in jedem Fall spannend und anregend. Man kommt mit anderen Menschen zusammen und wird mit Meinungen konfrontiert, die nicht immer den eigenen entsprechen. In einer Partei bewegt man sich gerade nicht in einer &#8222;Blase&#8220;, in der man nur die eigene Meinung gespiegelt bekommt. Parteien sind quasi der Gegenentwurf zu Gruppen von Menschen, die sich etwa in den &#8222;Sozialen&#8220; Medien zusammenfinden und sich dort nicht selten in ihren (vorgefassten) Meinungen verstärken. In einer Partei ist man vielmehr genötigt, seine eigene Meinung zu formulieren und sie dadurch einem Wirklichkeitstest (&#8222;Reality Check&#8220;) zu unterziehen. Denn in der Regel erringt nur die Meinung mit den besten und überzeugendsten Argumenten eine Mehrheit unter den Mitgliedern. Das ist nicht immer einfach, aber insgesamt lehrreich und für die Gemeinschaft produktiv.</p>
<p>Wenn Sie sich für eine Mitgliedschaft in der FDP interessieren, finden Sie unter diesem <a href="https://www.fdp.de/sites/default/files/import/2019-06/7567-20190517-aufnahmeantrag-form-cert.pdf">Link einen Aufnahmeantrag</a>. Informationen über die <a href="https://www.fdp-thueringen.de/wir_uns/142-mitgliedsbeitraege.html">Kosten einer Mitgliedschaft</a> finden sich <a href="https://www.fdp-thueringen.de/wir_uns/142-mitgliedsbeitraege.html">hier</a>. Der Mindestbeitrag beträgt 10 € pro Monat, für Schüler und Studenten die Hälfte. Sie können ihr Interesse an einer Mitgliedschaft dem Kreisverband Weimar auch über eine email Ausdruck verleihen, richten Sie sie bitte an info@fdp-we.de. Gerne stehen Ihnen die Mitglieder des Verbandes und des Vorstandes für Rückfragen zur Verfügung.</p>
<p>Die Aufnahme eines neuen Parteimitglieds erfolgt primär in dem Kreis- oder Ortsverband, in dem die Person seinen Hauptwohnsitz hat. Es gilt, ähnlich wie bei der Aufstellung zu Kommunalwahlen, das Wohnortprinzip. Es wurde leider von einem <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/kemmerich-stadtrat-erfurt-gericht-100.html">prominenten Vertreter</a> der FDP Thüringen nicht befolgt. Der Vorstand des Kreisverbands Weimar achtet jedoch darauf, er entscheidet über die Aufnahme neuer Mitglieder.</p>
<p>Die Weimarer FDP befindet sich derzeit in einer <a href="https://www.fdp-we.de/2022/08/22/kv-vorsitz/">personellen Umbruchphase</a>. Sie hätten mit ihrer Mitgliedschaft die Möglichkeit, die personelle Neuaufstellung mit zu gestalten. Der FDP Kreisverband möchte hiermit politische interessierte Personen dazu motivieren, in eine Partei einzutreten. Es sei ihnen speziell nahegelegt, eine Mitgliedschaft in der FDP zu erwägen und zu beantragen.</p>
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		<title>Landesparteitag am 08. Oktober 2022</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 18:37:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[FDP Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[FDP Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Landesvorsitzende der FDP, Thomas Kemmerich, und sein Landesgeschäftsführer, Tim Wagner, haben die Delegierten zum 40. ordentlichen Landesparteitag für den 8. Oktober 2022, ab 10:00 Uhr, in die Unstruthalle nach Sömmerda eingeladen. Auf dem Programm steht die Wahl des Landesvorstandes, siehe 221008 Einladung LPT.. Als Rednerin und Redner angekündigt sind unter anderem Lydia Hüskens, Ministerin [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Landesvorsitzende der FDP,<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Kemmerich"> Thomas Kemmerich</a>, und sein Landesgeschäftsführer,<a href="https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/tim-wagner"> Tim Wagner</a>, haben die Delegierten zum 40. ordentlichen Landesparteitag für den 8. Oktober 2022, ab 10:00 Uhr, in die Unstruthalle nach Sömmerda eingeladen.</p>
<p>Auf dem Programm steht die Wahl des Landesvorstandes, siehe <a href="https://iverpetersen.de/wp-content/uploads/2022/09/221008-Einladung-LPT..pdf">221008 Einladung LPT.</a>.</p>
<p>Als Rednerin und Redner angekündigt sind unter anderem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lydia_H%C3%BCskens">Lydia Hüskens</a>, Ministerin für Infrastruktur und Digitales sowie zweite Stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Sachsen-Anhalt, sowie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Czaja">Sebastian Czaja</a>, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin und stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Berlin. Es ist zu hoffen, dass diese auch kommen werden. Denn beim 39. ordentlichen Landesparteitag in Bad Langensalza am 02.07. und 03.07.2022 wurde der FDP-Generalsekretär <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bijan_Djir-Sarai">Bijan Djir-Sarai</a> zwar angekündigt, er war aber nicht erschienen.</p>
<p>Eröffnet wird die Veranstaltung durch den Stellvertretenden Landesvorsitzenden<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerald_Ullrich"> Gerald Ulrich</a>.</p>
<p>Bzgl. der Klage von Thomas Kemmerich gegen den Entzug des Mandates im Stadtrat von Erfurt vor dem Thüringer Verfassungsgerichtshof fand heute die Verhandlung statt. In der Folge wurde die <a href="https://www.n-tv.de/regionales/thueringen/Kemmerich-zieht-Verfassungsbeschwerde-in-Verhandlung-zurueck-article23589549.html">Klage zurückgenommen</a>. Die Urteile des Verwaltungsgerichts und des Oberverwaltungsgerichts Weimar sind rechtskräftig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bildquellen:</p>
<p>Thomas Kemmerich: Urheber Stefan Pössdorf, Lizenz <a class="mw-mmv-license" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 4.0</a>, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Kemmerich#/media/Datei:2020-02-05_Th%C3%BCringer_Landtag,_Wahl_des_Ministerpr%C3%A4sidenten_1DX_2723_by_Stepro.jpg</p>
<p>Gerald Ulrich: Urheber FDP Thüringen (Cornelia Höfer), Lizenz <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerald_Ullrich#/media/Datei:Gerald_Ullrich_MdB,_FDP,_im_Juni_2020.jpg</p>
<p>Lydia Hüskens: Quelle: https://lydia-hueskens.de/</p>
<p>Sebastian Czaja: Urheber: FDP-Fraktion Berlin, Lizenz CC BY-SA 3., Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Czaja#/media/Datei:FDP-Fraktion_Berlin_CC_BY-SA_3.0_Sebastian_Czaja.jpg</p>
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		<title>Glückauf</title>
		<link>https://iverpetersen.de/2022/07/09/glueckauf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Jul 2022 13:41:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
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					<description><![CDATA[Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. In diesen Tagen haben sich der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und seine Verlobte Franca Lehfeldt auf der Nordsee-Insel Sylt das Jawort gegeben und den Bund fürs Lebens geschlossen. Dazu sei Ihnen  aus Thüringen, dem Herzen Deutschlands, sehr herzlich gratuliert. Über das Ereignis wurde bundesweit in Zeitschriften und den [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.</strong></p>
<p>In diesen Tagen haben sich der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und seine Verlobte Franca Lehfeldt auf der Nordsee-Insel Sylt das Jawort gegeben und den Bund fürs Lebens geschlossen.</p>
<p>Dazu sei Ihnen  aus Thüringen, dem Herzen Deutschlands, sehr herzlich gratuliert. Über das Ereignis wurde bundesweit in Zeitschriften und den Medien berichtet, bisweilen mit einem kritischen Unterton: &#8222;Man könne/dürfe in solch schwierigen (Kriegs-) Zeiten nicht eine aufwendige Hochzeit feiern&#8220;. Diese Kritik ist aus hiesiger Sicht nicht nachvollziehbar, sie ist sogar grundfalsch. Im Gegenteil kann man konstatieren, die beiden haben bisher alles richtig gemacht.</p>
<p>Nicht zu heiraten ist ja keine Alternative, es wäre geradezu eine Kapitulation gegenüber Vladimir Putin und anderen äußeren Zwänge. Und wenn man sich zur Heirat entschließt, wo hätten die beiden sich den sonst das Jawort geben sollen? Etwa auf Mallorca mit einer anschließenden Feier in einer Nobel-Finca (etwa der von Boris Becker). Dann wäre der Aufschrei wohl noch viel grösser gewesen. Gegen die Feier auf der schönen Nordsee-Insel Sylt ist dagegen nichts einzuwenden. Der dortige, heimische Tourismus kann sich freuen. Und darüber hinaus kann die gesamte deutsche Bevölkerung Dank des 9-Euro-Tickets preisgünstig ebenfalls nach Sylt gelangen und dort je nach den eigenen Möglichkeiten mitfeiern. Mehr Demokratie und Teilhabe geht doch kaum.</p>
<p>Und darüber hinaus können Christian Lindner und seine Frau auf Sylt und dem Weg dorthin besichtigen, wie die Energiewende in Deutschland langsam aber sicher von statten geht. Denn nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine solche Dichte an Windrädern und Solarparks wie in Schleswig-Holstein, so wie etwa in den „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Reu%C3%9Fenk%C3%B6ge">Reußen-Kögen</a>“. Dabei handelt es sich um eine Gemeinde im Landkreis Nordfriesland, die bei der Stadt Bredstedt gelegen ist.</p>
<p>Der Thüringer denkt bei dem Namen &#8222;Reußen&#8220; eher an die Stadt Greiz und Gera, wo das Herrscher-Geschlecht des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Reu%C3%9F">Hauses Reuß</a> an der Weißen Elster seinen Stammsitz hatte. Doch es gibt tatsächlich eine Beziehung von dem Haus Reuß und in das nordfriesische Marschenland. Und diese Verbindung geht zurück auf Heinrich XLIII (1752-1814), der seit 1806 Fürst Reuß zu Köstritz war.  Geboren in Kopenhagen wurde er Erbe des dänischen Bankiers und Staatrates <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Henri_Desmerci%C3%A8res">Jean Henri Desmercières</a> (1687-1778), der sich als Landreformer und Deichbauer im damals dänischen Nordfriesland ein bleibendes Verdienst und berechtigten Nachruhm erarbeitet hatte. Denn er hatte die einfache aber geniale Idee, das Marschenland portionsweise einzudeichen und nicht wie zuvor, große Landmassen dem Meer durch Eindeichung abzuringen. Denn diese langen Deiche und großen Eindeichungen gingen bei Hochfluten immer wieder verloren.</p>
<p>Desmercières soll <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Storm">Theodor Storm</a> (1817-1888) als Vorblid für seine Romanfigur des Deichgrafen Hauke Haien in seiner Novelle &#8222;Der Schimmelreiter&#8220; gedient haben. Es handelt sich um ein Spätwerk von Theodor Strom, der  als Kreisrichter von 1856-1864 in der thüringischen Stadt (Bad) Heiligenstadt gewirkt hatte, bevor er nach der Niederlage Dänemarks im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-D%C3%A4nischer_Krieg">Deutsch-Dänischen Krieg 1864</a> als Landvogt und Amtsrichter in seine Heimatstadt Husum zurückkehren konnte. Sein Buch &#8222;Der Schimmelreiter&#8220; erschein wenige Monate vor seinem Tod im Jahr 1888.</p>
<p>Franca Lehfeldt, die 1989 in Hamburg geboren wurde, mag sich mit diesen Figuren und Geschichten &#8222;von der Waterkant&#8220; ein wenig auskennen. Sie mag auch mit dem Seglergruss &#8222;Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel&#8220; vertraut sein. Man kann ihn sinnbildlich auf die Aufgabe von Christian Lindner als Bundesfinanzminister anwenden, dem zu wünschen ist, dass er die Staatsfinanzen so im Griff behält, dass das Wirtschafts-Schlachtschiff Deutschland nicht finanzpolitisch auf Grund läuft. Ihm, der 1979 in Wuppertal, d.h. dem südlichen Ruhrgebiet, geboren wurde, wird hingegen der Bergmanns-Gruss &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCckauf">Glückauf</a>&#8220; vertraut sein. Dieser Gruss ist Ende des 16. Jahrhunderts in sächsischen Erzgebirge aufgekommen und war mit dem Wunsch verbunden, wieder gesund aus dem Bergwerk aufzusteigen.</p>
<p>Aufstieg und Gesundheit sei den Jungvermählten an dieser Stelle gewünscht und vor allem ein erfülltes und glückliches Familienleben. Sie stehen exemplarisch für eine (schon nicht mehr ganz so) junge Generation in Deutschland, der eine große Verantwortung für die Zukunft unseres Landes zukommt. Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auf einen früheren Blog auf diesen Seiten (&#8222;<a href="https://www.fdp-we.de/2021/10/27/liebes-pakt-fuer-deutschland/">Liebes-(P)Akt für Deutschland</a>&#8222;).</p>
<p>Kinder sind ein großes Geschenk  sowohl für eine (Liebes-) Beziehung als auch die Gesellschaft. Wer weiß, vielleicht geht aus dieser Verbindung ja noch ein ganzes (Leh-) Feld(t) kleiner Lindners und Lehfeldt-erinnen hervor. (Aus dieser Diktion mag der  Leser ablesen, wem der beiden bei diesem Unterfangen voraussichtlich die Hauptlast zufallen würde). Über Nachwuchs würden sich sicher nicht nur die Sylter und die vielen Familien freuen, die an Nord- und Ostseeküste ihre Sommerferien verbringen, sondern auch das politische und unpolitische Deutschland jenseits von Waterkant und Thüringer Wald sowie vor allem die stolzen Eltern.</p>
<p>Für die gemeinsame Zukunft alles Gute!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bildquellen:</p>
<ul>
<li>Christian Lindner und Franca Lehfeldt: Bild vom 22.11.2019 bei 24. RTL-Spendenmarathon in Köln, Quelle: Imago-Images.</li>
<li>Karte von Nordfriesland mit Sylt und Reußenkögen, siehe dieser <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Reussenkoege_in_NF.PNG">Link</a>, Lizenzbedingungen siehe dieser <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation">Link</a></li>
<li>die übrigen Abbildungen stammen aus Privatbesitz.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>politik macht sex(ismus)</title>
		<link>https://iverpetersen.de/2022/04/22/politik-macht-sexismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2022 00:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Die obigen Worte lassen sich in vielerlei Weise kombinieren und zu Sätzen und Fragen zusammenfügen wie etwa: Macht Politik sex(y)? Sex macht Politik. Politik macht Seximus. Der Anlass, sich mit diesem Thema bzw. diesen Worten und Thesen zu beschäftigen, ist die "Debatte", die gerade die Partei "Die Linke" erfasst hat. Vorgestern trat die in Erfurt [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die obigen Worte lassen sich in vielerlei Weise kombinieren und zu Sätzen und Fragen zusammenfügen wie etwa:</p>
<ul>
<li>Macht Politik sex(y)?</li>
<li>Sex macht Politik.</li>
<li>Politik macht Seximus.</li>
</ul>
<p>Der Anlass, sich mit diesem Thema bzw. diesen Worten und Thesen zu beschäftigen, ist die &#8222;Debatte&#8220;, die gerade die Partei &#8222;Die Linke&#8220; erfasst hat. Vorgestern trat die in Erfurt lebende Ko-Vorsitzende der Partei, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Hennig-Wellsow">Susanne Hennig-Wellsow</a> (Jg. 1977), deshalb zurück. Insofern sei es erlaubt, wenn man sich in der Nachbarstadt Weimar ein paar Gedanken dazu macht. Dies soll nicht mit dem erhobenen Zeigefinger erfolgen, da aus hiesiger Sicht das Problem tiefgründiger ist und es wohl in jede Partei vorkommt bzw. vorkommen kann.</p>
<p>Zunächst sei einmal (positiv) festgestellt, dass Thüringen diesmal nicht im Zentrum des &#8222;Politikskandals&#8220; steht. Susanne Hennig-Wellsow hat vielmehr einen ebenso überraschenden wie ehrenvollen Abgang hingelegt, indem sie die Versäumnisse bei der Erneuerung ihrer Partei anerkannte und angekündigte, sich nun verstärkt um ihren 8-jährigen Sohn kümmern zu wollen. Das Epizentrum des aktuellen Bebens in ihrer Partei, d.h. die Vorwürfe des Sexismus gegenüber Parteimitgliederinnen, ist vielmehr in Hessen zu verordnen, dem Landesverband der verbliebenen und nunmehr einzigen Parteivorsitzenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Janine_Wissler">Janine Wissler</a> (Jg. 1981).</p>
<p>Wissler hatte zusammen mit Hennig-Wellsow nur wenig Fortune bei der Führung ihrer Partei. Im Gegenteil ist die Phase ihrer Regentschaft mit einem zuvor kaum vorstellbaren Niedergang der Partei assoziiert. Bei der Bundestagswahl rutschte die Linke unter die 5%-Hürde und kam nur deshalb in den Bundestag, da <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/wahl-die-linke-darf-dank-dreier-direktmandate-in-den-bundestag-17557074.html">3 &#8222;Zugpferde&#8220;</a> es schafften, ein Direktmandat in ihren Wahlkreisen zu erzielen. Das waren</p>
<ul>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_Gysi">Gregor Gysi</a> (Jg. 1948) im Wahlkreis Berlin Treptow-Köpenick</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gesine_L%C3%B6tzsch">Gesine Lötzsch</a> (Jg. 1961) in Berlin Lichtenberg</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6ren_Pellmann">Sören Pellmann</a> (Jg. 1977) in Leipzig Süd</li>
</ul>
<p>Danach ging die Wahl im Saarland deutlich verloren, nachdem Oskar Lafontaine in einem &#8222;Finale furioso&#8220; erst am 16.03.2022 seine viel beachtete <a href="https://www.youtube.com/watch?v=J3ldigdj9y4">Abschiedsrede im Landtag</a> hielt und einen Tag darauf seinen Austritt aus der Partei erklärte. Danach war für die Partei bei den Landtagswahlen am 27.03.2022 nichts mehr zu holen.</p>
<p>Dabei hatte sich Hennig-Wellsow zuvor für eine Versöhnung zwischen den &#8222;Kampfhähnen&#8220; bzw. besser gesagt den (weiblichen) Kampf-Hyänen in der Partei eingesetzt und einen viel beachteten und gut besuchten, gemeinsamen <a href="https://www.fdp-we.de/2021/08/25/die-fontaene-hat-gesprudelt/">Wahlkampfauftritt mit Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine</a> zur Bundestagswahl in Weimar abgehalten. Doch das half alles nichts. Am Ende siegte die Kampfeslust und der Zerfleischungswille in der Partei, bei der es im Verborgenen, quasi unter der Decke, offenbar so manche Unappetitlichkeit gibt. Man fühlt sich anhand der nun aufgeworfenen Seximus-Debatte in dieser atheistisch ausgerichteten Partei fast schon an die Kindesmissbräuche in der katholischen Kirche erinnert. So schlimm wird es hoffentlich nicht werden. Doch ist bei dem S-Wort natürlich die Aufmerksamkeit groß. Den es gilt die alte Regel:</p>
<ul>
<li>&#8222;Sex sells&#8220;</li>
<li>&#8222;scandal sells&#8220;</li>
</ul>
<p>Mit gewissem Abstand mag man diese S-Worte ergänzen um die &#8222;K&#8220;-Worte:</p>
<ul>
<li>&#8222;Corona sells&#8220;,</li>
<li>&#8222;Krieg sells&#8220; und</li>
<li>&#8222;Kemmerich sells&#8220; (zumindest früher).</li>
</ul>
<p>Doch zurück zu dem aktuellen &#8222;Sexismus-Skandal&#8220; in der Partei &#8222;Die Linken&#8220;. Diesbezüglich kann sich der Autor kein Urteil erlauben, er hat nicht einmal den <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-linke-vorwurf-sexueller-uebergriffe-in-hessen-betroffene-auessern-sich-erstmals-a-d6e768e4-eec7-4aec-ba16-bfa6337d3723">Artikel im Spiegel</a> gelesen, der die ganze Affäre ans Tageslicht bzw. in das &#8222;Scheinwerferlicht&#8220; der Öffentlichkeit bugsiert hat. Doch darf man wohl mutmaßen, dass neben bzw. hinter den nun auftauchenden Vorwürfen ein politisches Ränkespiel stattfindet, das darauf abzielt, die Führungsstruktur der Partei zu verändern.</p>
<p>Zumindest ist erstaunlich, wie <a href="https://www.deutschlandfunk.de/krise-links-partei-interview-jan-schiffer-bundessprecher-linksjugend-dlf-89df5a29-100.html">Jan Schiffer im Gespräch mit Friedbert Meurer</a> heute im Deutschlandfunk ein &#8222;strukturelles Problem auf allen Ebenen&#8220; sieht, auf die strafrechtliche Relevanz einzelner Vorgänge in seiner Partei hinweist (ohne diese konkret zu benennen), das K-Wort &#8222;Kinderpornographie&#8220; in der Raum stellt und eine schonungslose Aufarbeitung aller Vorwürfe, einschließlich der Rolle von Janine Wissler in dieser Krise fordert. Schiffer ist Bundessprecher des Verbandes Linksjugend solid.</p>
<p>Nicht ganz abwegig ist sein Hinweis auf &#8222;strukturelle Probleme&#8220; bzgl. des Phänomens des Seximus in politischen Parteien und der Möglichkeit eines diesbezüglichen Machtmissbrauches. Dabei handelt es sich aus hiesiger Sicht jedoch nicht allein um ein &#8222;strukturelles Problem&#8220;, sondern auch und vor allem ein menschlich-psychologisches. Denn es sammeln sich schon fast naturgemäß in der Politik Personen, die nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sowie Macht und Einfluss streben. Das ist primär auch nicht verwerflich. Problematisch wird es allerdings dann, wenn damit die Hoffnung verbunden ist, dass man als Politiker (mit Macht) seine Anziehungskraft erhöht gemäss der These &#8222;Politik macht sexy&#8220; und diese These dann in praktisches sexistisches Handeln gegenüber dem andere (oder eigenem) Geschlecht umsetzt.</p>
<p>Zudem belegen viele Beispiele, dass der Geschlechtstrieb/Sexus unzweifelhaft in der Lage ist, Politik zu beeinflussen. Auch gab/gibt es (parteiübergreifend) manche &#8222;Partei-Pärchen&#8220; in der Politik wie etwa</p>
<ul>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Lafontaine">Oskar Lafontaine</a> (Jg. 1943) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sahra_Wagenknecht">Sahra Wagenknecht</a> (Jg. 1969) bei der Linken</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Kubicki">Wolfgang Kubicki</a> (Jg. 1952) und <a href="https://www.facebook.com/FDPstrande/posts/1707430032626587/">Annette Marberth-Kubicki</a> in der FDP oder</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Olaf_Scholz">Olaf Scholz</a> (Jg. 1958) und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Britta_Ernst">Britta Ernst</a> (Jg. 1961) in der SPD.</li>
</ul>
<p>Diese unvollständige Auflistung mag die Frage aufwerfen, ob im Bund der Ehe &#8222;verhaftete&#8220; Politikerinnen und Politiker für ihre Parteien eine höhere Stabilität bedeuten als solche, die nicht ehelich gebunden sind. Zumindest haben sie einen gewissen &#8222;demokratischen Vorteil&#8220;, verfügen sie doch (bei Einigkeit untereinander) zumindest über eine Unterstützerin oder einen Unterstützer in ihrer eigenen Partei.</p>
<p>Der Satz &#8222;Politik macht Sexismus&#8220; wäre eine ziemliche steile Hypothese, die sich wohl kaum belegen lässt. Es ist wohl eher die Macht, die mit einem politischen Amt verbunden ist, die die Gefahr von Sexismus in sich birgt. Der Autor vertritt eher die These &#8222;<strong>Politics is personal</strong>&#8220; (Politik ist persönlich). Damit ist gemeint, dass Politik von Personen gemacht wird. Jede Entscheidung lässt sich einer Person oder einzelnen Personen zuordnen. Diese sind letztlich verantwortlich und zur Rechenschaft zu ziehen. Das gilt übrigens auch im Strafrecht, das nur eine persönliche Schuld und keine &#8222;strukturelle Schuld&#8220; kennt.</p>
<p>Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung bei &#8222;der Linken&#8220; weitergeht. Eigentlich müsste aus hiesiger Sicht der thüringische Ministerpräsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bodo_Ramelow">Bodo Ramelow</a> (Jg. 1956) mehr Verantwortung in seiner Partei übernehmen, denn er ist einer der ganz wenigen, die sowohl exekutiv als auch bei Wahlen erfolgreich für seine Partei gewirkt haben. Die pure &#8222;Frauenpower&#8220; hat bei den Linken zumindest bisher nicht funktioniert. Vielmehr durfte die erstaunte Öffentlichkeit &#8222;<a href="https://www.spiegel.de/spiegel/katja-kipping-und-sahra-wagenknecht-kaempfen-um-die-macht-in-der-linkspartei-a-1185474.html">Frauenzoff</a>&#8220; zwischen Sahra Wagenknecht und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Katja_Kipping">Katja Kipping</a> (Jg. 1978), der ehemaligen Bundesvorsitzenden und jetzigen Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, miterleben. Ein Frauenversteher wie Bodo wäre da wohl nicht das schlechteste Heilmittel. Aber da hat die &#8222;linke Jugend&#8220; wohl auch ein Wörtchen mitzureden.</p>
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		<title>Kann Weimar von Augsburg lernen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Iver Petersen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2022 16:19:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[FDP Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung Weimar]]></category>
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		<category><![CDATA[Weimar]]></category>
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					<description><![CDATA[Oder: Kostenlos mit dem Bus durch Weimar? Die Stadtwerke Augsburg haben ein neues Konzept für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) im Innenstadtbereich eingeführt. Seit Januar 2020 kann man kostenlos die Straßenbahn und Busse in der sogenannte City-Zone benutzen. Markus Jung, Vorstandsmitglied der FDP Weimar und langjähriges FDP-Mitglied in Augsburg, stellte kürzlich dieses Konzept im hiesigen Kreisverband [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Oder: <strong>Kostenlos mit dem Bus durch Weimar?</strong></p>
<p>Die <a href="https://www.sw-augsburg.de/city-zone/">Stadtwerke Augsburg</a> haben ein neues Konzept für den öffentlichen Personen-Nahverkehr<a href="https://www.sw-augsburg.de/city-zone/"> (ÖPNV) im Innenstadtbereich</a> eingeführt. Seit Januar 2020 kann man kostenlos die Straßenbahn und Busse in der sogenannte City-Zone benutzen.</p>
<p>Markus Jung, Vorstandsmitglied der FDP Weimar und langjähriges FDP-Mitglied in Augsburg, stellte kürzlich dieses Konzept im hiesigen Kreisverband vor. Die Augsburger Lösung zielt darauf, den Innenstadtbereich für Einheimische und Besucher attraktiver zu machen. Gleichzeitig erhofft man sich, mehr Menschen von der Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs zu überzeugen und dafür zu werben, das Auto lieber in der Garage zu lassen und so die CO2-Bilanz und die Umwelt zu schonen,</p>
<p>Die Vorstellung dieses Konzeptes führte zu einer sehr anregenden Diskussion. Da es in Weimar keine Straßenbahn gibt, ist die Augsburger Lösung zwar nur eingeschränkt auf die Weimarer Verhältnisse übertragbar. Gleichwohl ergaben sich interessante Gedankenspiele und Optionen. So schälte sich in der Diskussion heraus, dass es überlegenswert wäre, einen kostenlosen Bus-Shuttle-Service zwischen der Innenstadt und dem Bahnhof zu etablieren und gleichzeitig den ÖPNV-Verkehrsknotenpunkt am Bahnhof zu stärken.</p>
<p>In dem Kontext kam zudem die Frage auf, wo sich (zentrumsnah) Parkplatzmöglichkeiten etablieren bzw. ergänzen ließen, um die Erreichbarkeit der Innenstadt bei Anreise mit dem Auto weiterhin attraktiv zu halten. Gleichzeitig bedürfte ein solches Weimarer ÖPNV-Innenstadt-Konzept sicher auch einer Berücksichtigung eines guten Fahrrad- und Fußgänger-Wegeplans für die Innenstadt. Denn die touristische Attraktivität Weimars rührt nicht unerheblich daher, dass man hier so angenehm Lust-wandeln und Kultur erwandern kann.</p>
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